Platzt aus allen Nähten: Die erst 2014 eröffnete Grund- und Mittelschule am Sportpark in Unterhaching soll erweitert werden.
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Platzt aus allen Nähten: die erst 2014 eröffnete Grund- und Mittelschule am Sportpark.

7,7 Millionen Euro soll Anbau kosten

Schule am Sportpark: Vor sechs Jahren eröffnet, jetzt schon zu klein

  • vonAndreas Sachse
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Anfang 2014 wurde die Grund- und Mittelschule am Sportpark in Unterhaching eröffnet. Jetzt platzt sie aus allen Nähten. Um die Raumnot zu beseitigen, hat sich der Sozialausschuss der Gemeinde jetzt für einen Anbau entschieden.

Unterhaching – Die Grund- und Mittelschule am Sportpark in Unterhaching soll erweitert werden. Schon heute fehlen dort Klassenzimmer. Das Problem wird sich in den kommenden Jahren verstärken. Zu dieser Erkenntnis ist jetzt der Sozialausschuss der Gemeinde gelangt. Die 32 Klassenzimmer reichen inzwischen nicht mehr aus, um den Raumbedarf zu decken. Um über die Runden zu kommen, hat die Schulleitung mittlerweile zwei Förderzimmer für den Regelunterricht geöffnet. Bei jeweils nur 50 Quadratmeter geht es dort recht beengt zu.

Raumnot im Schuljahr 2023/24 am größten

Laut der der Rathausverwaltung vorliegenden Fünf-Jahres-Statistik werden sich die Zustände verschlimmern. Ab 2020/21 fehlen bereits vier Klassenzimmer. Im Jahr darauf sind es fünf. Der vorläufige Höhepunkt wird 2023/24 mit sechs fehlenden Klassenzimmern erreicht. Im darauffolgenden Jahr sollen der Schule noch immer fünf Klassenzimmer abgehen.

Nachdem die Grundschule an der Jahnstraße zuletzt ausgebaut worden ist, ist nun die Sportpark-Schule an der Reihe. Dem Vorschlag der Verwaltung, die Schule bis 2023 für 7,7 Millionen Euro durch einen Anbau zu erweitern, schloss sich der Ausschuss einstimmig an. Den endgültigen Beschluss fasst der Gemeinderat kommende Woche. Vorgesehen ist, der Mittagsbetreuung im Erdgeschoss sowie im Untergeschoss des Anbaus Räume zu schaffen. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind jeweils vier neue Klassenzimmer geplant. Ein Architekturbüro ist mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt worden.

Nachhaltiges Bauen als Maßgabe

Die Baumaßnahmen gehorchen den Vorgaben der Nachhaltigkeit, auf die sich das Rathaus in den zurückliegenden Jahren verständigt hat. „Wir bauen ressourcenschonend“, ließ Rathaus-Sprecher Simon Hötzl auf Merkur-Nachfrage wissen. Spätere Generationen sollen sich nicht mit belasteten Materialien herumplagen müssen, wenn die Schule irgendwann saniert werden muss oder gar abgebrochen werden soll, erläuterte er.

Die Grundschule an der Jahnstraße hat wohl ausreichend Platz. Die Schule verfügt über 19 Kassenzimmer und drei weitere Räume im Neubau – genug t für die nächsten fünf Jahre. 2023/24 soll die Schule mit 22 Klassenzimmern auskommen.

Die Fünf-Jahres-Statistik wird regelmäßig durch das Schulamt des Landkreises München erstellt. Die Prognosen sind Grundlage der Schul-Planung in Unterhaching. Die Ergebnisse korrelieren mit den Erkenntnissen des unlängst vom Landkreis veröffentlichten neuen Schulbedarfsplans, der stetig neuen Platzbedarf an Gymnasien, Realschulen und Fachoberschulen prognostiziert. Gründe sind der anhaltende Zuzug in den Landkreis, die Rückkehr zum G9 und die spürbar gestiegene Geburtenrate. Sechs von zehn Grundschülern werden nach der vierten Klasse auf weiterführende Schulen wechseln. Auch zu dem Ergebnis gelangt der Schulbedarfsplan. Mit 60 Prozent ist die Übertrittsquote im Landkreis München bayernweit am höchsten.

Auch in der Erich-Kästner-Grund- und Mittelschule ist kein Platz mehr für Schüler. Hier haben Schulleitung und Eltern bereits Ende letzten Jahres Alarm geschlagen.

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