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Nun schon 14 Tote in Unterhachinger Pflegeheim - mit oder durch Corona?

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Von: Martin Becker

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Im Erdgeschoss des Seniorenheims St. Katharina Labouré in Unterhaching, auch in diesen Containern, ist die Quarantäne-Station eingerichtet. © St. Katharina Labouré

Das Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Pflegeheim St. Katharina Labouré ist schlimmer, als bisher bekannt. Mittlerweile sind 14 infizierte Senioren gestorben.

Unterhaching – „Ihr Tod schmerzt sehr“: Das sagt Claus Peter Scheucher, Generalökonom im Pflegeheim St. Katharina Labouré in Unterhaching, wo in Zusammenhang mit dem Coronavirus inzwischen 14 Bewohner gestorben sind. Nach dem Bekanntwerden der ersten vier Todesfälle vor zweieinhalb Wochen hat sich die Sterberate inzwischen deutlich erhöht. Angehörige von Bewohnern sprechen in einer E-Mail an den Münchner Merkur von einem „Infektionsdebakel“ und „unfassbarem Versagen der Verantwortlichen“. Diese weisen die Vorwürfe zurück.

Die Todesopfer hatten Vorerkrankungen

Die 14 Todesfälle bestätigt Claus Peter Scheucher ohne Umschweife. „Jeder einzelne Fall ist furchtbar“, sagt der Generalökonom. „Fairerweise“, fügt er hinzu, müsse man aber berücksichtigen, dass die Verstorbenen „im Alter zwischen 79 und 99 Jahren schon vor Corona starke gesundheitliche Einschränkungen hatten“. Es stehe die Frage im Raum, ob die Bewohner „mit Corona oder an Corona gestorben sind“. Zur Einordnung verweist Claus Peter Scheucher auf die Influenza-Welle 2015, in deren Sog es damals 25 Todesfälle gegeben habe. „Manchmal sind Menschen eben schwersterkrankt, dann kommt irgendetwas hinzu und bringt die letzte Stunde.“

Aktuell also primär das Coronavirus. Damit sind aktuell 20 Bewohner infiziert – 17 von ihnen sind im Erdgeschoss untergebracht, wo das Pflegeheim eine interne Quarantäne-Station eingerichtet hat, teils auch in Containern, die eigentlich für die Umbauphase gedacht waren. Drei positiv getestete Bewohner befinden sich nach Auskunft von St. Katharina Labouré im Krankenhaus. Immerhin, bei 35 Bewohnern verlief der Corona-Test negativ.

34 Infektionen im Pflegepersonal

Aber auch das Pflegepersonal ist tangiert, 34 Mitarbeiter wurden seit dem ersten Verdachtsfall im März positiv getestet, 18 von ihnen gelten mittlerweile wieder als genesen und sind zurück im Dienst.

„Wir verstehen, dass die Angehörigen nervös sind“, sagt Claus Peter Scheucher. Auf deren vorwurfsvolle Frage, ob man zu spät reagiert habe, entgegnet er entschieden: „Nein, haben wir nicht.“ Man sei in puncto Schutzmaßnahmen „früh dran gewesen“ in Unterhaching; schon bevor das Robert-Koch-Institut die Risikolage Anfang April hochgestuft habe. „Aber wenn das Ding mal drin ist...“, sinniert der Generalökonom.

Jenseits von Tests heißt es in einer internen Mitteilung an die Angehörigen zum Krisenmanagement: „Alle Mitarbeitenden erhalten regelmäßige Hygieneschulungen. Schutzmasken sind vorhanden, Schutzkittel sind knapper, aber auch vorhanden. Wir werden regelmäßig vom Katastrophenschutz mit Material beliefert und können zusätzlich kongregationsintern die Nachversorgung mit Schutzmaterial aus unserem eigenen Bestand sicherstellen.“

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Kontaktverbot als zusätzliche emotionale Belastung

Trotz all dieser Maßnahmen, so Claus Peter Scheucher, bleibt in der Praxis ein Problem: das des behördlich angeordneten Kontaktverbots, das Angehörige und Bewohner gleichermaßen emotional belaste. Um das Besuchsverbot im Pflegeheim ein wenig zu entspannen, arbeite man derzeit an Möglichkeiten der Kontaktaufnahme im Garten – dort seien, mit Abstand natürlich, Besuche denkbar, „damit die Familien sich sehen können“. Details stehen aber noch nicht fest. „Oberste Prämisse“, sagt Claus Peter Scheucher, „muss es bleiben, den Schutz für alle aufrechtzuerhalten.“

Für Angehörige hat das Pflegeheim zudem ein Infotelefon eingerichtet: Von Montag bis Donnerstag, jeweils zwischen 10 und 12 Uhr, gibt Franziska Lachner Auskunft unter Tel. 089 / 514 10 52 62.

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