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„Wir begrüßen das“, sagen die Mitarbeiter der Metzgerei Bauch in Unterhaching zum Trend, dass immer mehr Leute mit ihrer eigenen Box zum Metzger kommen, um Plastikmüll zu vermeiden.

Immer mehr Menschen wollen Plastik sparen

Tupperbox darf nicht über Metzger-Theke

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Viele Menschen wollen beim Einkaufen Plastikmüll vermeiden. Daher kommt es immer häufiger vor, dass Kunden zum Metzger ihre eigene Tupperbox mitbringen, um darin Wurst und Fleisch zu transportieren. So manchen Metzger bringt das aber in die Bredouille.

Landkreis – Die Wiener in den Stoffbeutel? Und das Fleisch in die Tupper statt in die Tüte? Immer mehr Menschen wollen beim Einkauf auf Plastikmüll verzichten. Daher bringen sie etwa zum Metzger die eigene Tupperdose mit, um zum Beispiel die Wurst hineinlegen zu lassen. Doch das bereitet so manchem Metzger Bauschschmerzen. Denn eigentlich verbieten strenge Hygienevorschriften, dass etwas über die Theke kommt. Andere Metzger sind entspannter. Gleichwohl nutzen viele eine Grauzone, um die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen und um Verpackung zu sparen.

Nichts darf hinter die Theke kommen

In den Filialen der Metzgerei Stocker in Hohenbrunn, Ottobrunn, Neubiberg und Vaterstetten (Landkreis Ebersberg) kann man auf Wunsch auf die Verpackung verzichten. Die Mitarbeiter schneiden zum Beispiel hundert Gramm Wurst, legen diese auf Zellophan und halten sie dem Kunden hin. Er kann sie sich dann runternehmen und in die Tupper legen.

Wichtig sei, dass nichts über die Theke komme, sagt Sabine Stocker. Schließlich bestehe die Gefahr, dass andernfalls Bakterien auf die Ware gelangten. „Da kann es richtig Ärger geben.“ Denn sollte der Kunde zum Beispiel krank werden, wenn er die Wurst isst, liege beim Metzger die Beweispflicht, dass er nicht Schuld sei, erklärt Stocker. Daher: „Wo es uns der Gesetzgeber erlaubt, tun wir das Mögliche.“ Grundsätzlich findet es Sabine Stocker aber gut, dass die Leute auf Verpackung verzichten wollen. „Man muss sich ja bloß mal den ganzen Plastikmüll im Meer anschauen.“

Besonders viel Müll verursachen Plastiktüten, die eigentlich nur den Sinn haben, dass man Fleisch und Wurst komfortabel nach Hause tragen kann. Um Verpackung und damit Geld zu sparen, verlangt Hermann Karl in seiner Metzgerei in Garching seit eineinhalb Jahren für jede Plastiktüte zehn Cent. „Seitdem braucht keiner mehr eine Tüte“, sagt Karl. Anfangs hätte zwar manche gemosert. „Aber die Leute haben Verständnis dafür.“

Ein Trend, der sich langsam entwickelt

Auch in der Metzgerei Liebold in Haar kostet eine Tüte zehn Cent. Dass Menschen ihre eigene Tupper mitbringen, komme zwar selten vor, sagt die Angestellte Viktoria Winholz. Aber wenn, dann würde man den Kunden bitten, die Tupper auf die Theke zu stellen und dann die Ware dort hineinlegen. Denn: „Eine Tupper kommt nicht hinter die Theke.“

Etwa zehn Prozent der Kunden der Metzgerei Bauch in den Filialen in Unterhaching und Grünwald würden auf die Verpackung verzichten wollen, schätzt Geschäftsführer Stephan Hirschvogel. „Das kommt langsam. Und wir begrüßen das.“

Die Metzgerei achte bei der Verpackung auch darauf, dass das verwendete Papier aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stamme, getreu dem sogenannten FSC-Siegel. Den Kunden lege man die Ware auf Wunsch auch in die mitgebrachte Tupper. Hirschvogel sagt: „Da kann eigentlich wenig passieren.“

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