+
Puzzlespiel an der Jahnschule: Der Sportplatz soll Richtung Spielplatz (im Hintergrund) rutschen, an dieser Stelle bis 2017 ein Modulbau entstehen, um steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden.

Projekt kostet 500 000 Euro

Die Jahnschule wird erweitert

  • schließen

Unterhaching -  Es besteht eine Unwägbarkeit: die Zuzügler. Wie viele neue Einwohner ziehen in den nächsten Jahren nach Unterhaching, und wie viele Kinder im Grundschulalter befinden sich darunter? Eine grobe Prognose existiert aber, und die besagt, dass die Grundschule an der Jahnstraße spätestens im Schuljahr 2017/18 zu klein sein wird. Deshalb entsteht nun für 500 000 Euro eine Erweiterung. Der Bauausschuss entschied sich für die Variante „Satellit“.

Exakt 406 Schüler, verteilt auf 17 Klassen und vier Jahrgangsstufen, werden momentan in der Jahnschule unterrichtet; nach den Sommerferien 2017 sollen es den offiziellen Schätzungen zufolge 440 sein. „Es wird knapp“, weiß Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD). „Wichtig ist deshalb, dass wir zusätzlichen Platz schaffen.“ Es geht aber nicht nur um einen weiteren Klassenraum in zwei Jahren sowie einen weiteren zum Schuljahr 2018/19, sondern auch um die Mittagsbetreuung. Die ist momentan in der ehemaligen Hausmeisterwohnung des Gymnasiums untergebracht – keine Dauerlösung.

Die Verwaltung hat eine Vielzahl an Varianten geprüft, unter anderem die Belegung von Räumen im Kubiz. Unter Abwägung aller finanziellen, organisatorischen und bedarfsorientierten Gesichtspunkte stand am Ende die Satellit-Lösung: Am nördlichen Ende des Hartplatzes, der wegen starker Wurzelbildung sowieso erneuert werden muss, soll ein Modulbau entstehen; der Sportplatz wird ein bisschen nach Süden, in Richtung Spielplatz, verschoben.

„Das ist eine geniale Lösung, denn der Satellit verschafft Flexibilität“, fand Sabine Penka, Vorsitzende der SPD-Fraktion, bei der einstimmigen Beschlussfassung im Bauausschuss. Denn auch wenn die Schülerzahlen kurzfristig nach oben klettern, würden die mittel- bis langfristig wohl wieder sinken. Und dank der günstigen Lage neben dem Kubiz könne der Modulbau dann, je nach Bedarf, anderweitig genutzt werden. Völlig kritikfrei wurde die Planung aber nicht angenommen. Gertraud Schubert (Grüne) sorgt sich, dass den Kindern Platz auf dem Pausenhof und auch mit dem sogenannten Bewegungsraum (der gestrichen werden soll) fehlt: „Das wird dann wie Käfighaltung.“ FDP-Chef Bernard Maidment bemühte sogar mit leichter Ironie Angela-Merkel-Zitate, nannte die Satellit-Variante „alternativlos“ im Sinne eines „Wir schaffen das“, mahnte aber Versäumnisse im Rathaus an, was Ortswachstum und Schülerzahlen betreffe: „Wir fahren zu sehr auf Sicht. Ich glaube, dass wir absaufen.“ Panzer griff die Vorlage auf – und verwies darauf, dass die FDP einst den Neubau der (größeren) Schule am Sportpark torpediert habe. „Dass ausgerechnet Sie sich jetzt um Platzmangel in Schulen sorgen“, sagte Panzer, „finde ich höchst amüsant.“

Martin Becker

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

An der Ahornstraße: Penny-Markt soll im April eröffnen
Unterföhring - Der Penny-Markt an der Ahornstraße in Unterföhring wird „voraussichtlich vor Ostern eröffnen“, das teilt der Geschäftsführer des Vereins für …
An der Ahornstraße: Penny-Markt soll im April eröffnen
Rückholaktion „ZruckMitDaBixn“
Unterhaching - Seit 30 Jahren ist auf Teneriffa ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Unterhaching im Einsatz - die startet jetzt die Rückholaktion „ZruckMitDaBixn“.
Rückholaktion „ZruckMitDaBixn“
Spendenrekord bei Christbaumsammelaktion
Oberhaching - So viel Spendengeld wie noch nie zuvor hat die Wählergemeinschaft Oberhaching heuer bei ihrer Christbaumsammelaktion erhalten. Nämlich 4500 Euro.
Spendenrekord bei Christbaumsammelaktion
Bankensterben in der Mediengemeinde Unterföhring
Unterföhring – Als vor anderthalb Jahren die Hypovereinsbank an der Bahnhofstraße ihre Filiale schloss, verkündete die Commerzbank gegenüber auf einem Schild sinngemäß: …
Bankensterben in der Mediengemeinde Unterföhring

Kommentare