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Die Trainingsstätte der Unterhachinger Fußballprofis ist von der Gemeindeverwaltung als Hort-Standort für die Schule am Sportpark (im Hintergrund) ins Gespräch gebracht worden. 

Hortsituation spitzt sich zu

Kein Platz für Kinder

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Unterhaching wächst. Und zwar rasant. Um 1000 Neubürger ist die Einwohnerzahl in den vergangenen zwei Jahren gestiegen auf nun 26 000. Das ist ein beachtlicher Zuwachs von zwei Prozent. Das Problem: In puncto Kinderbetreuung hinkt die Gemeinde arg hinterher.

Unterhaching – Für 100 Kinder gibt es nach den Sommerferien im Zweifel keinen Krippenplatz, für 44 keinen Kindergartenplatz, für 59 keinen Hortplatz. Diese Zahlen hat Thomas Portenlänger, Leiter des Hauptamts im Unterhachinger Rathaus, dem Kultur- und Sozialausschuss präsentiert. Und die Lage wird sich weiterhin zuspitzen, denn der Geburtenjahrgang 2015 ist besonders stark – nach derzeitigem Stand müsste Unterhaching nächstes Jahr 35 Kindergartenkinder mehr unterbringen als heuer.

Beim Stopfen der Betreuungslücken tut sich Unterhaching schwer. Unter anderem fördert die Gemeinde Tagesmütterprojekte in Taufkirchen und Oberhaching, bringt dort 72 Krippenkinder unter. Weil das allein nicht reicht, sollen am Oberweg eine Kinderkrippe und ein Kindergarten mit jeweils vier Gruppen gebaut werden. Wobei die Dringlichkeit auf dem Kindergarten liegt.

Neuer Hort direkt am Stadion

Für die Pläne am Oberweg gaben die Kommunalpolitiker grünes Licht, wenn auch nicht ganz ohne Murren. Dieses schwoll beim Thema Hortplätze und Mittagsbetreuung wesentlich mehr an. Denn auch hier schwebt der Verwaltung ein Neubau vor – und zwar in unmittelbarer Nähe zur Grund- und Mittelschule am Sportpark.

Diesen Teil der kontroversen Debatte hörte sich Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, höchstpersönlich an, denn die Gemeindepläne tangieren die Belange des Fußballvereins massiv. Als Hort-Standort im Gespräch sind nämlich der aktuelle Trainingsplatz der SpVgg-Profis oder der Presse- und VIP-Parkplatz direkt am Stadion. Die Grundstücke liegen praktischerweise vis-a-vis der Schule und gehören der Gemeinde. Wörtlich heißt es im Beschlussvorschlag, es könne „zu dauerhaften Einschränkungen der Zuschauerzahl im Stadion oder zu Beeinträchtigungen im Trainingsbetrieb kommen“.

Diese verzweifelt wirkende Standortsuche kam nicht gut an. Julia Mittermeier (CSU) fand es befremdlich, „einen Kiesparkplatz hernehmen zu wollen, nur weil er gerade frei ist“. Beißend scharfe Kritik an den Rathaus-Oberen um Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) übte Grünen-Chefin Claudia Köhler. „Wir hangeln uns von Jahr zu Jahr – was mir fehlt, ist ein weiter vorausblickender Masterplan.“ Auf Panzers Konter, man habe einen gewissen Masterplan, könne aber weder Bautätigkeit noch Geburtenrate voraussehen, erwiderte Köhler, es gebe „durchaus Büros, die Ihnen Gutachten zur Bevölkerungsentwicklung erstellen“. Nebenbei störte sich Bernard Maidment (FDP) an der Dauer-Argumentation, die Kita-Engpässe seien vor allem auf die Personalpolitik der kirchlicher Träger zurückzuführen: „Wenn es die nicht gäbe, hätten wir als Gemeinde das Problem.“

Wie auch immer, bei der Suche nach einem Hort-Grundstück am Sportpark waren Stadion-Parkplatz und Trainingsstätte der SpVgg Unterhaching am Ende vom Tisch: Man verständigte sich auf die Formulierung „standortoffen“.

Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema von Martin Becker

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