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Haus an Haus: So wi e in manchen Münchner Wohngebieten soll es in Unterhaching nicht aussehen. Gegen zu viel Nachverdichtung wehrt sich die Gemeinde. 

Unterhaching wehrt sich gegen Nachverdichtung

Kampf um jeden grünen Quadratmeter

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Der Fall ist grenzwertig. Man könnte ja sagen oder auch nein. Eine Frage des politischen Willens. Es geht um Nachverdichtung in Unterhaching.

Unterhaching – Den Bauantrag für ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus in der Badstraße 1 und 3 hatte die Gemeinde 2016 abgelehnt, weil das sehr massive Bauvorhaben sich nicht in die nähere Umgebung einfüge. Das Landratsamt wiederum sah das anders und forderte Unterhaching jetzt auf, den Bauantrag zu genehmigen. Doch die Kommune beharrt, so die einhellige Meinung im Bauausschuss, auf ihrer restriktiven Haltung.

Worum es bei dieser Richtungsentscheidung geht, legte Bauamtsleiter Stefan Lauszat dar: „Lassen wir es zu, dass die Nachverdichtung freien Lauf nimmt und sich sukzessive aufschaukelt? Oder bleiben wir bei der bisherigen, restriktiven Haltung?“ Da Höchstmaße überschritten würden, könne die Gemeinde in diesem Fall weiterhin die Zustimmung verweigern.

Der Tenor unter den Kommunalpolitikern: keine Nachverdichtung. „Es geht um Freiräume für die Bürger, die es zu erhalten gilt“, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Richard Raiser. „Wir kämpfen um jeden freien Quadratmeter Grünfläche und rücken von unserer restriktiven Position keinen Millimeter ab.“ Ähnlich sah es Dieter Senninger (SPD): „Bei diesem Projekt ist alles ausgereizt, das wäre ein Präzedenzfall für diverse Nachahmer. Irgendwo muss eine Grenze gezogen werden, um das Ortsbild zu erhalten.“ Die Pläne für die Badstraße bezeichnete Senninger als „absolutes No-go“. Auch FDP-Chef Bernard Maidment wertete das Vorhaben als „zu massiv“ und mahnte zugleich, auch bei ähnlich gelagerten Fällen in Zukunft diese strengen Maßstäbe anzulegen.

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