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Der Hachinger Bach in Unterhaching – manche Uferbefestigungen müssen dringend saniert werden. 

Sanierung der Uferbefestigung

Zwei Millionen für den Hachinger Bach

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Der Hachinger Bach muss saniert werden, an einigen Stellen sogar dringend. Insgesamt bis zu zwei Millionen Euro will die Gemeinde Unterhaching investieren.

Unterhaching– Beschaulich plätschert der Unterhachinger Bach vor sich hin, von Taufkirchen kommend durch den ganzen Ort und am Landschaftspark vorbei weiter nach München-Perlach. Optisch ein Genuss, eine Oase der Ruhe nur wenige Meter abseits des Straßenlärms. Doch die Idylle hat ihre Tücken, nicht nur bei Hochwasser: Mancherlei Uferbefestigung ist grenzwertig marode, nicht alles den Kriterien der Ökologie entsprechend – das soll sich jetzt ändern: Schon 2014 startete das Projekt Bachsanierung – das Konzept hatGerd-Michael Krüger vom Echinger Ingenieurbüro Dr. Blasy/Dr. Øverland jetzt im Bauausschuss präsentiert.

Von der Brücke an der Tegernseer Landstraße bis zur Brücke an der Hachinger Haid haben die Fachleute den Hachinger Bach in vier Planungsabschnitte unterteilt und diese nochmals ins insgesamt 74 Uferabschnitte. Der Ansatz, so Krüger: „Wie kann man den Hachinger Bach nicht nur sanieren, sondern auch naturnaher gestalten und optisch aufwerten?“

Seine Bach-Analyse hat Krüger nach dem Schulnotensystem bewertet. Und für zwölf Prozent des Uferverlaufs die Note fünf vergeben, für zehn Prozent sogar eine Sechs. „Das sind dann beispielsweise nach innen kippende Mauern oder verfaulte Holzbohlen“, erläutert Krüger. „Fast ein Viertel der Uferbefestigungen sind dringend, eigentlich sofort sanierungsbedürftig.“

Krüger empfiehlt vier sogenannte Basismaßnahmen. Erstens die reine Sanierung, damit die Mauern wieder halten. Zweitens an manchen Stellen eine gestalterische und ökologische Uferaufweitung, „man kann ein bisschen die Linearität herausnehmen“. Drittens die Ufersicherung und viertens eine Aufweitung von Passagen durch Abflachung des Ufers. Dazu seien 18 Einzelmaßnahmen nötig, vom Mauerbach über Störsteine, um damit die Strömung zu beeinflussen, bis hin zu einem Sitzbereich „Amphitryon“ sowie teils unvermeidlichen Baumfällungen.

Als Beispiel für eine „geschwungene Bach-Optimierung“ nennt Krüger Ismaning, wo diverse Maßnahmen in ein gestalterisches Gesamtkonzept eingeflossen seien. Dies liegt nun auch für Unterhaching auf dem Tisch, inklusive hydraulischer Berechnungen zum Hochwasserschutz.

Eine Schwierigkeit liegt darin, dass der Hachinger Bach teilweise extrem nah an Privatgrundstücken verläuft, andererseits aber auch von Gärten aus in den öffentlichen Grund hineingepflanzt worden ist. Florian Riegel (parteilos/CSU-Fraktion) sprach im Bauausschuss an, was auch Claudia Köhler (Grüne) im Finanzausschuss forderte: „Wir müssen so schnell wie möglich mit den Anrainern sprechen und signalisieren, dass wir im Dialog sind.“ Allein wegen der bautechnischen Realisierung der diversen Maßnahmen seien viele Vorabgespräche nötig.

In diesem Kontext kam angesichts des Investitionsvolumens von zwei Millionen Euro die Frage nach einer Kostenabwälzung auf Anrainer, wie sie bei Straßensanierungen erfolgt ist, auf. Nein, das sei kein Thema, sagte Gabriele Mühl vom Bau- und Umweltamt: „Dazu müsste jemand ,Nutznießer‘ sein – bei einem Bach lässt sich das kaum definieren, deshalb sind die Kosten auch nicht umlagefähig.“ Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) ergänzte, dass die Bachsanierung ja „eine Verbesserungsmaßnahme für ganz Unterhaching“ ist. Vor allem aber, so Panzer, sei die Rechtsgrundlage „eine völlig andere“. Während der Straßenausbau über das Kommunale Abgabengesetz und entsprechende Ausbaubeitragssatzungen umgelegt werden soll, erfolgt in diesem Fall der „Vollzug des Bayerischen Wassergesetzes“. Und das sieht keine Kostenabwälzung vor.

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