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Tempo 30 gilt bald entlang der Münchner Straße. Die Karte zeigt die Aufstellorte der Tempo-30-Schilder.

Nächtlichem Geschwindigkeitsbegrenzung

Tempo 30 auf den Hauptstraßen: Unterhaching tritt auf die Bremse

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In Unterhaching sollen die Anwohner nachts ruhig schlafen können. Darum wird der Verkehr auf den Hauptverkehrsadern nun ausgebremst.

Unterhaching – Zumindest in den Nachtstunden sollen die Unterhachinger bald mehr Ruhe haben. In drei besonders viel befahrenen Straßen der Gemeinde gilt demnächst ein Tempolimit von 30 km/h. Das Rathaus reagiert erleichtert. Es sei durchaus zumutbar, wenn Autofahrer in besonders stark frequentierten Bereichen Unterhachings ein wenig zurückzustecken hätten, sagte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD).

Schon Mitte August sollen die Schilder stehen

Für die Münchner Straße, die Ottobrunner Straße, Biberger und Hauptstraße verfügt das Münchner Landratsamt ein Beschränkung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer. Das Tempolimit gilt von abends 22 Uhr bis morgens 6 Uhr und soll zeitnah, voraussichtlich schon in drei Wochen, in Kraft treten. Das Landratsamt kündigte an, die Hinweisschilder Mitte August von der Straßenmeisterei aufstellen zu lassen.

Tempo 30 gilt bald entlang der Ottobrunner Straße. Die Karte zeigt die Aufstellorte der Tempo-30-Schilder.

Landratsamt: Nachts ist es zu laut

Die Kreisbehörde begründet die Entscheidung mit einer über das zumutbare Maß hinausgehenden Verkehrsbelastung. Gerade in der Nacht würden in den fraglichen Streckenabschnitten besonders viele Menschen durch Verkehrslärm belastet. Die Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt verweist auf eigene Zählungen. In den genanten Straßen seien täglich zwischen 12 000 und 17 000 Fahrzeuge unterwegs. Lärmschutzmaßnahmen hingegen seien nur sehr lückenhaft nachgewiesen worden.

Auf Antrag der SPD-Fraktion hatte sich das Rathaus schon im Frühjahr 2016 an die Straßenverkehrsbehörde gewandt. Anscheinend stieß man dort nun auf offene Ohren. Das Landratsamt teilte mit, schon im Jahr 2015 Verkehrszählungen in Unterhaching durchgeführt zu haben.

Interessen der Autofahrer müssen zurückstehen

In einer Geschwindigkeitsbeschränkung sieht das Landratsamt einen „vergleichbar geringen Eingriff in den Verkehrsfluss.“ Im Ergebnis stünde eine erhebliche Verbesserung zum Schutz der Nachtruhe der betroffenen Anwohner, „weshalb die Interessen der Kfz-Lenker an einer zügigen Durchfahrt oder einer geringfügig kürzeren Reisezeit hinter den Interessen der Anwohner zurückzustehen haben.“

Tempo 30 gilt bald entlang der Biberger Straße. Die Karte zeigt die Aufstellorte der Tempo-30-Schilder.

Sowohl in München als auch in Unterhaching ist man überzeugt, der lärmgeplagten Bevölkerung durch die Reduzierung der Geschwindigkeit am wirksamsten Linderung zu verschaffen. „Wir erhoffen uns, sehr schnell eine merkliche Besserung für die Anwohner zu erreichen“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU). Niedrige Geschwindigkeiten würden zudem zu einer höheren Verkehrssicherheit im Ort beitragen.

Die neuen Regeln sollen auch durchgesetzt werden, damit sich die Fahrer daran halten

Damit Autofahrer sich auch an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, plant die Gemeinde mit nicht näher bezeichneten „geeigneten Maßnahmen“. Anscheinend tut das not. Das schärfste Tempolimit nützt nichts, so lange Raser nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Bürgermeister Panzer erinnert an das nächtliche Tempolimit auf der Autobahn: „Wenn keiner kontrolliert, hält sich keiner dran.“ Im Ferienausschuss am 14. August will Panzer die geplanten Maßnahmen zur Diskussion stellen.

Das Tempolimit gilt

in der Biberger Straße bzw. Hauptstraße zwischen der Einmündung Leipziger Straße und Hauptstraße 79; in der Münchner Straße zwischen Karl-Mathes-Straße und dem Anwesen Münchner Straße 6; in der Ottobrunner Straße zwischen der Kreuzung M 22/St 2368 und der Vorlandstraße.

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