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Die Spedition „Umzüge Forstner“ muss weichen, wenn das Hotel-Projekt der Kette Marriott realisiert wird. 

„Solche Flächen sind rar in Unterhaching“

Investoren aus dem Ruhrgebiet verdrängen Einheimische: Hotelkette statt Traditionsfirma

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Hotelprojekt statt alteingesessenes Umzugsunternehmen: Im Gewerbegebiet am Grünwalder Weg bahnt sich ein Wechsel an, den die Beteiligten unterschiedlich bewerten.

Unterhaching168 Zimmer mit 336 Betten, ein paar davon behindertengerecht, 57 Kfz- und 28 Fahrradstellplätze, fünf E-Lade-Stationen, rund 25 neue Arbeitsplätze: Diese Eckdaten stellten Norbert Ottawa und Peter Sasnauskas von der Ottawa ManagementConsult GmbH aus Mühlheim an der Ruhr dem Unterhachinger Bauausschuss vor.

Ein Moxy-Hotel soll entstehen

Die Firma aus Nordrhein-Westfalen fungiert als Wegbereiter für die derzeit weltgrößte Hotelkette – hinter dem Vorhaben steckt der amerikanische Konzern Marriott, der sich das Grundstück am Grünwalder Weg 10 als geeigneten Standort für einen seiner Ableger auserkoren hat: Ein Moxy-Hotel soll dort entstehen. „Das wird ein Business-Hotel, das am Wochenende auch ein bisschen Touristik macht. Drei Sterne plus, ohne sonderliche Gastronomie“, erläuterten Ottawa und Sasnauskas das Konzept. Der Pachtvertrag soll über einen Zeitraum von 20 Jahren abgeschlossen werden.

Spedition ist seit 45 Jahren in Unterhaching - jetzt droht das Aus

Für den Grundstückseigentümer ist es natürlich lukrativer, das 5500 Quadratmeter große Areal an einen internationalen Hotel-Konzern zu vermieten statt an eine heimische Spedition; derzeit ist dort, zwischen Sport-Center Stefan und dem Lidl-Markt, „Umzüge Forstner“ ansässig. „Leider muss wohl ein lokales Umzugsunternehmen, das seit 45 Jahren in Unterhaching ist, weichen. Wir würden gern bleiben, haben aber schon die Kündigung bekommen“, sagt Juniorchef Markus Forstner auf Nachfrage des Münchner Merkur. Er suche nun Lagerhallen mit rund 500 Quadratmetern Größe, doch Rathaus-Sprecher Simon Hötzl kann der Spedition nur wenig Hoffnung machen: „Solche Flächen sind rar in Unterhaching.“

Den Weg für das Hotelprojekt in U-Form haben die Kommunalpolitiker jedenfalls geebnet. Knackpunkt war eine Befreiung vom Bebauungsplan, denn auf der Nordseite sollen vier statt der zulässigen drei Vollgeschosse entstehen. Ein „ganz offenes Wort“ hob Ottawa im Bauausschuss hervor: „Ohne dieses vierte Obergeschoss wäre der Standort für die Hotelkette nicht interessant.“ Eine Vorgabe, mit der die Kommunalpolitiker sich arrangierten. „Das passt irgendwie schon in die Landschaft“, formulierte Dieter Senninger das Credo der SPD.

Giebeldach „fürs bayerische Herz“

Grünes Licht also für Hotelneubau und Überschreitungen des Bebauungsplans, nun geht es nur noch um Details. Beispielsweise, ob fünf E-Lade-Stationen im Sinne der Energiewende nicht zu wenig sind, wie Franz Felzmann (CSU) mutmaßte. Dieter Wöstenbrink (SPD) sorgte sich um den Lieferverkehr und ob die Müllabfuhr auf dem Gelände – es wird nur oberirdische Parkplätze geben – genug Platz zum Rangieren hat. Eine gestalterische Geschmacksfrage ist das Giebeldach, das aus dem vierten Vollgeschoss herausragen soll. „Das ist fürs bayerische Herz, oder?“, fragt Felzmann und meldete Zweifel an diesem stilistischen Gag an: „Oberammergau bekommen Sie trotzdem nicht her.“

Der Bauantrag ist genehmigt, die Investoren lassen keine Zweifel daran, das Projekt durchziehen zu wollen: Für die erste drei Jahre sei eine „sehr gute Belegungsquote“ von 65 Prozent prognostiziert. Für „Umzüge Forstner“ steht wohl ein Umzug bevor.

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