So leer wird das Freibad in Unterhaching am 1. Juli nicht mehr sein. Aber den üblichen Besucherandrang wird die Gemeinde verhindern müssen.
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So leer wird das Freibad in Unterhaching am 1. Juli nicht mehr sein. Aber den üblichen Besucherandrang wird die Gemeinde verhindern müssen.

Das plant die Gemeinde

Online-Tickets und drei „Zeitzonen“:  Freibad Unterhaching im Corona-Modus

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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In eineinhalb Wochen, am 1. Juli, öffnet das Freibad Unterhaching. Allerdings unter „Pandemie-Bedingungen“, an denen im Detail noch gefeilt wird.

Unterhaching – Bis zur 7500 Besucher drängen sich an einem Sommer-Spitzentag normalerweise im weit über die Ortsgrenzen hinaus beliebten Unterhachinger Freibad, aber jetzt, in Zeiten der Corona-Restriktionen, ist alles anders: Ab Mittwoch, 1. Juli, soll das Freibad geöffnet werden. Allerdings nur für einen Bruchteil der sonst üblichen Besucherzahl. Wie der Ansturm koordiniert werden soll, dies diskutierten jetzt die Kommunalpolitiker im Finanzausschuss.

Nur 10 bis 20 Prozent des üblichen Besucherandrangs darf rein

20 Quadratmeter pro Badegast stehen zur Verfügung, ab dem 22. Juni könnte der Wert gesetzlich halbiert werden. Ob aktuell 630 oder eventuell 1260 Besucher, klar ist: Im Vergleich zu sonst dürfen nur zehn bis 20 Prozent an Personen ins Freibad. Wie also managt Unterhaching diese Diskrepanz?

Im Haupt- und Finanzausschuss sollte das komplexe Thema hinter verschlossenen Türen behandelt werden, doch die neue Übermacht aus Grünen und CSU erzwang die öffentliche Diskussion. Die dauerte anderthalb Stunden – und ist noch nicht zu Ende.

Drei „Zeitzonen“ über den Badetag

Im Tenor, vom Gemeinderat am 24. Juni noch zu beschließen, wird es so sein, dass es in dieser „Pandemie-Saison“, wie Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) es formulierte, zeitlich ein Drei-Zonen-Modell gibt. Aufgeteilt in die Frühschwimmer (8 bis 9.30 Uhr) und die Abendschwimmer (18.30 bis 20 Uhr) sowie für die Tagesnutzung (10.30 bis 17.30 Uhr).

Tickets müssen online gekauft werden

Eine Kernfrage lautet: Wie lässt sich die maximal mögliche Besucherzahl am effizientesten kontrollieren? Fürs Früh- und Abendschwimmen sind jeweils höchstens 50 Wassersportler zulässig; diese Karten sollen manuell an der Kasse ausgegeben. Statt analog erfolgt die Buchung der 630 (oder 1260) Plätze im Hauptbetrieb dagegen digital: E-Tickets müssen vorab online gekauft und per PayPal gezahlt werden.

Langsam auftauchen: Freibad-Öffnungen im Landkreis München

Den Grünen und der CSU erscheint das System im Hauptbetrieb und zu wenig flexibel. Beide Parteien plädierten für „kleinere Zeitzonen“ und ein „rollierendes Zwei-Stunden-Modell“, um die Freibadnutzung möglichst gerecht zu verteilen.

Eine nette Idee, die in der Praxis aber nicht umsetzbar sei, wie Michael Trautwein, im Rathaus für die Sportanlagen und das Freibad verantwortlich, erläuterte. Erstens müsse man dann im Zwei-Stunden-Tag das Freibad räumen, was sich kaum realisieren lasse. Zweitens sei das veraltete Kassensystem auf die Schnelle nicht für diese Anforderung umrüstbar.

Das Kassenpersonal führt eine Strichliste

Faktisch soll es nun so laufen: Die Online-Buchung vorab wird limitiert, damit niemand das Freibad blockieren kann. Ist die maximale Besucherzahl erreicht, zählt das Kassenpersonal per Strichliste jeden, der das Freibad verlässt – zeitnah wird dann das Online-Kontingent für Spontanbesucher erhöht. Eine Ausweisung der freien Plätze mit grünen und roten Ziffern, wie aus Parkhäusern bekannt, sei frühestens 2021 technisch möglich.

Eine rege Diskussion gab es auch um die Preisstruktur. Keine Umkleiden, keine warmen Duschen – weniger Service, weniger Eintritt: So hatte die Gemeinde kalkuliert und zwei Euro im Haupt- und ein Euro im Randbetrieb angedacht; bisher kostete das fünf bzw. drei Euro. „Zu günstig“, fand Michael Durach (CSU): Ein im Vergleich zu sonst viel leereres Bad biete einen hohen Mehrwert, der müsse honoriert werden. Nun soll der Eintritt in allen Zeitzonen drei Euro für Erwachsene und ein Euro für Kinder kosten. 

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