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Sanierung unumgänglich: Die Kirche St. Korbinian, das älteste Bauwerk Unterhachings, muss dringend auf Vordermann gebracht werden.

300.000 Euro Zuschuss genehmigt

Gemeinde Unterhaching bricht für Kirchensanierung eigene Regel

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Eigentlich hat die Gemeinde Unterhaching 2002 beschlossen, kirchliche Baumaßnahmen nicht zu bezuschussen. Bei der Sanierung von St. Korbinian soll aber eine Ausnahme gemacht werden.

Unterhaching – Die urkundlichen Erwähnungen reichen bis ins Jahr 1315 zurück, die denkmalgeschützte Kirche St. Korbinian ist Unterhachings ältestes Bauwerk. Über 700 Jahre haben allerdings ihre Spuren hinterlassen, unter anderem könnte das morsch gewordene Dachgebälk zusammenbrechen – eine Sanierung der historischen Kirche ist unumgänglich. Jetzt geht es um die Kostenfrage: Kann und darf die Gemeinde Unterhaching sich daran beteiligen?

„Das ist ein rechtliches Problem“, warf Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) im Finanzausschuss die entscheidende Frage auf: „Können wir als steuerfinanzierte Einheit, also Gemeinde, eine andere steuerfinanzierte Einheit, die Kirche, fördern?“ Normalerweise nicht: Schon 2002 hat der Unterhachinger Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss gefasst, sich „aus grundsätzlichen Erwägungen heraus“ nicht über Zuschüsse an kirchlichen Baumaßnahmen zu beteiligen.

In Fall von St. Korbinian haben Pfarrer Axel Windecker und Kirchenpfleger Hermann Mader trotzdem bei der Gemeinde angefragt. Von den 3,6 Millionen Euro Sanierungskosten würde das Erzbischöfliche Ordinariat 2,7 Millionen Euro tragen, heißt es in dem Brief; den Restbetrag von 900 000 Euro müsse die Pfarrei St. Korbinian selbst aufbringen. Über Spenden und Gespartes habe man 600 000 Euro beisammen – bei der Gemeinde ist nun ein Zuschuss über 300 000 Euro beantragt worden.

Weltliches Steuergeld also für kirchliche Belange? „Unsere Vorfahren haben die Pfarrkirche St. Korbinian über 700 Jahre gepflegt, erweitert und während des Dreißigjährigen Kriegs unter widrigsten Umständen wieder instandgesetzt“, schreiben Windecker und Mader in ihrem Bittbrief. „Wir sind der Ansicht, dass auch unsere Generation die Verantwortung dafür trägt, die Pfarrkirche zu erhalten und dieses bedeutende Baudenkmal der nächsten Generation in einem guten Zustand zu übergeben.“

In diesen Kontext baute Panzer den Kommunalpolitikern eine Brücke, ausnahmsweise noch einen Zuschuss zu gewähren. „Weil es sich um ein historisches, ortsprägendes und denkmalgeschütztes Bauwerk handelt“, betonte der Bürgermeister.

Auch wenn 300 000 Euro „ein stolzer Betrag“ und eine Förderung „keine Selbstverständlichkeit“ seien, unterstützte die CSU den Zuschussantrag, so der Fraktionsvorsitzende Richard Raiser. Peter Wöstenbrink (SPD) stimmte zu: „Unter den Gesichtspunkt Denkmalschutz könnte es laufen.“

Es gab aber auch kritische Stimmen. Peter Hupfauer (FDP) wies darauf hin, dass man einen Zuschussantrag über 3000 Euro fürs Jugendzentrum von St. Birgitta abgelehnt habe. „Ich bemerke einen Sinneswandel“, sagte Hupfauer, „wir sollten künftig gerechter sein.“ Um „Wohlwollen auch für die evangelische Kirche“ bat Claudia Köhler (Grüne), und Inci Ahmad merkte an, dass Privatpersonen für denkmalgeschützte Wohnhäuser keine Zuschüsse bekämen: „Das erscheint mir ungerecht.“

Johanna Wießner von den Freien Wählern glättete schließlich die Wogen der Debatte: „Es handelt sich um Unterhachings ältestes Gebäude. Diesen Zuschuss sollten wir uns leisten.“ Letztlich erfolgte die Zustimmung im Finanzausschuss einstimmig.

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