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Die Gäste wurden gruppenweise mit Militärhubschraubern ausgeflogen.

Wegen Lawinengefahr ausgeflogen

„Ein bisschen unheimlich war es schon“

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Und plötzlich kam der Schnee. Den haben Berti Golf und seine Freunde ja gesucht. Aber nicht dermaßen viel davon. Und so endete der Winterurlaub in Südtirol im Hubschrauber: Evakuierung statt Skitouren.

Unterhaching– Doch der Reihe nach. Auf 1780 Metern Höhe liegt das Vier-Sterne-Hotel „Langtauferer Hof“ im Vinschgau. Dort hatte sich Berti Golf, Co-Trainer des Volleyball-Zweitligisten TSV Unterhaching, vergangene Woche mit vier Spezln einquartiert, um in den Bergen ringsherum Skitouren zu unternehmen. „Auf Skitour gehe ich, seit ich 16 bin“, erzählt der 49-Jährige im Gespräch mit dem Münchner Merkur. Aber was ihm in den vergangenen Tagen widerfuhr, das hat Berti Golf in dreieinhalb Jahrzehnten noch nicht erlebt.

Skitouren, das bedeutet stets, die Lawinenlage genau zu beobachten, da die Winterbergsteiger sich außerhalb gesicherter Skipisten bewegen. Berti Golf war mit sehr erfahrenen Leuten unterwegs, und deshalb wussten sie: Jetzt wird’s gefährlich.

Einen „oberen Dreier“ hab der Lawinenlagebericht am ersten Tag aus – das reichte gerade noch für eine überlegte, moderate Tour. Dann sagte der Wetterbericht Neuschnee an, 30 Zentimeter. Tatsächlich fiel über Nacht aber die doppelte Menge – nun wurde es kritisch. Die einzige Verbindungsstraße ins Tal, in die Ortschaft Graun am Lago die Rèsia, musste wegen akuter Lawinengefahr gesperrt werden. Die Gäste waren also allesamt eingeschlossen in dem Berghotel im Langtauferer Tal. Und Skitouren konnten sie auch keine mehr machen: zu gefährlich.

. Wenn die Straße wieder frei ist und der Unterhachinger Volleyballtrainer zurück zum Berghotel kann, muss er noch sein Auto ausbuddeln

Das war am vergangenen Sonntag. Die Lage am Montag: unverändert. „Wir sind mit den Tourenski ein bisschen im Wald herumgerutscht“, berichtet Berti Golf. Beschäftigungstherapie gegen das Warten.

Dann, in der Nacht zum Dienstag, spitzte sich die Lage plötzlich zu. Der Strom fiel aus, das Mobilfunknetz ebenfalls, „wir hatten keinerlei Kontakt mehr zur Außenwelt“. Erst am Dienstagmorgen gab es wieder eine Verbindung. Und gleich die beängstigende Information: Nur 750 Meter weiter westlich war die sogenannte Erlebnisschule von einer Lawine weggespült worden.

„Ein bisschen unheimlich war es schon“, beschreibt Berti Golf seine Gefühlslage. „Aber der Hotelbesitzer konnte die Lage gut einschätzen. Er wusste, dass eine Lawinenschneise erst etwa 100 Meter entfernt ist und keine unmittelbare Gefahr drohte. Aber ganz unkritisch war es nicht.“

Das sahen auch die italienischen Einsatzkräfte so, die am Dienstagmorgen eine große Evakuierungsaktion mit Militärhubschraubern starteten. „Zunächst hieß es, dass kein Zwang bestehe, sich ausfliegen zu lassen“, blickt Berti Golf zurück. „Aber um 11 Uhr kamen die Carabinieri und sagten, alle müssen raus.“ Weil sich Tauwetter ankündigte und die Lawinengefahr weiter ansteigen würde.

Nun ging alles ganz schnell. „Wir durften nur etwas Handgepäck zusammenpacken. Ein Bergführer aus Bozen hat uns in Gruppen eingeteilt, und dann kamen auch schon die Hubschrauber“, sagt der 49-Jährige. Trotz allem sei die Atmosphäre „sehr professionell und entspannt gewesen, es gab weder Hektik noch Panik, das Hotel hat sogar Freibier ausgeschenkt“.

Abwarten und Tee trinken – das galt zunächst für Berti Golf (unten r.) und seine Skitourenfreunde.

Berti Golf und seine Freunde bekamen die Zuteilung in Gruppe Nummer sieben, und um 14 Uhr ratterten die Rotorblätter: ab in den Hubschrauber. Die Gruppe wurde in den lawinensicher gelegenen Ort St. Valentin geflogen, dort registriert, mit Essen versorgt und in einer Notunterkunft einquartiert.

In der harren Berti Golf und seine Skitourenkameraden immer noch aus, denn ihre Autos und die komplette Ausrüstung befinden sich ja im Berghotel. Wann sie dorthin zurückkehren können? „Die Straße ist mit Gesteinbrocken und Bäumen verschüttet“, übt sich Berti Golf in Geduld. „Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren.“

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