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Karin Radl saß s eit 2014 im Gemeinderat.

Karin Radl verlässt überraschend Unterhachinger Gemeinderat

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Überraschend hat SPD-Fraktionsvorsitzende Karin Radl (48)  im Gemeinderat bekannt gegeben, dass sie das Gremium verlasse.  Differenzen mit Parteikollegen oder dem Bürgermeister  stecken nicht hinter der Entscheidung.

Unterhaching – Überraschend hat SPD-Fraktionsvorsitzende Karin Radl (48) am Mittwochabend im Gemeinderat bekannt gegeben, dass dies ihre letzte Sitzung sei und sie das Gremium verlassen werde. „Der Schritt fällt mir unheimlich schwer, weil da mein ganzes Herzblut drinsteckt. Aber ich schaffe das zeitlich einfach nicht mehr“, begründet Radl.

Seit 2014 sitzt Radl für die SPD im Gemeinderat, seit Januar 2017 ist sie auch als Nachfolgerin von Sabine Penka Vorsitzende der elfköpfigen SPD-Fraktion im Gemeinderat. „Als ich 2014 kandidierte für den Gemeinderat arbeitete ich noch in Teilzeit, hatte so immer genügend Luft, um mich auf die Sitzungen vorzubereiten. Doch seit zwei Jahren habe ich wieder eine volle Stelle bei der Bank mit Leitungsfunktion und Personalverantwortung“, berichtet Radl. Sie sei eine Perfektionistin, die alles immer so gut wie irgendwie möglich machen will. „Als gewählte Gemeinderätin ist es meine Pflicht, gut vorbereitet in jeder Sitzung zu sein. Es gibt leider Gemeinderatskollegen, die gehen lieber zum Fußball oder kommen nur jedes dritte Mal, weil sie keine Lust haben – das ist nicht mein Ding.“ Gleichzeitig gebe es aber bei ihrem Arbeitgeber regelmäßig kurzfristige Abend-Termine, die sie schon mal absagen könne zugunsten des Gemeinderats. „Aber das geht eben nicht jedes Mal – und so musste ich mich entscheiden: Job oder Ehrenamt mit Taschengeld.“

Es habe weder in der SPD-Fraktion noch mit Bürgermeister Wolfgang Panzer oder mit der SPD-Ortsvorsitzenden Sabine Schmierl, mit denen sie beide privat eng befreundet sei, irgendwelche Differenzen gegeben als Anlass für ihren Rückzug. Die Entscheidung sei ihr, so Radl, emotional sehr schwergefallen, weil ihr die Aufgabe als Kommunalpolitikerin immer sehr wichtig gewesen sei. „Aber es geht jetzt einfach nicht mehr, daher war die März-Sitzung auch meine letzte im Gemeinderat“, sagt Radl. Die SPD berate nun intensiv, wer für sie nachrücken und wer Fraktionsvorsitzende werden soll. Vorläufig würden ihre beiden Stellvertreter Harald Nottmeyer und Monika Kormann-Lassas die Fraktion führen. „Die waren ja alle von meiner Entscheidung, die ich erst vor wenigen Tagen dem Bürgermeister mitgeteilt habe, überrascht. Jetzt werden sie in Ruhe beraten, wie es personell weitergeht.“ 

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