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Sind mit ihrer Entscheidung rundum glücklich: Günter und Hedi Unger in ihrem neuen Zuhause auf der Stumpfwiese. 

Konzept „Wohnungstausch“

Ehepaar tauscht großes Haus gegen kleinere Bleibe: „Wir haben nichts bereut“

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Das eigene große Zuhause aufgeben, um Platz für eine junge Familie zu schaffen: Diesen Schritt haben Günter und Hedi Unger aus Unterhaching vor zehn Jahren gewagt. Sie schenkten ihr Haus mit dem 600-Quadratmeter-Garten in der Pestalozzistraße der Tochter und zogen selbst in ein kleines Reihenhäuschen auf der Stumpfwiese

Unterhaching – Günter Unger, 75, und seine um zwei Jahre jüngere Frau Hedi sitzen am Esstisch in ihrem Reihenhaus an der Budapester Straße. „Wenn noch ein Enkelkind kommt, wird es eng“, meint Hedi Unger mit einem Augenzwinkern und deutet auf den quadratischen Tisch mit der Eckbank und den Stühlen. Wenn die ganze Familie – Sohn und Schwiegertochter, Tochter und Schwiegersohn sowie jeweils zwei Enkelkinder – auf einmal zu Besuch kommt, muss man schon zusammenrücken. „Aber wir haben genug Platz. Es reicht sogar für ein Enkelzimmer“, sagt Günter Unger.

Das Haus in der Pestalozzistraße, in dem er seit seiner Kindheit gelebt hat, hatte nach mehreren Umbauten rund 160 Quadratmeter Wohnfläche und Platz für zwei Familien. Doch nach dem Tod von Günter Ungers Eltern und nachdem die Kinder ausgezogen waren, lebte das Paar allein im Erdgeschoss. „Die Wohnung oben stand über Jahre leer“, erzählen die beiden. An jemand Fremdes vermieten, wollten sie nicht. „Aber wir haben uns schon gefragt, was wir mit dem großen Haus machen wollen“, sagt Hedi Unger. Sohn Thomas lebte damals in Berlin, Tochter Nina in München.

Junge Familie auf verzweifelter Wohnungssuche

Doch dann zog Nina, die mittlerweile selbst Mann und Kind hatte, zurück nach Unterhaching, in die Nähe der Eltern. Mit dem zweiten Kind wurde der Platz in der Mietwohnung zu klein. „Sie wollten ein Haus kaufen, aber bei uns in der Nähe bleiben. Das hat nicht geklappt. Sie haben nichts gefunden“, erinnert sich Hedi Unger. Eines Abends habe dann ihr Mann aus dem Bauch heraus gesagt: „Wie wär’s wenn ihr unser Haus nehmt, und wir suchen uns etwas?“ Die Idee vom Haustausch war geboren.

Ihr neues Heim haben die Ungers schnell gefunden. „Wir sind gleich am nächsten Tag aufs Radl gestiegen und haben uns die geplante Reihenhaus-Siedlung auf der Stumpfwiese angeschaut“, erzählt Hedi. Die Lage ihres neuen Hauses direkt an der kleinen S-Bahn-Unterführung ist perfekt, denn so kommt man schnell ins alte Viertel. „Das war uns wichtig“, sagt Günter Unger.

„Im Alter sollte man es sich etwas einfacher machen“

Wenn’s allein nach seiner Frau gegangen wäre, wäre das Paar in eine Dachgeschosswohnung gezogen. Aber Günter Unger wollte keinesfalls auf Rasen, Bäume und Blumen verzichten. Der Hobbygärtner hat jahrelang mit Leidenschaft den großen Garten im alten Haus gehegt und gepflegt. „Jetzt ist alles eben um ein Vielfaches kleiner. Aber man soll es sich im Alter ja etwas einfacher machen“, meint er. So verzichtet er mittlerweile auf Gemüsebeete, und für einen Komposthaufen hat er auch keinen Platz mehr. Lediglich der große Apfelbaum im alten Garten fehlt ihm, den die Enkelkinder nun als Kletterbaum nutzen.

Relativ leicht fiel es dem Ehepaar, sich vor dem Umzug von Dingen zu trennen. „Wir hatten ja ein Jahr Zeit dafür“, sagt Hedi. Vielmehr habe man sich aufs neue Haus gefreut. Geschmerzt hat die beiden nur, dass die Tochter das nur wenige Jahre zuvor renovierte Erdgeschoss völlig umgestaltet hat. So musste für wertvolle Elemente wie den Kachelofen, die hölzerne Wendeltreppe oder die Glasdoppeltür ebenfalls ein neues Zuhause gesucht werden. Die Dinge sind auf einem Bauernhof im Oberland gelandet.

Bekannte haben perplex reagiert

Bekannte, Nachbarn und Freunde haben übrigens perplex reagiert, als sie das erste Mal vom Haustausch hörten. „Die haben sich alle ans Hirn gelangt.“ Nur wenige hätten anfangs verstehen können, wie man das traute Heim so einfach hergeben könnte. „Trotzdem haben beim Umzug alle kräftig mitgeholfen.“

Die größte Sorge der Ungers war indes, dass man nicht mehr so nette Nachbarn hat. „Aber da hat uns der Umzug regelrecht bereichert“, sagen die beiden. Man habe sich mit den neuen Nachbarn gleich gut verstanden, aber auch den Kontakt zu den alten nicht abreißen lassen. „Hier sind viele Nachbarn deutlich jünger. Wir duzen die meisten, und jedes Jahr feiern wir ein Straßenfest.“

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