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Wer zieht nach der kommenden Wahl im Rathaus ein?

Geheimnis um CSU-Bürgermeisterkandidaten 

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Gut ein Jahr vor der Kommunalwahl am 15. März 2020 legt die CSU Unterhaching am Mittwoch fest, wen sie als Kandidaten gegen Amtsinhaber Wolfgang Panzer (SPD) ins Rennen schickt. Die Geheimnistuerei ist groß bei den Christsozialen – obwohl die auserkorene Person intern offenbar schon feststeht.

Unterhaching–  Sie oder er – wer kommt in Frage bei der Unterhachinger CSU? Ein Überblick: Aus der aktuellen CSU-Gemeinderatsfraktion scheiden Franz Felzmann und Professor Alfons Hofstetter aus Altersgründen aus. Georg Thurnes hat unlängst erst seinen Austritt aus der Partei erklärt, um wegen einer beruflichen Veränderung nicht in eine politische Zwickmühle zu geraten (wir berichteten). In ihren Firmen unabkömmlich sind Stefan Zöllinger, Michael Durach und Anton Schrobenhauser junior – sie würden den Wechsel in die Berufspolitik ebenso wenig riskieren wie Rechtsanwalt Christian Dollinger mit seiner Kanzlei. Julia Mittermeier hatte im November im Zuge der Debatte um Kindergartenplätze und eine zunächst anonyme WhatsApp-Sprachbotschaft, in der ihr Name genannt wurde, per Facebook verkündet, dass sie als Kandidatin nicht zur Verfügung stehe. Tanja Günther hat sich nach elf Jahren gerade erst aus dem Gemeinderat verabschiedet – sie legt eine Babypause ein. Die dritte Dame in der CSU-Riege, Johanna Wießner, war 2014 für die Freien Wähler als Bürgermeisterkandidatin angetreten – ohne Erfolg.

Bliebe Richard Raiser, der Fraktionsvorsitzende. Als solcher ist der 55-Jährige, der seit 2003 im Gemeinderat sitzt und sich in vielen kommunalen Belangen engagiert, gewiss ein potenzieller Herausforderer. Er steht aber nicht für den „frischen Wind“, den man sich bei der CSU, wie zu hören ist, erhofft.

Also doch eher jemand aus dem aktuellen CSU-Ortsvorstand? Dessen Vorsitzender Michael Stiller (52) wäre ein Aspirant, aber ihn scheint es nicht mit aller Macht an die vorderste Front der Kommunalpolitik zu drängen. Sein neuer Vize Markus Probst, übrigens der Bruder von Tanja Günther, gilt intern als „junger Kerl mit Potenzial“; eine Bürgermeisterkandidatur käme aber wohl zu früh. Heiraten wird er demnächst Julia Myrzik, im Vorstand als Beisitzerin – die 29-Jährige könnte in der Zukunft eine Rolle spielen.

Gut möglich ist allerdings auch, dass die CSU es 2020 mit einer politischen Quereinsteigerin versucht – nach dem 2014 gescheiterten Versuch mit Florian Riegel geht die Tendenz diesmal dem Vernehmen nach wieder zu einer Frau. Catia Hilgart (54) käme in Betracht: Die Lärmschutz-Aktivistin ist 2018 in die CSU eingetreten, hat SPD-Bürgermeister Panzer mit ihren Unterschriftensammlungen systematisch gepiesackt. Ihr könnte aber die breitere Streuung im kommunalpolitischen Themenfächer fehlen.

Steigt bei der Nominierungsversammlung am Mittwochabend also einer der Etablierten aufs Podium oder doch eine geheimnisumwitterte Unbekannte, die kein Mensch auf der Rechnung hat? Die letztgenannte Variante wäre, wenn die-/derjenige Sachkompetenz und Biss vereint, ein spannender Coup der CSU, um erstmals seit der Ära von Engelbert Kupka (der bis 1990 Bürgermeister war) wieder den Rathauschef zu stellen. Nach Kupka hatten sich mit Christoph Hütt (1990), Peter Rogge (1996), Helga Kraus (2002), Elisabeth Deindörfer (2008) und Florian Riegel (2014) fünf CSU-Kandidaten vergeblich bemüht. Zur Kandidatenkür für den sechsten Anlauf haben sich übrigens prominente Unterstützer angekündigt: der Bundestagsabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende Florian Hahn sowie die aus Unterhaching stammende Sozialministerin Kerstin Schreyer. Beginn ist um 19 Uhr im Gasthof „Zur Post“.

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