Unterhachinger Tiefgarage im Ortszentrum ist ein Ärgernis

Friedhof der Schrottautos

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Der CSU-Fraktionsvorsitzende Richard Raiser prangert die Zustände in der Rathaus-Tiefgarage in Unterhaching an. Dort sind eine ganze Reihe von abgemeldeten Autos – also ohne Kennzeichen – abgestellt und blockieren die öffentlichen Parkplätze fürs Ortszentrum.

Unterhaching– Ein Witzbold hat den Staub auf der Seitenscheibe für eine Annonce benutzt. „Zu verkaufen“, steht dort, „2,50 Euro pro Gramm“. Bei einem geschätzten Leergewicht von 1300 Kilo wären das 3,25 Millionen Euro. Für eine Schrottkarre. Wie gesagt, ein Scherz – doch zum Lachen ist Richard Raiser nicht zumute. Der CSU-Fraktionsvorsitzende prangerte in der Gemeinderatssitzung die Zustände in der Rathaus-Tiefgarage an. Dort sind eine ganze Reihe von abgemeldeten Autos – also ohne Kennzeichen – abgestellt und blockieren die öffentlichen Parkplätze fürs Ortszentrum.

Für Raiser ein Unding. „Das läuft dem eigentlichen Zweck, dem Kurzzeitparken von Kunden und Besuchern im Ortszentrum, zuwider“, sagte der CSU-Chef. Hinzu komme, dass diese Parkplätze teils als bezahlte Stellplatznachweise für Gewerbetreibende geschaffen worden seien. Deren Interessen würden durch diese Zweckentfremdung konterkariert. Eigentlich sind in der Rathaus-Tiefgarage nur zwei Stunden kostenfreies Parken möglich; jede weitere Stunde wird mit einem Euro berechnet, Dauerparken ist nicht vorgesehen.

Gesamte Garage in desolatem Zustand

Die teils mit einem dicken Staubschicht bedeckten Schrottautos sind nicht das einzige Ärgernis in Raisers Augen. Schummrige Beleuchtung, Urinpfützen in dunklen Ecken, schmutzige Wände und Böden, Werbetafeln von schon längst nicht mehr existierenden Firmen – auf Raiser macht die Tiefgarage einen „desolaten Gesamteindruck“. Er beantragte, die Gemeindeverwaltung möge illegal abgestellte Fahrzeuge mittels polizeilicher Ermittlungen entfernen lassen, den Schrankenbetrieb optimieren, eventuell eine Videoüberwachung einführen sowie die Beleuchtung zu verbessern. Als positives Beispiel für eine attraktive Gesamtgestaltung nannte Raiser die neue Markplatzgarage in Grünwald.

Die prompte Antwort von Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) dürfte Raiser wenig zufriedengestellt haben. „Die Tiefgarage gehört uns nicht“, die Gemeinde verfüge lediglich über zehn Stellplätze. Aber er werde die Beschwerden und Verbesserungsvorschläge bei der nächsten Eigentümerversammlung vorbringen.

Zwei weitere Park-Brennpunkte

Bei einem anderen Parkplatz, der laut Raiser ebenfalls zweckentfremdet werde, habe die Gemeinde aber durchaus Handhabe. Es geht um den Friedhofs-Parkplatz an der Ottobrunner Straße. Speziell am Wochenende fänden Friedshofsbesucher hier kaum mehr einen Parkplatz, „weil dort Firmenfahrzeuge, viele mit ausländischem Kennzeichen, abgestellt werden“. Auch die Höchstparkdauer von zwei Stunden werde ignoriert: „Neulich war der Friedhof verwaist, der Parkplatz aber bis zum letzten Platz belegt.“ Auf diesen Kritikpunkt reagierte Panzer leicht irritiert. „Das löst bei mir ein Schmunzeln aus.“ Weil einen Monat zuvor nämlich die strengen Parkscheiben-Kontrollen auf einigen Gewerbe-Parkplätzen als Abzocke moniert worden seien.

Einen dritten Parkplatz-Brennpunkt hat Raiser ausgemacht: in der Grünau, im Bereich Queristraße/Finsinger Weg. Anlieger hätten ijm berichtet, dass private Einfahrten blockiert und Kurven beidseitig so zugeparkt würden, dass Rettungsfahrzeuge im Notfall keinen Durchlass mehr fänden. Und Wohnmobile oder Anhänger würden dort zum Überwintern abgestellt. „Wir können die Gesetze nicht außer Kraft setzen“, sagte Panzer über den teilweisen „Wildwuchs im öffentlichen Parkraum“. Aber er versprach, verstärkt ein Auge darauf werfen zu lassen.

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