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Stinkendes Ärgernis

Hundeklo Stumpfwiese

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Entlang der Stumpfwiese lassen immer mehr Hundehalter die stinkenden Haufen ihrer Vierbeiner einfach liegen, anstatt sie mit den entsprechenden Hundekot-Tüten zu entsorgen. Ein Ärgernis für viele Unterhachinger. 

Unterhaching– Gut, dass E-Mails keinen Geruch verströmen. Denn wenn sie es täten, würde es ganz schön stinken in der Landkreis-Redaktion des Münchner Merkur. Dorthin sowie an die Verantwortlichen im Unterhachinger Rathaus hat unser Leser Peter Burmeister unter dem Betreff „Spaziergang durchs Hundeklo Stumpfwiese“ eine E-Mail geschickt und seinen Unmut dokumentiert mit 19 Fotos, eins ekelerregender als das andere: Hundekot in allen Variationen.

„Es ist unfassbar“, sagt Burmeister, „die Stumpfwiese – hier insbesondere die Grünstreifen an der Walter-Paetzmann-Straße – ist von Hundekot verdreckt, dass es einem schlecht wird.“ Weil er das Vorgefundene nicht beschreiben könne, habe er „als Anlage meine Anblicke beigefügt“. In seinem Ärger flüchtet sich der Unterhachinger in Goethes Gedicht „Osterspaziergang“, allerdings leicht abgewandelt – über die Natur sagt er: „Alles will sie mit Farben beleben; doch an Blumen fehlt’s im Revier, sie nimmt (nun kommt der Nicht-mehr-Goethe-Passus) Hundescheiße dafür.“ An die Adresse der Gemeinde hat Burmeister einen nachdrücklichen Wunsch ausgesprochen: „In Erwartung auf wesentliche Besserung – tun Sie bitte etwas dagegen!“

Auf Nachfrage des Münchner Merkur äußert sich auch Rathaus-Sprecher Simon Hötzl bestürzt über den gehäufen Hundekot in Unterhaching. „Es ist für mich persönlich nicht nachzuvollziehen, wie verantwortungslos so mancher Hundehalter mit den Hinterlassenschaften seines Tieres umgeht und damit andere Hundehalter, die sich an die Regeln halten, in Misskredit bringt“, sagt Hötzl. „Unsere Erfahrung zeigt zudem leider, dass gerade bei solchen Hundehaltern auch erhöhter Kontrolldruck keinen messbaren Erfolg zeitigt.“

Grundsätzlich, so heißt es im Ordnungsamt der Gemeinde, stelle jegliche Verunreinigung durch Hundekot eine Ordnungswidrigkeit dar. Allerdings gestalte sich die Ahndung der ekelhaften Verstöße aufgrund der Größe Unterhachings schwierig, da man über kein klassisches Außendienstpersonal zur Überwachung verfüge. Ein Verwarn- oder Bußgeld könne aber immer nur dann verhängt werden, wenn der Gemeinde ein konkreter Hundehalter bekannt ist. Die Gemeinde verweist darauf, dass sie durchaus präventiv tätig sei – mit den von vielen Hundehaltern genutzten Hundekottütenspendern im Orts

gebiet.

Dass eine gewisse Klientel diese bewusst ignoriert, ist ein im Rathaus bekanntes Ärgernis. Der seit 2008 angeheuerte private Sicherheitsdienst im Landschaftspark kontrolliere hierbei durchaus auch Verstöße gegen die örtliche Grünanlagensatzung. Aber auch „gute Hundehalter“ können dazu beitragen, die Bösewichte auffliegen zu lassen. Tenor aus dem Ordnungsamt: „Sollten uns Personalien von solchen Hundehaltern bekannt werden, dann scheuen wir uns ganz sicher nicht, entsprechende Sanktionen zu verhängen.“

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