Unterhachinger Widerstand gegen Bauvorhaben am Ortseingang

Flachdach-Gebäude passt nicht zum alten Dorf

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Unterhaching - Die Kiermaier-Kurve in Unterhaching ist sensibles Terrain. Hier, im alten Dorf, hat die Gemeinde ihre Wurzeln. Und hier, am Ortseingang aus Richtung Taufkirchen, spielt Optik eine Rolle. Ein Bauvorhaben ist deshalb jetzt schon zum zweiten Mal abgelehnt worden.

22 neue Wohneinheiten im Ballungsraum München, dazu sagt im Prinzip niemand nein. Eigentlich. Aber: Um jeden Preis wollen sie in Unterhaching nun auch wieder nicht Wohnraum schaffen. Der Preis hier wäre ein missliebiges Aussehen des Gebäudes. Schon einmal, heuer im Februar, hat der Bauausschuss sein Veto eingelegt. Nein gesagt zum Bauantrag für die Tölzer Straße 3 bis 7. Wegen der Flachdach-Konstruktion – die passe einfach nicht zum alten Ort. Das Landratsamt wiederum als übergeordnete Baubehörde sah das anders; bauplanungsrechtlich sei das Projekt nicht zu beanstanden.

Bauherr nimmt keine Rücksicht auf die örtlichen Befindlichkeiten

Und so landete der Bauantrag jetzt ein zweites Mal im Unterhachinger Rathaus. Und der Bauwerber hat, um das Wohlwollen des Landratsamts wissend, keinerlei Änderungen vorgenommen. Genau daran entzündeten sich Emotionen und neuerlicher Unterhachinger Widerstand. „Ich finde das dreist, überhaupt nichts an den Plänen zu ändern“, schimpft Günther Stäblein (CSU). „Der Bauherr wohnt hier nicht, er lebt hier nicht, dem ist das alles wurscht – Hauptsache, er drückt sein Vorhaben durch.“ 

„Es geht hier“, glaubt Dieter Senninger (SPD), „um den Charakter des alten Dorfs“. Den sieht er gefährdet – Flachdächer seien an dieser Stelle nun mal unüblich, vertrügen sich nicht mit den typischen Satteldächern. Auch Florian Riegel (CSU) fürchtet, „dass der alte Ort auseinanderfällt“. Unterhaching müsse alle Hebel in Bewegung setzen, „um zu bewahren, was sonst verloren geht“. Gemeint ist der Dorfcharakter an der Kiermaier-Kurve. 

Bauausschuss setzt ein Zeichen und lehnt das Projekt zum zweiten Mal ab

Indes, so ganz stimmen diese emotionalen Argumente nicht. Laut Christian Franke vom Bauamt sind nämlich „fast alle Dachformen vertreten“, auch gebe es keine Rechtsvorschrift.

Also: keine Chance gegen das ungeliebte Flachdach?

Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) sieht das Dilemma. Er versteht den Bauwerber („Jeder versucht, aus dem teuren und knappen Grund das Maximum herauszuholen“), er sieht Versäumnisse in der Vergangenheit („Man hätte schon vor 30 Jahren einen Bebauungsplan machen müssen“), und er weiß: „Wir müssen hier Bauplanungsrecht beurteilen. Da stecken wir in einem Korsett.“ 

Den Ausweg daraus sucht Unterhaching trotzdem. Man könne, so Panzer, „ein Zeichen setzen, dass wir so etwas nicht wollen“. Also dem Landratsamt und dem Bauwerber widersprechen, den Antrag abermals ablehnen. 

Das tat der Bauausschuss dann auch, einstimmig – inklusive Bürgermeister. Er werde jetzt „planungsrechtliche Begründungen“ suchen fürs Unterhachinger Nein. Eine gute Vorlage dafür hat Gertraud Schubert von den Grünen geliefert. Ihr Credo: Der Standort der geplanten Häuser sei „kein ideales Wohngebiet“, denn die Tölzer Straße verursache direkt am Ortseingang allerhand Lärm. Und andererseits habe ja gerade das Landratsamt immer wieder auf Lärmprobleme in Unterhaching hingewiesen: beim Stadion zum Beispiel, als es um Wohnungen auf der Stumpfwiese ging. 

„Gesunde Wohnverhältnisse sehen anders aus“, findet auch Panzer. Genau dieser Aspekt sei Sache des Landratsamts als Baugenehmigungsbehörde. Die bekommt in Kürze Post aus Unterhaching.

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