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Party-Spielplatz: Anwohner richtet verzweifelten Appell an Gemeinderat - „Sie machen meine Familie kaputt“

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Von: Andreas Sachse

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Bierflaschen, Plastikbecher und weiteren Müll hinterließen Jugendliche in der Freizeitanlage. Als die Polizei kam, liefen sie in alle Richtungen davon.
Lärm und die Hinterlassenschaften von feiernden Jugendlichen machen einem Vater in Unterhaching zu schaffen (Symbolfoto) © Muck

Lärm vom Spielplatz raubt einem Anwohner den Schlaf. Außerdem bangt er um die Sicherheit seiner Kinder. Im Gemeinderat klagte er jetzt sein Leid. Die Gemeinde lässt nun zumindest eine Tischtennisplatte entfernen.

Unterhaching - Nach den Erfahrungen des Familienvaters nutzen vermehrt Jugendliche den Spielplatz an der Lohestraße in Unterhaching in den Abendstunden als Partyecke. Nicht nur der Radau macht ihm zu schaffen. Mit keinem guten Gefühl könne er seine Kinder dort mehr spielen lassen. Den Ausdruck in den Augen seiner Tochter, die eines Tages mit einem benutzten Kondom in der Hand in der Haustür stand, kann er nicht vergessen: „Ich bin am Ende“, sagte er verzweifelt. .

Unterhaching: Debatte in Bürgerfragestunde heizt sich zusehends auf

Die in der Bürgerfragestunde losgetretene Debatte heizte sich zusehends auf. Während Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) die Frage stellte, weshalb sich der Mann erst ein Jahr, nachdem der Spielplatz gemeinsam mit Anwohner-Kindern öffentlich gestaltet worden war, zu Wort meldete, kritisierte der ein oder andere Gemeinderat den allein vor dem Plenum postierten Familienvater scharf. Julia Stifter (FWU) hielt dem Anwohner vor Augen, dass der Spielplatz noch durch eine Straße von seinem Anwesen getrennt sei. „Was die Gemeinde in der Lohestraße umgesetzt hat, ist wahnsinnig toll.“ Sie betonte die Bedeutung von Spielplätzen im Ort: „Nicht alle Familien, wie die Ihre, haben einen Garten.“ Der Familienvater sah sich in die Ecke gedrängt und rang um Unterstützung: „Sie machen meine Familie kaputt“, rief er verzweifelt.

CSU-Gemeinderat spricht von unreifer Diskussionskultur

Während Julia Stifter die Gefahr sieht, dass sich in der Gemeinde eine Beschwerdekultur entwickelt, die sich an Spielplätzen und Tischtennisplätzen aufhängen würde, hielt CSU-Fraktionssprecher Korbinian Rausch Teilen des Gemeinderats eine unreife Diskussionskultur vor. Mitglieder verschiedener Fraktionen hätten sich gegenüber dem Familienvater durch „mangelnde Empathie“ hervorgetan. Der Mann habe es immerhin auf sich genommen, dem Gemeinderat seine Sorgen zu schildern. „Wenn wir alle ein bisschen netter aufeinander zugehen würden, bricht uns kein Zacken aus der Krone“, resümierte Rausch. Er selbst vertritt die Ansicht, dass die Tischtennisplatte ungünstig postiert sei: Direkt neben der Straße sei das viel zu gefährlich. „Jeder Schmetterball, den der Gegner nicht erreicht, landet sofort auf der Fahrbahn“, ergänzte Franz Felzmann (CSU).

Tischtennisplatte wird entfernt

Die von den Fraktionen zunächst favorisierte Variante, die Tischtennisplatte andernorts auf dem Spielplatz aufzubauen, setzte sich nicht durch. Man hätte Grünflächen opfern oder Pkw-Stellplätze streichen müssen, so der Bürgermeister. Vor seinem inneren Auge sah Panzer sich bereits mit Protestschreiben konfrontiert. Sollte sich keine andere Möglichkeit auftun, ist die Tischtennisplatte damit Geschichte.

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