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„Wie im botanischen Garten“: SpVgg-Präsident Manfred Schwabl über den Zustand der Osttribüne, die von der Gemeinde Unterhaching seit über einem Jahr den Kräften der überlassen ist. 

Am Montag geht‘s los

SpVgg darf Osttribüne selbst sanieren

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Das zähe Ringen um Details hat ein Ende, am heutigen Freitag wird im Unterhachinger Rathaus ein richtungsweisender Vertrag unterschrieben: Die Gemeinde und der Fußball-Drittligist SpVgg Unterhaching haben beim komplexen Thema Stadion einen Konsens gefunden.

Unterhaching –  Im Kern sieht er vor, dass der Fußballverein die seit Mai 2017 gesperrte Osttribüne ab sofort auf eigene Kosten und eigenes Risiko sanieren darf, um fürs Derby gegen den TSV 1860 München Ende September die volle Zuschauerkapazität von 15 000 Plätzen anbieten zu können. Schon am Montag, 23. Juli, wird mit der Tribünenreparatur begonnen.

Wie vielschichtig verflochten das Stadionthema ist, zeigte die Debatte am Mittwochabend im Gemeinderat, der den Tagesordnungspunkt auf Antrag der Grünen ausnahmsweise öffentlich behandelte. Den vielleicht entscheidenden Satz formulierte Rathaus-Sprecher Simon Hötzl so: „Die Lösung liegt darin, dass der Verein das Recht zur Sanierung erhält gegen Übernahme der Betreiberpflichten.“ Damit ist die Gemeinde die Verantwortung los, sollten wegen der leichten Setzung und dadurch entstandenen Rissen der Osttribüne irgendwelche Zuschauer zu Schaden kommen; das Haftungsrisiko liegt nun bei der SpVgg Unterhaching. Die schätzt das Gefahrenpotenzial bekanntermaßen wesentlich geringer ein, will ab Montag die 4500 Schalensitze abmontieren und die Risse in den Blöcken J, I und H kitten lassen.

Dem Kompromiss waren monatelange Verhandlungen vorausgegangen. Vom Tisch ist vorerst der Plan der SpVgg Unterhaching, das Stadion auf der Basis von Erbbaurecht zu übernehmen. Vielmehr handelt es sich um einen Nachtrag zum bestehenden Pachtvertrag vom 27. Juni 2000. Dieser Vertrag läuft vorerst bis zum 30. Juni 2020, allerdings zahlt die SpVgg nun, da sie die Tribüne selbst saniert, einen geringeren Pachtzins. Eine wesentliche Änderung des aktuellen Nachtrags betrifft das Sportlerheim (also Kabinentrakt, Geschäftsstelle, Gaststätte): Dieser Gebäudekomplex verbleibt, im Gegensatz zum gesamten restlichen Stadionbereich, in der Verantwortung der Gemeinde. Ein Entgegenkommen der Kommune, denn hier stehen kostspielige Instandsetzungsarbeiten an. Flutlicht- und Beschallungsanlage indes wurden nicht aus dem Gesamtpaket herausgelöst, hier liegt die Verantwortung nun bei der SpVgg, doch per Klausel ist für Modernisierungen eine „angemessene Kostenbeteiligung“ der Gemeinde fixiert. Außer den Grünen stimmten alle Parteien der Abänderung des Pachtvertrags zu.

„Insgesamt sind wir zu einer eine transparenten und klaren Zuordnung von Verantwortlichkeiten gekommen“, fasste Hötzl das Verhandlungsergebnis zusammen. Dass der Weg dahin schwierig war, räumte er ein: „Beide Seiten haben Zugeständnisse gemacht.“

Die neue Regelung würde der SpVgg Unterhaching übrigens auch ermöglichen, ihre Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern; Vertragspartner der Gemeinde bliebe aber immer der Verein, der wiederum für eine etwaige GmbH und Co. KG geradestehen müsste.

Und was passiert nach dem 30. Juni 2020, wenn der jetzt modifizierte Pachtvertrag ausläuft? Den könnten beide Seiten bis 2025 scheibchenweise je um ein Jahr verlängern. SpVgg-Vizepräsident Peter Wagstyl deutete im Gemeinderat aber an, dass der Profi-Fußballklub einen grundsätzlichen Neuanfang favorisiere: „Wir wollen langfristige Planungssicherheit mit fairer Verteilung der Lasten, sodass jeder sein Packerl trägt.“   

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