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Der entscheidende Moment: Auf der Drehleiter stehend, versucht Herbert Reiserer den Schwarm einzufangen.

Bestechender Einsatz

Feuerwehr holt Bienenschwarm vom Baum

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Bienen-Alarm auf der Stumpfwiese in Unterhaching: Am Donnerstag haben zwei herumsurrende Schwärme für Aufregung bei den Anwohnern der Budapester Straße gesorgt. Einen der Schwärme musste die Feuerwehr vom Baum holen.

Unterhaching – Erst vor wenigen Tagen hat ein umherziehendes Bienenvolk ein Rentnerpaar in Taufkirchen erschreckt. Jetzt sorgten gleich zwei Schwärme im Neubaugebiet Stumpfwiese in Unterhaching für stundenlange Unterhaltung bei den Anwohnern. Günter Unger nahm als erstes das Brummen und Summen wahr. Der 75-Jährige war gerade beim Rasenmähen im Garten. „Erst habe ich gedacht, da mäht noch jemand. So ähnlich hat sich das angehört“, erzählt Unger. Doch als er Richtung Straße schaut, sieht er am Feldahorn bei den Parkplätzen die vielen Tausend Insekten. „Ein Schwarm hatte sich auf den Baumstamm gesetzt, der andere an einen blühenden Strauch.“

Insektentraube am Feldahorn: Ein Teil des Bienenvolkes hat sich um seine neue Königin gescharrt. Die Insekten bedecken den Stamm des Baumes.

Eine herbeigerufene Nachbarin gibt sofort den entscheidenden Tipp, woher die Tiere stammen. Denn ein weiterer Nachbar, Markus Dinkel, hat erst kürzlich die Imkerei für sich entdeckt und ein Bienenvolk bei sich untergebracht. Der 43-jährige Ingenieur ist zufällig zuhause, hat aber von der Flucht eines Teils seines Volkes nichts mitbekommen.

Er versucht, die Bienen zu beruhigen, indem er sie mit Wasser besprüht, und kann den Schwarm am Strauch auch einfangen. Doch bei der zweiten Schwarmtraube scheitert er. Zwar geling es immer wieder, einen Teil der Bienen, die sich um ihre neue Königin gesetzt haben, abzuschütteln, die Königin selbst aber bekommt er nicht in die Schwarmkiste.

Das gelingt letztlich Herbert Reiserer von der Unterhachinger Feuerwehr. Der ist selbst Hobby-Imker und kommt mithilfe der Drehleiter besser auf die am Baumstamm hängende Traube heran. Nach getaner Arbeit lässt er den Bienenkasten noch bis zum Abend unterm Baum stehen, damit noch möglichst viele Tiere hineinfliegen, ehe er nach Absprache mit Dinkel den Schwarm in seine Obhut nimmt.

Einige Anwohner feiern unterdessen die gelungene Tierrettung mit einem spontanen Straßenfest. Dabei gibt es – wen wundert’s – auch Honigbrote. Und Dinkel will sich von dem kleinen Malheur nicht von seinem neuen Hobby abbringen lassen: „Bienen sind ein wichtiger Bestandteil der Natur. Die gilt es zu schützen.“

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