+
Eine Szene aus d em Stück „Nicht vom Bad reden“. Es geht um einen Badearzt, der herausfindet, dass das Wasser durch die Fabriken im Ort die Menschen krank macht. 

Unterhachinger Schüler inszenieren gesellschaftskritisches Theaterstück

  • schließen

Den Titel haben sie sich selbst ausgedacht: „Nicht vom Bad reden“, heißt das neue Stück, das vom Mittelstufen-Theater des Lise-Meitner-Gymnasiums Anfang nächster Woche in Szene gesetzt wird. Das Drama ist angelehnt an den Volksfeind von Henrik Ibsen.

Unterhaching – Es handelt sich um ein Experiment, denn erstmals werden ausschließlich Schüler für die Inszenierung verantwortlich sein, auch für die Regie. Theaterleiterin Ursula Honisch hatte die Aufgabe vertrauensvoll in die Hände von Felix Hartmann (17) und dessen zwei Kollegen Robin Waldenburg (18) sowie Moritz Remuta (17) gelegt. Hartmann hatte sich bereits als Regie-Assistent unersetzlich gemacht und ist im Metier seit der 6. Klasse fest verwurzelt. Warm-Up, Szenenproben, das alles fand längst unter seiner Leitung statt.

Also übernahmen die drei die Leitung der verwaisten Truppe und hatten viel Spaß bei der Arbeit. Zunächst hatten sie das fliegende Klassenzimmer, ein leichteren Stoff, im Auge. Aber dann sollte es doch wieder sehr tief gehen wie bereits im vergangenen Jahr mit der „Perlmutterfarbe“. Das Regieteam fragte auf der Schulhaustreppe Ursula Honisch: „Sicherheit oder Risiko?“ Das zweite, man wächst an seinen Herausforderungen.

Ein Umweltskandal

Die jungen Regisseure und die Schauspieler wollten etwas, das aus dem Schulkosmos hinausgeht: Dieses Kriterium ist mit der Stückauswahl fraglos erfüllt. Es handelt von einem Kurort, der vom Tourismus lebt. Der Badearzt findet heraus, dass das Wasser im Becken durch die Fabriken im Ort die Menschen krank macht. Als er seine Erkenntnis publizieren will, kommen schnell Bedenken auf. Die Wirtschaft des Ortes würde darunter leiden. Schließlich wenden sich alle Bewohner gegen den Arzt, diffamieren und isolieren ihn. Sie wollen ihn zwingen, die Missstände zu verschweigen und seine Aussagen zu widerrufen. Der Chor schreit ihn auf der Bürgerversammlung nieder mit den Worten: „Nicht vom Bad reden.“ Er will die Wahrheit erzählen, doch dazu kommt er nicht. Er wird stattdessen zum Volksfeind erklärt.

Ganz eigene Interpretation

Seit den Weihnachtsferien arbeitet die Gruppe an dem Stück. Die Grundhandlung wurde übernommen, kleine Änderungen vorgenommen. Felix Hartmann: „Das Schöne ist, dass die Schüler sich gedanklich eingebracht haben.“ Das Stück wurde umgeschrieben, gekürzt und für die Schulaufführung tauglich gemacht. Das ist die wichtigste Aufgabe, findet Robin Waldenburg. Teilweise wurden Figuren herausgestrichen, die dem Team überflüssig erschienen. Außerdem erfanden sie Rollen hinzu: Vier Bürger berichten exklusiv den Stand des aktuellen Geschehens und kommentieren dazu. Außerdem modernisierte die Truppe die Sprache noch ein wenig. Ein paar Jugendliche übersetzen das Gesagte in einen Slang.

Außerdem hat die Requisite einen Gegenstand mehr. Auf dem Flohmarkt der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof kauften sie einen edlen Stab, der im Stück dem Stadtrat gehört. Von der Gemeinde besorgten sich die Schüler einen Bauzaun, der gegen Ende wichtig wird. Der Badearzt mit seiner Familie wird hier eingekesselt.

Die intensiven Proben lassen eine erfolgreiche Premiere erhoffen. Ursula Honisch hat sich bereits Teile angesehen und war angetan vor allem vom Zusammenspiel des Ensembles und des Regieteams: „Eine sehr angenehme Atmosphäre.“ Die Schauspieler haben ihre Rollen verinnerlicht, das konnte die erfahrene Lehrerin in den einzelnen Szenen bereits sehr gut erkennen.

Premiere am Montag

Das Stück „Nicht vom Bad reden“, angelehnt an Henrik Ibsens „Volksfeind“ wird am Montag/Dienstag, 16./17. Juli, um 19 Uhr im Lise-Meitner-Gymnasium aufgeführt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jetzt live: CSU-Ministerin Schreyer, FDP-Promi Markwort und SPD-Spitzenkandidatin Kohnen auf dem Podium
Am 14. Oktober wählen die Bayern einen neuen Landtag. Mit Spannung wird daher eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion in Taufkirchen erwartet. Merkur.de überträgt …
Jetzt live: CSU-Ministerin Schreyer, FDP-Promi Markwort und SPD-Spitzenkandidatin Kohnen auf dem Podium
Vierfach-Crash zwischen Feldkirchen und Riem: Ottendichler Straße gesperrt
Ein Autofahrer hat für eine Vollsperrung der St 2082, Zufahrt zur Autobahnauffahrt Feldkirchen West, gesorgt. Und kam selbst glimpflich davon.
Vierfach-Crash zwischen Feldkirchen und Riem: Ottendichler Straße gesperrt
Am Isarhang vom Rad gestürzt: Münchner verletzt sich schwer
Bei einem Sturz von seinem Pedelec hat sich ein 53-jähriger Münchner am Dienstagnachmittag in Pullach schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen zugezogen.
Am Isarhang vom Rad gestürzt: Münchner verletzt sich schwer
Neue Uni-Wohnkaserne könnte Vorbild für ganze Bundeswehr sein
In der Bundeswehr-Uni in Neubiberg wurden fünf neue Wohnkasernen eingeweiht. Sie könnten Vorbild für das Heer in ganz Deutschland sein.
Neue Uni-Wohnkaserne könnte Vorbild für ganze Bundeswehr sein

Kommentare