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Als inkonsequent und teilweise falsch kritisiert Unterhachings Altbürgermeister Erwin Knapek, heute Präsident des Bundesverbandes Geothermie, die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung.

Altbürgermeister Knapek kritisiert die Bundespolitik

Zeit für die Wärmewende läuft davon

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„Die Absicht stimmt, aber das Tempo nicht“: Unterhachings Altbürgermeister Erwin Knapek (74), heute Präsident des Bundesverbands Geothermie, kritisiert die Klimaschutz- und Energiepolitik der Bundesregierung als zu zaghaft.

Landkreis– Es geht Erwin Knapek längst nicht mehr um sein einstiges „Leuchtturmprojekt“, die von ihm initiierte Geothermie in Unterhaching mit innovativer Kalina-Technologie. Nein, als Präsident des Bundesverbands Geothermie hat der 74-Jährige, der inzwischen wieder in Oberhaching lebt, das große Ganze im Blick. Und da hakt es, findet Knapek.

Bis 2050, so lautet das Ziel der Bundesregierung, sollen 80 bis 95 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. Die neue Förderstrategie des Bundeswirtschaftsministeriums zum Umstieg auf Erneuerbare Energien sei allerdings nicht ambitioniert genug und führe dazu, dass man das Klimaschutzprojekt 2050 schon jetzt beerdigen könne.

Knapek zufolge läuft der Bundesregierung die Zeit davon. „Jetzt und nicht morgen werden die Weichen für die Erneuerbare Wärmewende gestellt.“ Die Grundrichtung stimme, das Tempo indes sei zu langsam – die avisierten Ziele ließen sich nur erreichen, wenn man deutlich zügiger fossile Heizungen gegen umweltfreundliche Energiesysteme austausche. „Umso bedauerlicher ist es, dass klimaschädliche, fossile Heizsysteme weiterhin finanziell unterstützt werden und Hybridanlagen auch noch nach 2020 gefördert werden können.“

Der Geothermie-Pioniergeht sogar noch einen Schritt weiter und fordert: „Die Zeit ist knapp. Daher sollte die Bundesregierung sich auch mit einem Verbot des Einbaus von Öl- und Gasheizungen bei Neubauten und Sanierungen beschäftigen – so wie es andere Länder bereits praktizieren. Jede fossile Heizung, die heute eingebaut wird, fehlt den Klimaschutzzielen von morgen.“

Ein weiterer Punkt der Förderstrategie des Bundeswirtschaftsministeriums löst bei Knapek Stirnrunzeln aus. So sollen die Förderung der Energieeffizienz und Erneuerbarer Wärme zusammengeführt werden, was Knapek im Prinzip für richtig hält. Aber: „Wenn man sich die Förderstrategie genau anschaut, wird klar, dass die Bundesregierung die Energieeffizienz quasi als Königsweg an die erste Stelle stellt. Dies ist falsch.“ Für die Erreichung der Klimaschutzziele benötige Deutschland eine Kombination aller Technologien, die zur Verfügung stehen. „Energieeinsparungen allein können es nicht richten“, sagt Knapek.

Immerhin sieht Unterhachings Altbürgermeister bei den Klimaschutz-Plänen der Bundesregierung auch einen Licktblick: „Positiv ist, dass Geothermie explizit Eingang in die neue Förderstrategie gefunden hat. Mit dem Förderschwerpunkt Wärme-Infrastruktur macht das Wirtschaftmisterium klar: Ohne Geothermie ist die Erneuerbare Wärmewende einfach nicht zu schaffen.“

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