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Eng schmiegt sich Delfin Kanoa an den zwölfjährigen Fabian. Die Therapie in Curaçao hilft dem kranken Buben, seine Motorik und seine Konzentration zu fördern. Und er hat deutliche Fortschritte gemacht.

Therapie dank Spenden 

Delfin Kanoa gibt Fabian (12) neue Hoffnung 

Eine Delfintherapie für Fabian, das war der Traum der Unterhachinger Familie Bronold. Seit seiner Kindheit leidet der Zwölfjährige unter epileptischen Anfällen und ist rundum auf Hilfe angewiesen (wir berichteten). Dank vieler Spender konnte die Familie im August zur Therapie nach Curaçao fliegen.

Unterhaching– Auf den ersten Blick haben Kanoa und Fabian wenig gemeinsam: Kanoa ist über zwei Meter groß und lebt in der Karibik, Fabian sitzt im Rollstuhl und wohnt in Unterhaching. Doch über 8000 Kilometer von daheim, hat Fabian in dem Delfin jemanden gefunden, der seine Sprache spricht. Im August besuchte Fabian Bronold mit seinen Eltern Franz (58) und Tamara (45) sowie seiner Schwester Tamina (8) das Delfintherapiezentrum auf der karibischen Insel Curaçao vor Südamerika.

Zwei Wochen übte Fabian jeden Tag für eine Stunde mit dem Delfin und einer Therapeutin im Wasser. An Land gab es dazu logopädische und physiotherapeutische Einheiten für den Buben. Unter anderem trainierte er mit Gewichtsmanschetten, um „Fabian seinen Körper bewusst zu machen“, wie Vater Franz sagt. Über den hat der Zwölfjährige nahezu keine Kontrolle. Seit seiner Kindheit leidet er unter schweren epileptischen Anfällen, kann weder sprechen noch laufen und ist rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen. Von dem „gesamttherapeutischen, mehrdimensionalen Programm“, wie der Vater es nennt, hatte sich die Familie viel erhofft, um Fabians Verfassung zu verbessern.

Trotz der Strapazen, die die Reise mit sich brachte, war es „auch eine große Chance, als Familie besonders intensiv Zeit zu verbringen“, erzählt der Vater. Dafür gab es zusätzlich psychologische Betreuung für die Bronolds. Auch die achtjährige Tamina hat die Zeit sehr genossen. „Lediglich beim Delfin gab es einen gewissen Neidfaktor“, sagt Franz Bronold. Der konnte aber mit einem Plüschdelfin und einem gemeinsamen Familienschwimmen mit dem echten Kanoa gut überwunden werden.

Nach dem insgesamt dreiwöchigen Aufenthalt in Curaçao, währendessen Fabian auch seinen zwölften Geburtstag feierte, ist die Familie nun wieder zurück in Unterhaching. Fabian kann inzwischen aus einem Becher trinken und beim Essen muss sein Kopf nicht mehr dauerhaft gestützt werden. „Das erleichtert Vieles schon enorm“, sagt Franz Bronold. Er führt die Fortschritte auf die Therapie zurück. Fabian sei inzwischen aufmerksamer und weniger teilnahmslos. Er könne sich außerdem besser konzentrieren. Wenn jemand an ihm vorbeiläuft, folgen seine Augen der Person – eine Konzentrationsleistung, zu der er davor kaum in der Lage gewesen ist.

Dafür, dass dies alles möglich war, möchte die Familie den vielen Unterstützern danken. Durch zahlreicher Spenden konnte die Reise erst finanziert werden. Demnächst müssen sich die Bronolds ein neues Auto anschaffen, in dem ein Rollstuhl Platz hat. Und auch mit Kanoa soll es ein Wiedersehen geben. „Ich bin guter Hoffnung, dass sich auf der Therapie aufbauen lässt“, sagt Franz Bronold, „2019 wollen wir noch einmal hin.“

Korbinian Bauer

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