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Liebt Lachs in allen Variationen: Foodbloggerin  Nileen Marie Schaldach

Foodbloggerin aus Unterhaching

Sie teilt die Schätze ihrer Küche mit der ganzen Welt

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Nileen Marie Schaldach (26) aus Unterhaching liebt das Kochen. Und damit die ganze Welt an ihren Rezepten teilhaben kann, hat sich die Unterhachingerin als Foodbloggerin selbstständig gemacht. Mit Erfolg. 

Unterhaching – Zwei Kochbücher, dicke Wälzer mit hunderten Rezepten, standen bei der Oma immer ganz unten im Regal. Genau in der richtigen Höhe für die kleine Nileen Marie. Das Mädchen hat die Bücher geliebt. „Die Bilder von den Torten fand’ ich ganz toll“, sagt Nileen Marie Schaldach, heute 26 Jahre alt. Sonntags backte die Oma Brot. „Da hab’ ich immer mit meinen Patschehändchen im Teig rumgemischt“, erzählt sie und lacht. Sie ist mit dem Kochen groß geworden. Wenn die Eltern am Wochenende verreist waren, luden andere Teenies ihre Freunde zum Feiern ein, Nileen Marie Schaldach lud zum Essen.

Selbstständig als Foodbloggerin

Heute stehen die beiden Kochbücher der Oma im Regal bei ihr daheim in Unterhaching. Neben 200 bis 250 weiteren. Schaldach verdient mit dem Kochen ihren Lebensunterhalt. Zwei Kochbücher hat sie herausgebracht und sich im Juli 2017 selbstständig gemacht – als Foodbloggerin.

„Schätze aus meiner Küche“ heißt ihr Blog. Zu finden ist dort, „was bei uns zuhause auf den Tisch kommt“, sagt die 26-Jährige. Wir, das sind sie und ihr Ehemann, den sie schon seit der Studienzeit kennt. Er brachte sie auf die Idee, einen Blog zu schreiben. Wobei: Eigentlich waren „Julie & Julia“ schuld. Den Hollywood-Film über Julie Powells Versuch, 524 Rezepte aus dem Kochbuch von Julia Child in einem Jahr nachzukochen und auf ihrem Blog zu veröffentlichen, schaute das Ehepaar Schaldach gemeinsam. „Das ist wie bei uns“, sagte ihr Mann an diesem Abend des 8. Dezember 2012 zu seiner Ehefrau.

Schaldach holt sich Inspirationen, gerne bei ihrem Lieblings-Starkoch Jamie Oliver. Für sie ist Kochen keine Arbeit, „sondern Entspannung zum Abschalten“. Ebenso wie der Besuch auf dem Wochenmarkt morgens um 8 Uhr kein Stress, sondern „ein geliebtes Ritual“ ist. Regionalität liegt ihr sehr am Herzen, „die möchte ich weitergeben“. Und das mit Begeisterung. „Es gibt kaum ein Wochenende, an dem niemand bei uns zum Essen ist“, sagt sie. Viele Freunde fragen sie nach Rezepten. Am 9. Dezember 2012 schrieb Schaldach ihren ersten Blogeintrag, dazu ein Rezept für Süßkartoffel-Suppe mit Kokosschaum. Der erste Schatz aus ihrer Küche. Hunderte hat sie seitdem veröffentlicht. Suppen, Salate, Sushi, Schokotorten. Und Lachs, „den liebe ich in allen Variationen“. Asiatisch, mediterran, gerne auch schwäbisch.

Kässpätzle in Muffinform

Schaldach stammt aus Stuttgart. Die perfekte Autorin für „Fingerfood schwäbisch gut“. Der Verlag suchte eine Verfasserin für ein Kochbuch mit „Tapas aus dem Ländle“. Schaldach bekam den Vertrag – und musste 56 Rezepte finden, kochen, beschreiben und fotografieren. Ihre schwäbische Familie hat geholfen. Denn ihre Heimatküche stellte sie vor Herausforderungen. „Wie kriegt man einen Batzen Kässpätzle zum Fingerfood?“ Die Antwort: in Muffinform. Im Juni 2016 ist das Buch erschienen, das zweite mit Rezepten für Müsliriegel und Fruchtschnitten folgte 2017, das dritte erscheint im August.

Die Veröffentlichungen haben dem Blog Schubkraft verliehen. Rund 60 000 verschiedene Nutzer schauen sich die Schätze aus der Küche derzeit pro Monat an, knapp 230 000 mal wird die Seite angeklickt. „Ich hab’ die Reichweite am Anfang unterschätzt“, sagt die Bloggerin, die seit dem Wintersemester Soziale Arbeit studiert. Sie war überrascht von der „großen Resonanz, die ohne viel Zutun“ wuchs und wuchs. Ihr Blog kam an, ihre Rezepte gefielen.

Die ersten Kooperationen entstanden – mit Restaurants, Hotels, Lebensmittelproduzenten, Verlagen. Manchmal sind die Wünsche der Kunden detailliert – und es müssen rote Teller sein, auf denen Pasta präsentiert wird.

Gerichte in Szene setzen für die Kamera

Einen ganzen Schrank voller Geschirr hat Schaldach nur für Fotos, „gegessen wird davon nicht“, sagt sie und grinst. Manchmal „essen wir auch lauwarm“. Nämlich, wenn erst Fotos gemacht werden müssen vom Gericht – mit dem passenden Geschirr, der richtigen Deko und Decke auf dem Tisch. Das dauert. Darum gibt’s oft „erst kleine Portionen vorab“. Die zum Fotografieren. Die eigentliche Mahlzeit kommt dann später auf den Tisch. Frisch und warm. 

Hier gibt‘s den Blog

Nileen Marie Schaldachs Blog ist im Internet unter www.schaetzeausmeinerkueche.de zu finden. Zudem ist die Bloggerin auf Twitter, Instagram, Facebook sowie auf der Foto-Plattform Pinterest mit „Schätze aus meiner Küche“ präsent.

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