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Einen Ehrenkrug gab‘s von Stefan Zöllinger für Krüglredner Alfons Hofstetter. 

Starkbierfest der CSU

Hintersinniges vom „Hachinger Berg“

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Ein Bier-Engpass beim Starkbieranstich? Oje. Und dann soll der Krüglredner auch noch mit trockenem Mund seine Fastenpredigt halten. Der Fauxpas von 2016 hat die CSU-Oberen in Unterhaching aufgeschreckt. Damit Professor Alfons Hofstetter, seit 2002 der humorige Mahner auf dem Podium, nie mehr eine Durststrecke erdulden muss, erhielt er vom Ortsverbandsvorsitzenden Stefan Zöllinger diesmal ein Ehrenkrügerl überreicht. Eins, das Hofstetter sich immer und überall auf Kosten der Christsozialen füllen lassen darf.

Unterhaching Die erste frisch gezapfte Hoibe aus dem Unikat genehmigte sich Hofstetter vor 300 Besuchern in der Hachinga-Halle, wo Zöllinger fürs Anzapfen heuer vier Schläge benötigte und es auch ein bisschen spritzen ließ. Danach schäumte das „flüssige Brot“ in den Krügen, der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn nahm gleich einen großen Schluck: „Ich muss mir Mut antrinken.“ Nun, ganz so arg kam es nicht. Denn: Auch wenn vieles rund um den Globus aus den Fugen zu geraten scheint, „so steht es um ums gar nicht so schlecht – in Unterhaching ist die Welt noch in Ordnung“, sagte Zöllinger. „Warum, das wird uns nun unser Krüglredner erklären.“

25 DIN A4-Seiten hatte Hofstetter mitgebracht, Stoff für exakt eine Stunde und 14 Minuten am Mikrofon auf dem „Hachinger Berg“. Gewürzt mit den unvermeidlichen Ausflügen ins Lateinische („Oh, felix Hachinga inferior – darauf müssen wir wirklich trinken“), nahm der 78-Jährige das gesamte Politikspektrum aufs Korn, von Erdogan („Der Diktator vom Bosporus“) über Donald Trump („Der amerikanische Gruselclown“) hin zu den Bundes- und Landespolitikern. Und, sehr detailkenntnisreich: Hofstetter präsentierte eine Vielzahl von Anekdoten und Kuriositäten aus der Unterhachinger Kommunalpolitik. Da kam manch einer im Saal ins Schwitzen – gut, dass heuer ein Bier-Engpass ausblieb.

Zum Abschluss gab der Krüglredner den Starkbierfreunden mit auf den Weg: „Bleibt’s friedlich und besonnen in dieser verrückten Zeit, denkt und fühlt europäisch, ohne die bayerische Heimat zu vergessen“, sagte Hofstetter. „Gebt denen eine Chance, die in ehrlicher Absicht zu uns kommen, unabhängig von Geburt und Hautfarbe, was nicht heißen soll, dass wir nicht die abwehren müssen, die Hass und Fanatismus predigen und das Grundgesetz mit Füßen treten.“ Sein finaler Appell: „Habt keine Angst, sondern schaut auf das Positive!“

Nach dem Applaus hatte auch Florian Hahn seinen Mut wiedergefunden. „Der Professor ist ein absoluter Genuss, ein riesiger Schatz für die Unterhachinger Ortsgemeinschaft“, resümierte der Bundestagsabgeordnete. „Insgesamt war es eine sehr nachdenkliche Krüglrede – da spiegelt sich die außenpolitische Sicherheitslage wider.“

Die Unterhachinger Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer lobte Hofstetters hintersinnigen Tiefgang: „Nachdenklich stimmend und trotzdem witzig – das hat er phänomenal hinbekommen.“ SPD-Bürgermeister Wolfgang Panzer wertete den „Streifzug durch alle politischen Ebenen“ als „rundum tolle Sache“, und Zöllinger hofft auf eine Fortsetzung 2018: „Ich wünsche dem Professor die Kraft, dass er es nächstes Jahr nochmal macht.“

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