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Mehr als 150 Teilnehmer waren bei dem Wettbewerb dabei.

Deutsche Meisterschaft im Speedcubing 

Würfel-Zauberer drehen um die Wette

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Ob mit den Zehen oder einhändig: Bei der Deutschen Meisterschaft im Speedcubing treten rund 150 Würfelpuzzle-Begeisterte an. Der Rekord liegt übrigens bei 4,77 Sekunden. 

UnterhachingCornelius Dieckmann (23) richtet seinen Blick auf den Zauberwürfel in seinen Händen. Der junge Mann mit dem blauen Shirt, der Brille und den schwarzen Haaren, dreht und wendet das Spielzeug. Es scheint, als versucht er, sich das Farbmuster einzuprägen. Dann plötzlich zucken seine Finger. Sie wirbeln um den Würfel, drehen ihn, verschieben die Ebenen des Spielzeugs. Klick, klick, klick. Von links nach rechts, von oben nach unten und wieder zurück.

Cornelius Dieckmann (23) aus Berlin ist Meister darin, einen Zauberwürfel möglichst schnell zu lösen. Die Sportart heißt Speedcubing. Die Bestzeit des Anglistik-Studenten liegt bei 4,77 Sekunden. Deutscher Rekord. Die besten Spieler des Landes haben sich am Wochenende bei den German Nationals getroffen, den Deutschen Meisterschaften. Rund 150 Speedcuber kamen in der Hachinga Halle zusammen, um herauszufinden, wer den Dreh am schnellsten heraus hat. Mitmachen durfte jeder, der den Würfel in weniger als drei Sekunden löst.

Deutscher Rekordhalter: Der Berliner Student Cornelius Dieckmann löst den Rubik‘s Cube in weniger als fünf Sekunden. 

In den 1980er-Jahren hat der ungarische Bauingenieur und Architekt Erno Rubik das Drehpuzzle erfunden. Etwa zwei Jahrzehnte später, 2008, hat der damals 13-jährige Dieckmann den Zauberwürfel für sich entdeckt. Ein Mitschüler spielte damit auf dem Schulhof und kurz darauf hatte Dieckmann einen eigenen Würfel. Doch egal wie er ihn drehte, er bekam ihn nicht in die Ausgangsposition. Dieckmann legte das Spielzeug ins Regal, bis ihn nach einem Monat der Ehrgeiz packte. Als er online nach einer Lösung für das Puzzle suchte, erfuhr er, dass es Zauberwürfel-Wettbewerbe gibt. Seitdem lässt ihn das Spielzeug nicht mehr los.

Es sind vorwiegend junge Männer, die sich in der Hachinga Halle untereinander messen. Sie kommen aus ganz Deutschland. Linus Kunath (14) etwa ist mit seiner Mama aus Frankfurt am Main angereist. Seit er vor rund einem Jahr mit dem Rubik’s Cube – so heißt der Würfel nach seinem Erfinder – angefangen hat, hat er sich rund 90 verschiedene Modelle gekauft. Neben dem klassischen Würfel mit neun Quadraten an jeder Seite gibt es auch Zauberwürfel mit bis zu 49 Quadraten sowie in Form einer Pyramide oder eines Oktogons mit acht gleichen Seiten.

So vielfältig die Würfel sind, so vielfältig sind die Wettbewerbskategorien. In einer Disziplin etwa lösen die Teilnehmer den Rubik’s Cube blind, andere verschieben die Würfel-Ebenen mit einer Hand oder mit den Füßen, sagt Fabian Auroux (24) aus Krefeld. Der Mit-Organisator ist selbst erfahrener Speedcuber. Viele Spieler wenden die Fridrich-Methode an, sagt er. Dabei löst man zunächst die unteren, dann die oberen Ebenen. In der obersten wendet man Algorithmen an, das sind Zugabfolgen. Je nachdem an welcher Position sich die farbigen Quadrate befinden, hilft ein anderer Algorithmus. Die Spieler haben sie meist auswendig gelernt, auch Cornelius Dieckmann. Sobald er Zeit hat, nimmt er einen Würfel zur Hand, um sie zu üben. „Denn ich will nicht langsamer werden.“

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