Unter ökologischen Gesichtspunkten soll die Grund- und Mittelschule am Sportpark erweitert werden.  Foto: brouczek
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Einen Anbau bekommt die zu klein gewordene Schule am Sportpark in Unterhaching,

Anbau an Gebäude im Sportpark Unterhaching soll aus Holz sein

„Gendergerechte“ Schultoiletten: Architekten stellen Projekt vor

  • Martin Becker
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Die Grund- und Mittelschule am Sportpark in Unterhaching ist spätestens ab 2023 zu klein. Also wird nun nachgerüstet. Nach modernsten Optionen.

Unterhaching – Um der Bevölkerungsentwicklung und steigenden Schülerzahlen in Unterhaching Rechnung zu tragen, soll die Grund- und Mittelschule am Sportpark bis zum Schuljahresbeginn 2023 um einen Anbau erweitert werden. In Workshops ist dazu ein Konzept erarbeitet worden, das die Fachleute im Bauausschuss vorstellten.

Großes Augenmerk wird auf die Nachhaltigkeit gerichtet, wie Rudolf Reimann vom Ingenieurbüro SSF, der die Workshops moderiert hatte, darlegte. Als Basismaterial soll Holz dienen, beim Temperaturmanagement wird die Geothermie auch als Kühlungsoption geprüft, Regenwasser soll für Toilettenspülungen und einen etwaigen Schulgarten gespeichert werden, geachtet wird zudem auf gendergerechte Sanitäranlagen. Eine etwa 100 000 Euro teure Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DNGB) erachtete der Experte für ein Anbauprojekt indes als unverhältnismäßig.

Detailliert ging Kreisbrandmeister Thilo Hoffmann auf Brandschutzfragen und Feuerwehrbelange ein. Die neue Bauordnung (wir berichteten) ermögliche bei einem derartigen Funktionsgebäude, anders als bisher, die Holzbauweise. Allerdings seien einige Vorgaben gemäß der Muster-Holzbaurichtlinie zu beachten, um ein zulässiges Brandschutzkonzept zu entwickeln. Kurze Rettungswege oder Treppenräume in Stahlbeton gehören dazu. Und, ganz wichtig, die 200-Quadratmeter-Regel: Größer darf ein Bereich, den die Feuerwehr innerhalb von 90 Minuten löschen kann, nicht sein. Für den Unterhachinger Schulanbau sind 400 bis 500 Quadratmeter angedacht – das erfordere „eine entsprechende Parzellierung“, sagte der Kreisbrandmeister.

Besonderer Blick auf den Brandschutz

Der mit dem Schulanbau beauftragte Architekt, Professor Arthur Schankula, räumte anhand diverser Praxisbeispiele seiner realisierten Projekte mit etwaigen Bedenken auf. Das Brandschutzthema habe er im Griff, ebenso die Option, die Schulräume später umzugestalten: „In Pädagogik und Didaktik ändert sich viel. Keiner weiß, welche räumlichen Anforderungen in zehn Jahren an eine Schule gestellt werden.“

Die noch zu klärende „Preisfrage“ stellte die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Julia Mittermeier: Ob denn konventionelle Bauweise oder die Holz-Variante günstiger seien? Professor Schankula verwies darauf, „seit 15 Jahren“ mit Holz oder Holzhybrid zu bauen – gegenüber „Mauerwerk und Stahlbeton in der Vergangenheit“ sei das Kostenvolumen „ungefähr gleich“.

Ab April 2022 soll gebaut werden

Am Ende der geballten Info-Präsentation, von Grünen-Sprecher Stefan König als „exzellent“ gelobt, gab der Bauausschuss einstimmig sein Placet zum angedachten Bauprogramm, das nun noch der Gemeinderat absegnen muss. Als Baubeginn ist April 2022 angepeilt.

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