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Der Wirtschaftsstandort Unterhaching boomt

Haushalt

Rekord: Unterhaching kratzt an der 100-Millionen-Marke

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Mit neuen Höchstwerten stellt der Haushalt der Gemeinde Unterhaching für 2019 gleich vier Rekorde auf.

Unterhaching– So hoch wie noch nie zuvor sind die Einnahmen aus Gewerbesteuer (26,3 Millionen Euro) und Einkommenssteuer (22,2 Millionen Euro). Die Kehrseite dieses Booms: Die an den Landkreis München abzuführende Kreisumlage beträgt heuer 19,9 Millionen Euro – ebenfalls ein neuer Spitzenwert. Das gilt auch für den Unterhachinger Haushalt an sich, der an der Marke von 100 Millionen Euro kratzt – Verwaltungshaushalt und Vermögenshaushalt summieren sich auf 99,1 Millionen Euro.

In dem vom Gemeinderat einstimmig verabschiedeten Zahlenwerk sieht Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) „den ungebrochenen Erfolg des Wirtschaftsstandorts Unterhaching“. Was ihn „mit großem Stolz“ erfüllt: dass Unterhaching all die Herausforderungen ohne neue Kreditaufnahmen stemmt. Insgesamt sei die Kommune „bestens gerüstet für die Zukunft“. Die „positive finanzielle Entwicklung“ verschaffe ihm als Bürgermeister „Spielräume, um die Lebensqualität für die Bürger zu sichern und auszubauen“.

Den größten Batzen im Finanzplan bis 2022 machen die Investitionen in den Kita-Ausbau aus: Über 16 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Allein 2019, wenn mit dem Bau vom „Kindergaus plus“ begonnen wird, betragen die Kosten für die Kinderbetreuung 7,1 Millionen Euro. 31 Prozent vom Vermögenshaushalt fallen auf der Ausgabenseite für den Sektor Schulen, Kinder und Jugend an – die Gegenfinanzierung erfolgt über einen tiefen Griff in die eigenen Rücklagen: Aus denen müssen diesmal 13,9 Millionen entnommen werden. Viel Geld kosten auch die Förderung von Kultur und Sport sowie die soziale Sicherung im Seniorenbereich.

Aber auch über 2022 hinaus stehen kostspielige Vorhaben auf der Agenda. Dazu zählen die vorerst verschobene Weiterentwicklung des Baubetriebshofs sowie, bei weiterem Bevölkerungswachstum besonders wichtig, die Sicherstellung einer nachhaltigen Wasserversorgung.

„Unserer sehr guten Einnahmesituation stehen massive Ausgaben gegenüber“, mahnte Christine Helming (Grüne), die den Haushalt insgesamt aber als „absolut seriös“ bewertete. In diesem Kontext wertete es der SPD-Finanzreferent Peter Wöstenbrink als richtig, den von einer Bürgerinitiative geforderten Lärmschutzwall 2018 abgelehnt oder die Stadionsanierung an die SpVgg Unterhaching delegiert zu haben. „Wir tun gut daran, unsere Ausgaben sorgfältig abzuwägen und bei unverhältnismäßigen Anforderungen auch mal ,Nein‘ zu sagen, um uns nicht zu überheben“, betonte Wöstenbrink. Christian Dollinger (CSU) sah dies ähnlich – er mahnte „Haushaltsdisziplin“ an und dass „effizienter Mitteleinsatz absoluten Vorrang“ haben müsse. Als Beispiel nannte er das „Kinderhaus plus“, dass auf Antrag der CSU in einem Zug gebaut und damit eine Million Euro günstiger wird.

Derweil kritisierte Florian Riegel (FDP) die hohe Rücklagenentnahme: „2020 werden der neu gewählte Gemeinderat und Bürgermeister sich keine Gedanken über neue Projekte machen müssen, weil der Sparstrumpf der Gemeinde Unterhaching dann leer ist.“

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