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Für rund zehn Millionen Euro wird das KWA-Wohnstift in Unterhaching modernisiert. 

KWA Wohnstift Unterhaching

Neues Pflegekonzept verunsichert Angehörige

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Das KWA-Wohnstift am Parksee in Unterhaching investiert zehn Millionen Euro in eine umfassende Modernisierung. Was auf den ersten Blick schön klingt, verunsichert einige Angehörige. Denn: Dahinter steckt zugleich ein neues Pflegekonzept.

Unterhaching – Seit 1984 ist das Wohnstift am Parksee in Betrieb, jetzt soll es „zukunftsfest“ gemacht werden, wie es in einer Pressemitteilung des KWA (Kuratorium für Wohnen im Alter) heißt. Man schaffe „neue Stiftswohnungen, neue Sorgestrukturen“ und führe eine „umfassende Modernisierung“ durch, biete ab 2021 „Tagespflege für Unterhaching“ an. Der Bauantrag für entsprechende Um- und Anbauten ist nun genehmigt worden.

Angehörige vermuten „Verschleierungstaktik“

Eine Gruppe „besorgter Angehöriger von Pflegebedürftigen“ sieht die Neuerungen mit großer Skepsis. In einem Schreiben an den Münchner Merkur monieren die Angehörigen, dass unter dem Deckmantel von „Modernisierungsmaßnahmen“ in Wirklichkeit eine „totale Umkonzeptionierung der Pflegestruktur“ stattfinde. Das KWA praktiziere eine „Verschleierungstaktik“, schreiben die betroffenen Angehörigen. Sie fürchten, dass über 90 Jahre alte Senioren aus der stationären Pflege zugunsten der künftigen Tagespflege in andere Heime verlegt werden sollen und so aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen würden. Die „luxuriöse Umgestaltung“ führe zudem dazu, „dass sich die finanzielle Lage der in diesem Seniorenwohnstift verbleibenden Bewohner stark dramatisiert, da nun Miete, ambulante Pflege und Tagesbetreuung einzeln anfallen“.

KWA nimmt Stellung

In der aktuellen Pressemitteilung des KWA heißt es dazu: „Für Bewohner der derzeit noch belegten Pflegezimmer hat KWA passende Lösungen gefunden und persönlich besprochen, sodass auch ihre Pflege weiterhin gesichert ist.“

Dieser Hinweis ist dezent eingebettet in eine Flut von Informationen, mit denen KWA die Umkonzeptionierung anpreist und indirekt die Sorgen der Angehörigen bestätigt. So seien „umfassende Sanierungs- und Umbaumaßnahmen“ (unter anderem mit Wellnessbadezimmer sowie neuen Räumen für Massage, Kosmetik und Sport) die Basis für das „neue KWA-Pflegekonzept“, für das es „ein ganzes Bündel an Maßnahmen“ gebe. Im Kern geht es darum, die Tagesbetreuung auszubauen sowie eine Tagespflege für circa 22 Menschen zu schaffen. Weil man wisse, „dass sich die allermeisten älteren Menschen wünschen, bei Unterstützungsbedarf in ihrer eigenen Wohnung ambulant gepflegt zu werden und die einzelnen Bausteine der Pflege individuell wählen zu können“.

Das soll sich ändern

Die Stiftswohnungen sind seit Jahren voll belegt, ihre Zahl soll sich von derzeit 109 auf voraussichtlich 141 erhöhen. Elf Wohnungen sind gedacht für eine „intensivere Begleitung und Pflege“, beispielsweise nach einem Klinikaufenthalt oder zur Rekonvaleszenz. Reha-Maßnahmen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Pflege oder Logopädie können laut KWA nach Abschluss der Umbauarbeiten direkt im Haus geleistet werden.

„Damit ist eine topmoderne Versorgung, Betreuung und Pflege im Stift gesichert, auch bei einer intensiven Pflegebedürftigkeit“, betont das KWA, sagt aber auch: „So können die bisherigen sogenannten Pflegezimmer aufgegeben werden.“ Genau dieser Punkt eben macht manchen Angehörigen Angst: „Wir befürchten, dass hauptsächlich wirtschaftliche und weniger soziale Aspekte berücksichtigt werden.“

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