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Nachmittagsbetreuung, Fahrradabstellplätze, Parkplätze oder Flächen für die Feu erwehr sind auf dem Areal zwischen Utzweg und Jahnstraße denkbar. Die Gemeinde will sich die Grundstücke für die Ortsentwicklung sichern. 

Ortsentwicklung

Unterhaching braucht Platz und sichert sich Grundstücke

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Unterhaching wächst. Um die Ortsentwicklung nicht zu gefährden, hat sich die Gemeinde jetzt zwischen Jahnstraße  und Utzweg Grundstücke im Vorkaufsrecht gesichert. 

Unterhaching – Der Chef der Unterhachinger Rathaus-Abteilung „Planung, Bauen und Umwelt“, Stefan Lauszat, ist bekannt für seine pfiffige Eloquenz. Die Erörterung des dröge klingenden Tagesordnungspunkts „Ortsentwicklungsplanung – Erlass einer Vorkaufsrechtssatzung“ eröffnete er mit einer Frage: „Warum machen wir das eigentlich?“ Und dann wurde es spannend im Bauausschuss.

Unterhaching wächst. Rund 26 000 Einwohner zählt die Gemeinde derzeit, wegen Neubauprojekten und Nachverdichtung wird diese Zahl aber nach oben schnellen. „Es geht um die Daseinsvorsorge“, erläuterte Lauszat. Denn mehr Einwohner bedeuten mehr kommunale Pflichten. Und im speziell Schulbereich, gerade bei Nachmittags- und Ganztagsbetreuung, kratzt Unterhaching laut Lauszat an seinen Kapazitätsgrenzen.

Um mittel- bis langfristig gegenzusteuern, greift die Gemeinde jetzt auf ein „gesetzlich vorgesehenes Sicherungsinstrument“ zurück, so Lauszat: nämlich ein Vorkaufsrecht.

Konkret geht es um die in 20 Flurnummern kartierten Grundstücke östlich von Jahnschule und Lise-Meitner-Gymnasium. Im diesem Bereich will die Gemeinde sich, sollten Grundstücksverkäufe anstehen, ein Vorkaufsrecht sichern. Um dann, in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden Bildungseinrichtungen, zusätzlich erforderliche Infrastruktur aufbauen zu können.

Parkplätze, Nachmittagsbetreuung und Areal für die Feuerwehr

Im Detail konkretisiert die „Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht“ in ihrer Begründung mehrere Fälle. So fehle es an Plätzen für die schulische Nachmittagsbetreuung; am Gymnasium sei mit steigenden Schülerzahlen und einem Mehrbedarf an Fahrrad-Abstellplätzen zu rechnen; an der Sportarena am Utzweg würden bei Großveranstaltungen schon jetzt die Parkplätze nicht ausreichen; auch die Feuerwehr benötige zusätzliche Flächen oder sogar einen Alternativstandort.

Die Gemeinde betont, es gehe nicht um „Misstrauen gegen die Grundstückseigentümer“ oder gar um Enteignung, vielmehr ums „Wohl der Allgemeinheit“. In diesem Sinne will sich die Kommune einen Zugriff bei anstehenden Grundstücksverkäufen sichern.

„Wir wollen einen Fuß in der Tür haben, um bei Bedarf die Entwicklung Unterhachings steuern zu können. Das ist alles – nicht mehr und nicht weniger“, sagte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD).

FDP-Politiker stimmt gegen das Vorhaben

Als einziger stimmte Florian Riegel (FDP) gegen die Vorkaufsrechtssatzung. „Dies ist eins der letzten Sichtfenster in Unterhaching“, verwies er vor allem auf die freien Felder östlich der Sportarena. „Damit öffnen wir Tür und Tor für eine Bebauung bis zum Grünwalder Weg. Sowas kommt für mich überhaupt nicht in Frage.“

Die anderen Kommunalpolitiker folgten dagegen unisono dem Verwaltungsvorschlag. Der sei „gut und sinnvoll“, fand Julia Mittermeier (Freie Wähler). Es gelte, sich für zusätzliche Kinder- und Schülerbetreuung zu rüsten: „Ich will nicht hören, dass wir keinen Platz hätten.“ Eine weitere Anregung, für die Grünen etwas ungewöhnlich, kam von Hans Potschacher: „Vielleicht könnte man dort auch ein Parkhaus bauen?“ Das letzte Wort hat am heutigen Dienstag der Gemeinderat.

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