Verkehrschaos am Utzweg

Fahrt da nicht ganz rein

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Der Utzweg in Unterhaching hat zwei Gesichter: ein harmloses im östlichen Teil als Geh- und Radweg. Und eben das zweite auf den circa 70 per Auto befahrbaren Metern. Dort tobt temporär der Irrsinn.

Unterhaching– Denn am Ende vom Utzweg liegt das Lise-Meitner-Gymnasium. Die enge Zufahrt macht dort einen Rechtsknick, der Utzweg wird zur Jahnstraße, einer Sackgasse. Und in der wiederum befindet sich, keine 30 Meter vom Gymnasium entfernt, die Grundschule.

Zwei Schulen, eine Zufahrt. Und keine echte Wendemöglichkeit. Für die Anwohner allein wäre das kein Problem. Für die Eltern dagegen – und nicht nur für die – wird es eins. Wenn sie ihre Kinder morgens so nah wie möglich ans Schultor fahren.

„Dort herrscht absolutes Chaos“, schilderte Julia Mittermeier (CSU) im Gemeinderat ihre Eindrücke. „Wenn man das so sieht: Da wachen einige Schutzengel über die Schulkinder.“

Was die Gemeinde denn zu tun gedenke, um das Verkehrschaos zu beseitigen, wollte Mittermeier wissen. Vor genau zwei Jahren hatte sie das Thema schon mal angesprochen. Getan habe sich seitdem ja nichts, obwohl dem Vernehmen nach sogar schon eine Stundengruppe der Bundeswehr-Uni an einem Konzept gearbeitet habe.

Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) bestätigte „planerische Ansätze“, räumte aber ein: „Die rettende Idee ist uns bislang nicht gekommen.“ Geprüft (und wieder verworfen) worden ist schon allerlei. Beispielsweise, die Jahnstraße nach Norden hin zu öffnen, so eine Ausfahrt beim Kubiz zu ermöglichen und damit das Wende-Chaos verknäuelter Pkw zu entwirren. Keine gute Idee, findet Panzer – dann entstehe ein neuer Brennpunkt an der Schulstraße. Eine andere Option: Die Einfahrt in den Utzweg würde verlagert, auf dem jetzigen Radweg hin zum Maibaumplatz. Aber hilft das wirklich? Erwogen wird auch, die Vorfahrtsregelung zu ändern und diejenigen zu bevorzugen, die auf den etwas südlicher gelegenen Parkplatz der Sportarena fahren, um von dort aus ihre Kinder die letzten Meter zu Fuß gehen zu lassen.

Wie auch immer, für das Gejammer von Eltern, die monieren, sie würden nach dem Abladen ihrer Kinder bis zu 20 Minuten brauchen, um die paar Meter aus dem Utzweg wieder herauszukommen, zeigt Panzer kein Mitleid. „Das Problem wird verursacht von denjenigen, die meinen, ihre Kinder bis zwei Meter vor die Schule fahren zu müssen“, sagt Panzer. „Die effektivste Aktion wäre, dass die Kinder zu ihren Eltern sagen: ,Fahrt da gar nicht erst rein‘.“ 

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