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So soll die Wertstoffsammelstelle garantiert nicht aussehen.

Werstoffsammelstelle für knapp 200.000 Euro

Luxus-Müllhäuschen soll Blickfang werden

  • vonAndreas Sachse
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Für den Preis einer Eigentumswohnung plant das Rathaus am Oberweg ein Müllhäuschen de luxe. Dass in das zeitgleich verabschiedete Klimaschutzprogramm der Gemeinde deutlich weniger Mittel fließen sollen, stößt nicht nur den Grünen sauer auf.

Unterhaching – Eine neue Wertstoffsammelstelle spaltet die Gemüter. Für den Preis einer Eigentumswohnung plant das Rathaus am Oberweg ein Müllhäuschen de luxe. Dass in das zeitgleich verabschiedete Klimaschutzprogramm der Gemeinde deutlich weniger Mittel fließen sollen, stößt nicht nur den Grünen sauer auf.

Auch die CSU tat sich mit den Plänen schwer. Noch im Bauausschuss am vergangenen Dienstag und dem darauf folgenden Hauptausschuss stand die Fraktion geschlossen gegen das durchaus ambitionierte Vorhaben des Rathauses.

Mittlerweile hat sich das Stimmungsbild gewandelt. Den in der Vorwoche noch beklagten Mangel an detaillierten Informationen glich das Rathaus im Gemeinderat aus. Die Fraktion schwenkte daraufhin um, ist seitdem wieder einverstanden. Man habe eingangs Schwierigkeiten gehabt bei dem Gedanken, den Hachingern verständlich zu machen, für den Preis einer Eigentumswohnung ein Müllhäuschen zu errichten, warb Fraktionschef Korbinian Rausch um Verständnis für die ursprüngliche Veto-Haltung. „Inzwischen können wir guten Gewissens zustimmen.“

Das gute Gewissen der CSU rührt aus den detailreichen Informationen, die Stefan Lauszat, Bereichsleiter Ortsentwicklung, dem Gemeinderat antrug. Informationen, die in den vorausgehenden Ausschusssitzungen nicht zugänglich waren.

Das Portfolio an Wertstoffsammelstellen in Unterhaching soll um eine zusätzlich Anlaufstelle ergänzt werden. Auf den erworbenen Flächen am Oberweg plant die Gemeinde einen viergruppigen Kindergarten und eine ebenso große Krippe. An die angrenzende Wertstoffsammelstelle stellt das Rathaus hohe Anforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit, Praktikabilität und Robustheit. „Vandalismus ist ein Thema in Unterhaching“, konstatierte Lauszat. Verluste schlagen sich auf die Müllgebühren nieder.

Bitte kein miefiges Müllhaus

Vor allem soll die Sammelstelle nicht als miefiges Müllhaus erlebt werden. Um so länger die Leute sich in der Wertstoffsammelstelle aufhalten, desto genauer trennen sie ihren Müll. „Wir wollen keinen Angstraum schaffen, aus dem man so schnell wieder raus will.“ Die an städtebaulich prominenter Stelle im Nordosten des Grundstücks an der Einfahrt zum Kinderhaus Plus gelegene Wertstoffsammelstelle soll stattdessen als „Blickfang“ dienen. In die Gestaltung der Sammelstelle investiert das Rathaus eine Stange Geld. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass uns die Geschichte grad dort eingeholt hat, wo wir versucht haben, etwas günstiger zu bauen.“

Arbeiten beginnen im Frühjahr

Alles in allem kostet die Wertstoffsammelstelle die Gemeinde 190 000 Euro. Die Arbeiten sollen kommendes Frühjahr beginnen und im Herbst abgeschlossen sein.

Wegen der Konstruktion aus Stahlbeton ist die Anlage für die Grünen nicht zeitgemäß. Beton sei weltweit der größte Klimakiller, rügte Stefan König. Alternative Varianten hätten geprüft werden müssen. Holz beispielsweise oder Stahl. Fraktionskollege Armin Konetschny hält die Anlage zudem für zu weit abgelegen. Konetschny ahnt eine Art „Müll-Drive In“. Die Hachinger würden Wertstoffe am Wochenende mit dem Auto zur Sammelstelle chauffieren. Mit Nachhaltigkeit habe das dann nichts zu schaffen.

Gegen die Stimmen der Grünen und eines Christsozialen segnete der Gemeinderat die Pläne ab.

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