+
Nach sechs Jahren verabschiedet sich Pfarrer Kilian-Thomas Semel aus Unterhaching.

Abschied im Juni

Unterhachings Pfarrer wechselt die Gemeinde

  • schließen

Unterhaching/Haar - Nach über sechs Jahren in Unterhaching gibt Pfarrverbandsleiter Kilian-Thomas Semel sein Amt auf und verabschiedet sich nach Haar. Einen Nachfolger gibt es derzeit noch nicht.

Es ist ein Paukenschlag: Der Unterhachinger Pfarrverbandsleiter Kilian-Thomas Semel legt im Sommer sein Amt nieder und verlässt den Pfarrverband nach über sechs Jahren. Der 50 Jahre alte Pfarrer wechselt auf eigenen Wunsch nach Haar und übernimmt dort zum 1. August die Leitung des Pfarrverbandes.

Während in Haar somit eine seit etwa einem Jahr vakante und nur interimsweise ausgefüllte Stelle besetzt wird, hinterlässt Semel in seiner derzeitigen Pfarrgemeinde eine Lücke. Einen Nachfolger gibt es derzeit noch nicht (siehe unten). Semel selbst war im Oktober 2010 die Nachfolge des verstorbenen Pfarrers Willi Abt angetreten.

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen

Im Gottesdienst erklärte sich Semel nun seiner Pfarrgemeinde und begründete seinen Wechsel. Demnach sei sein 50. Geburtstag im vergangenen Jahr für ihn eine „Wegmarkierung“ gewesen, um seine pastorale und persönliche Zukunft zu überdenken. Dabei sei er zu einem Entschluss gekommen: „Mit meiner vorhandenen Lebenskraft möchte ich in den kommenden Jahren noch einmal neue Aufgaben und Herausforderungen angehen“, sagte der Pfarrer. In Gesprächen mit der Erzdiözese München-Freising habe sich dann gezeigt, dass sich für ihn im Pfarrverband Haar eine neue Perspektive auftue, „die meinen Vorstellungen einer zukunftsorientierten Kirche nahe kommt“.

Bereits im vergangenen Herbst habe Semel daher den Erzbischof gebeten, ihn von seiner Aufgabe als Leiter des Pfarrverbandes Unterhaching zu entbinden. Seit 19. Dezember steht der Wechsel fest. Seinen letzten Gottesdienst in Unterhaching wird der Pfarrer schon am Pfingstsonntag, 4. Juni, feiern. Anschließend wird sich Semel eine zweimonatige Sabbatzeit nehmen, bevor er im August in Haar loslegt.

Unterhachinger haben Nachricht „gefasst aufgenommen“

Die Unterhachinger haben die Ankündigung ihres Pfarrers mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Bedauern, Verwunderung, aber auch Verständnis hat etwa Winfried Brunner aus den Gesprächen mit anderen Kirchgängern nach dem Gottesdienst herausgehört. Alles in allem, erzählt der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats von St. Alto, sei die Nachricht jedoch „gefasst aufgenommen worden“.

Brunner selbst bedauere Semels Wechsel, könne die Entscheidung aber nachvollziehen, da dieser für den Geistlichen eine Entlastung mit sich bringe. Zusätzlich zur Leitung des Pfarrverbandes in Unterhaching war Semel seit 2015 auch Dekan des Dekanats Ottobrunn, was „eine Menge zusätzliche Arbeit“ bedeutet habe, sagt Brunner. Das Amt als Dekan legt Semel nun ebenfalls nieder, da sein neuer Pfarrverband in die Zuständigkeit des Dekanats München-Trudering fällt.

Damit sich in Unterhaching nach seinem Abschied und der Rückkehr von Kurat Moses Nnajiofor in sein Heimatland Nigeria Pfarrvikar Stanislaw Grzesik nicht phasenweise alleine um drei Kirchen kümmern muss, wollen der scheidende Pfarrer und der Pfarrgemeinderat die Nachfolger-Suche unterstützen. Gemeinsam, erzählt Brunner, wolle man daher an einem Profil für den neuen Pfarrverbandsleiter arbeiten, das man dem Ordinariat übergeben möchte, um einen geeigneten Kandidaten für Unterhaching zu finden.

Erleichterung in Haar

In Haar freut man sich derweil über den Neuzugang. Dort hält derzeit Albert Schamberger als „Überbrückungspfarrer“, wie er sich selbst bezeichnet, und als kommissarischer Pfarrverbandsleiter die Stellung, nachdem der damalige Pfarrer Markus Bittner im März 2016 um eine Auszeit gebeten hatte. Ursprünglich sollte der 75-jährige Schamberger den Posten nur bis zum 31. August 2016 belegen. Weil sich auf die Ausschreibung des Erzbischöflichen Ordinariats jedoch kein Pfarrer gemeldet hatte, übernahm Schamberger auf Wunsch der Erzdiözese weiterhin die Leitung des Haarer Pfarrverbandes. „Jetzt haben sich jedoch gleich ein paar Interessenten beworben“, sagt Schamberger. Die Wahl fiel auf Pfarrer Kilian-Thomas Semel.

Bis zu Semels Amtsantritt im August teilen sich Pfarrvikar Stephan Ostrowitzki und Schamberger die Gottesdienste weiterhin auf. Nach über einem Jahr als „Überbrückungspfarrer“ freut sich vor allem Schamberger, über die längerfristige Lösung Semel: „Natürlich bin ich jetzt erleichtert, weil ich nicht gedacht hatte, dass es so lange dauert.“

Nachfolger gesucht

Nachdem Pfarrer Kilian-Thomas Semel seinen Abschied aus Unterhaching nun offiziell verkündet hat, läuft nun auch die Suche nach einem Nachfolger an. In sechs bis acht Wochen werde die Stelle des Pfarrverbandsleiters neu ausgeschrieben, erklärt Christoph Kappes, Sprecher der Erzdiözese München-Freising. Bis Anfang Mai wolle man eine Entscheidung verkünden. Spezielle Qualifikationen muss ein Pfarrer derweil nicht erwerben, um die Leitung eines Pfarrverbandes zu übernehmen. Lediglich eine „gewisse Erfahrung“, so Knappes, müssten die Bewerber nachweisen. Wie viele Interessenten sich letztlich auf die Stelle bewerben, ließe sich nicht prognostizieren. Der Unterhachinger Pfarrverband umfasst drei Pfarrkirchen (St. Alto, St. Birgitta und St. Korbinian) und rund 10.000 Mitglieder.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gemeinde macht zwei Schleichwege dicht
Zu viel Verkehr auf kleinen Straßen. Da muss sich was ändern, fand die Kirchheimer CSU-Fraktion. Und hat recht bekommen.
Gemeinde macht zwei Schleichwege dicht
Das verkannte Urlaubsparadies
Der Landkreis München ist Boomregion und Wirtschaftsmotor – aber Urlaubsziel? Das wird gerne übersehen, dabei haben hier allein im ersten Halbjahr 570 000 Menschen ihre …
Das verkannte Urlaubsparadies
Weniger Politik beim Keferloher Montag
Mehr Landwirtschaft, weniger Politik. Ganz wie früher auf den Viehmärkten soll es diesmal zugehen beim Keferloher Montag.
Weniger Politik beim Keferloher Montag
B11: Rollerfahrer prallt in Auto
Ein Rollerfahrer wollte sich am Dienstag in Hohenschäftlarn am Stau vorbeischlängeln. dabei stieß er allerdings mit einem abbiegenden Auto zusammen.
B11: Rollerfahrer prallt in Auto

Kommentare