Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Trendsetter: Jannis Scheller lief als erster im AWO-Hort in Unterhaching mit dem Fingerkreisel herum.

Neues Trend-Spielzeug

Fidget Spinner erobern den Landkreis

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Sie drehen sich und drehen sich und drehen sich. Und das immer häufiger auch auf den Schulhöfen und in Kinderzimmern im Landkreis: Die Rede ist von den sogenannten Fidget Spinnern. Auch wenn die beruhigende Wirkung des Trendspielzeugs umstritten ist. Das Drehen und Balancieren macht Jung und Alt einfach Spaß.

LandkreisJannis Scheller war sozusagen der Trendsetter am Hort der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an der Fasanenstraße in Unterhaching. Der Neunjährige war der erste, der einen Fidget Spinner in die Einrichtung gebracht hat. „Meine Oma hat ihn mir gekauft“, erzählt der Viertklässler. „Sie hat gehört, dass das groß im Kommen ist und hat gleich an mich gedacht.“

Anfangs habe er sich gefragt, was man mit dem handtellergroßen Spielzeug mit dem Kugellager in der Mitte, um das sich meist drei Flügel drehen, überhaupt anfangen kann. Aber mithilfe seines Bruders und etwas Übung hatte Jannis im wahrsten Sinn des Wortes den Dreh schnell raus. Jetzt kann er den Fingerkreisel perfekt balancieren oder von der einen Hand in die andere werfen, während sich der Spinner weiterdreht. Der Schüler findet das Spielen mit dem Kreisel entspannend. „Wenn man auf jemanden richtig sauer ist, nimmt man einfach den Spinner in die Hand, und der Ärger ist schnell verflogen.“

Tatsächlich werden die Fidget Spinner in den USA seit einigen Jahren therapeutisch genutzt. Sie sollen nicht nur dabei helfen, Stress abzubauen, sondern auch die Konzentration zu fördern. Deshalb werden sie auch bei der Aufmerksamkeitsstörung ADHS eingesetzt. Wissenschaftlich bewiesen ist ihr Nutzen allerdings nicht. Und im Unterricht sind die Fingerkreisel gar nicht gern gesehen.

Das bestätigt Kristina Kalb, stellvertretende Schulleiterin am Gymnasium Oberhaching. Sie kennt das Trend-Spielzeug aus ihrer 5. Klasse, in der sie Deutsch unterrichtet. Vier Schüler hätten die Spinner bisher in ihren Federmäppchen, erzählt sie. Im Unterricht spielen dürften sie damit nicht. „Das stört und sorgt für Unruhe.“ In der Pause könnten die Kinder dagegen nach Belieben drehen und balancieren. Wie viele Experten bezweifelt Kalb, dass das Spielgerät wirklich die Konzentration erhöht. „Aber ich denke, für die Motorik ist es nicht schlecht“, sagt Kalb.

Christian Ceglarek, Leiter der Realschule Neubiberg, hat das Spielzeug bereits selbst ausprobiert. Seiner Ansicht nach fasziniert es die Kinder vor allem, weil es zu immens langen Drehungen dank des Kugellagers kommt. An der Schule hätten es vor allem Buben. Die ersten Trendsetter seien bereits im März beziehungsweise April damit gesichtet worden. Seit rund vier Wochen sei es richtig beliebt, sagt Ceglarek. „Vor allem bei den Schülern der 6., 7. und 8. Klasse.

Er und sein Kollegium hätten das Spielzeug als nicht gefährlich klassifiziert. Deshalb dürften die Kinder in der Pause ruhig damit spielen. „Im Unterricht hat es natürlich nichts verloren“, betont der Schulleiter. Ob es wirklich zur Beruhigung dient, kann der Rektor nicht sagen. Bei manchem eher unruhigen Zeitgenossen habe man aber tatsächlich feststellen können, dass er durch die Ersatzbeschäftigung mit dem Fingerkreisel in den Pausen nicht mehr so auffällig war. „Schaden tun die Fidget Spinner auf jeden Fall nicht“, ist sich Ceglarek sicher.

Das glaubt auch AWO-Hort-Leiterin Petra Geißler nicht. Deshalb lässt sie die Kinder beim Spiel mit dem Spinner gewähren. „Außer beim Essen und während der Hausaufgabenzeit“, wie sie betont. Und sie vermutet, dass sich die Aufregung um die Fidget Spinner auch schnell wieder legt. „In anderen Bundesländern ist der größte Hype schon wieder vorbei.“

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