Zu viel Biomüll landet noch im Restmüll.
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Zu viel Biomüll landet noch im Restmüll.

Mit verschiedenen Projekten will Unterhaching seine Bürger zum Umweltschutz motivieren

Bares Geld fürs Energiesparen

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Gutes für die Umwelt tun und dafür konkret belohnt werden: Die Gemeinde Unterhaching schafft neue Anreize, sich für Klimaschutz zu engagieren.

Unterhaching – Energiespar-Pädagogik im Kindergarten, Umfragen zu Wertstoffsammelstellen und zu Bioabfall: Die Gemeinde Unterhaching schärft auf drei unterschiedlichen Wegen das Umweltbewusstsein der Bevölkerung. Im Gemeinderat gingen die Meinungen zu den Projekten auseinander.

Energiesparmodelle

Unter dem Motto „Klimaschutz ist kinderleicht“ startet die Gemeinde heuer im September das Projekt „Energiesparmodelle“ in den kommunalen Bildungseinrichtungen. Ziel ist es, den Energie- und Wasserstoffverbrauch sowie das Abfallaufkommen zu senken. Das Besondere an dem Projekt ist, dass die eingesparten Kosten für Strom, Wärme, Wasser und Abfallgebühren zu 100 Prozent an die Einrichtungen ausgezahlt werden – 50 Prozent der Prämie müssen allerdings für Aufgaben oder Anschaffungen genutzt werden, die einen Bezug zu Nachhaltigkeit aufweisen. „Aufgrund dieses Prämiensystems sprechen wir auch von 50-50-Projekten“, erläuterte Rathaus-Sprecher Simon Hötzl. Als Pilotprojekt beginnt die Gemeinde mit ihren „Energiesparmodellen“ in den Kindergärten „Villa Kunterbunt“ und „Glockenblume“. Die weiteren Gemeinde-Kindergärten, die beiden Grundschulen und die Jugendkulturwerkstatt sollen anschließend involviert werden. Alle Maßnahmen werden pädagogisch aufbereitet und gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen umgesetzt. Zu den ersten Schritten zählen ein Energie-Rundgang, Datenaufbereitung, Auftaktveranstaltung, Datenanalyse, das Erstellen eines Maßnahmenkatalogs, Umsetzung der Maßnahmen sowie regelmäßige Projektevaluation. „Eine interessante und motivierende Idee“, kommentierte Peter Hupfauer (FDP) das einstimmig verabschiedete Vorhaben.

Wertstoffinseln

Auf einem Antrag der SPD-Fraktion fußt eine „Jugendbefragung zu Wertstoffsammelstellen“, die in dieser Form allerdings keine Mehrheit im Gemeinderat fand. Die Idee: Über einen „niederschwelligen Zugang“ wie ein Voting-Tool in der Unterhaching-App sollen Jugendliche fürs Thema Wertstoffsammelstellen sensibilisiert „und schon früh mit ins Boot geholt“ werden, sagte die SPD-Ortsvorsitzende und Gemeinderätin Sabine Schmierl. Fünf Fragen mit Antworten im Multiple-Choice-Verfahren waren vorgegeben. Beispielsweise, an welchen Tagen und wie oft Jugendliche eine Sammelstelle nutzen, oder wie sie dort hinkommen – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto. Jugendliche mit dem Auto? Nicht nur an diesem Punkt stutzte so mancher. „Sensibilisierung ist richtig und wichtig“, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Korbinian Rausch. Aber Jugendliche für eine Umfrage zu Details der Wertstoffentsorgung zu begeistern? „Da stelle ich die Sinnfrage: Was soll der Lerneffekt sein?“ Die Fraktionschefin der Grünen, Evi Karbaumer, sah das ähnlich. „Wir haben ganz andere Herausforderungen. Wertstoffsammelstellen liegen sicher nicht im Hauptinteresse der Jugendlichen.“ In Wertstoffsammelstellen sah Peter Hupfauer (FDP) „nichts Jugendspezifisches“ und forderte: „Wenn schon eine Umfrage, dann bitte für alle!“ Diese Anregung griff Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) auf, Adressaten sollen nun auch Erwachsene sein.

Bioabfall-Umfrage

Seit dem 12. April läuft in Unterhaching eine Umfrage zum Thema Bioabfall. Hintergrund ist, dass das Bundesumweltministerium aktuell eine Novelle der Bioabfallverordnung erarbeitet, die noch 2021 in Kraft treten soll. Durch die neue vereinheitlichte europaweite Berechnung muss die Recyclingquote am gesamten kommunalen Abfallaufkommen erhöht werden. Bei der Mülltrennung sollen Fehlwürfe vermieden und die Menge von Bioabfall, der im Restmüll landet, deutlich reduziert werden. Die Umfrage ist unter www.umfrageonline.com/s/bioabfall zu finden – die Gemeinde erhofft sich Einblicke ins und Wünsche zum Mülltrennungsverhalten der Unterhachinger. Als Anreiz zum Mitmachen bei der Umfrage wird unter allen Teilnehmern der Jahresbeitrag der eigenen Abfallgebühr (etwa 400 Euro) verlost.

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