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Aufwändiger als gedacht ist die Sanierung der Seen im Sportpark. Immer wieder traten unerwartete Probleme auf, die die Kosten inzwischen explodieren ließen. Die ersten Maßnahmen sind allerdings inzwischen schon sichtbar, wie hier das neu angepflanzte Schilf. 

Kosten explodieren auf 1,1 Millionen Euro

Diebe und Vandalen behindern Seesanierung im Sportpark

  • vonAndreas Sachse
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Die Sanierung der beiden Seen im Sportpark Unterhaching kommt die Gemeinde teurer zu stehen, als erwartet. Viele Probleme hatten sich im Zuge der Arbeiten aufgetan. Unter anderem haben Diebe neu gepflanzte Büsche geklaut und Unbekannte eine Baggerschaufel im See versenkt. 

Unterhaching – Unerwartete Schwierigkeiten lassen die Kosten auf über 1,1 Millionen Euro steigen. Im Mai 2018 hatte ein Ingenieurbüro für die anfallenden Arbeiten noch 785 000 Euro angesetzt. Inzwischen steht fest, dass die im Alpenvorland ansässigen Ingenieure mit ihrer Prognose gehörig daneben griffen. Schon im November hatte der Gemeinderat den Deckel vorsorglich auf 965 000 Euro angehoben. Dass das Geld noch immer nicht reicht, ließ die Fraktionen nun aufhorchen. Eine echte Wahl blieb den Gemeinderäten nicht. Es geht um das Ortsbild Unterhachings. Darüber hinaus spielten Sicherheitserwägungen eine maßgebliche Rolle.

Der größere der beiden Seen ist bis zu 3,50 Metern tief. Um zu verhindern, dass Spaziergänger oder herumtollende Kinder in den See stürzen und ertrinken, ließ das Rathaus auf 60 Zentimetern Tiefe eine so genannte „Berme“ einziehen, einen horizontal verlaufenden Absatz im Uferbereich. „So können wir verhindern, dass jemand in tiefere Bereiche abrutscht“, argumentierte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD).

Schon im Herbst zeichnete sich ab, dass die Sanierung der beiden Seen komplexer ausfallen würde, als gedacht. Bloß ein wenig Schlamm absaugen, die Felder damit düngen und die am Seegrund verlegte Folie hernach durch eine neue ersetzen – damit sollte es keinesfalls getan sein. In der Folge sagten mehrere Firmen ab.

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See-Sanierung: Unrat verstopft die Pumpen

Kaum dass man ein Problem bewältigt hatte, tat sich schon der nächste Abgrund auf: Unrat verstopfte die Pumpen. Abfälle aller Art und modernde Gehölze erschwerten es den Sanierern, Schlamm vom Seegrund abzutragen. Müll, Feldsteine und Schlamm mussten aufwendig entsorgt werden. „Das hat uns viel Zeit und Geld gekostet“, klagte Bürgermeister Panzer. Zusätzliche Schwierigkeiten bereitete die in einer Lehmschicht am Grund des Sees festgebappte PVC-Folie. Künftig soll die neue Folie daher aus Kautschuk sein. Ein Material, das länger hält und preisgünstiger zu entsorgen ist

Dass der ein oder andere Unterhachinger die Gewässer als eine Art privater Abfalldeponie zweckentfremdete, kam im Gemeinderat nicht gut an. Zudem verhinderten Diebe den Feinschliff, kaum dass die Arbeiten weitgehend abgeschlossen waren.

Eben erst eingepflanzt, verschwand über Nacht ganzes Buschwerk. „Irgendwer hat die Büsche ausgebuddelt und geklaut“, stellte der Bürgermeister bitter fest: „Damit muss man heutzutage wohl leben.“

Am letzten Tag schließlich versenkte ein Vandale auch noch die Baggerschaufel im See. Die neue Folie war gerade erst am Seegrund ausgelegt worden.

Nach all den Mühen äußerte Bürgermeister Panzer sich zuversichtlich, „in den nächsten 50 bis 60 Jahren“ keine Probleme mehr mit den beiden Gewässern zu haben. Mit dem Ergebnis der Arbeiten ist man in den Fraktionen zufrieden. Einstimmig gewährte der Gemeinderat die zusätzlich benötigten Mittel.

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