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Volleyball-Bundesliga: Emotionaler Weckruf in aussichtsloser Situation

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Von: Umberto Savignano

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Mit Leidenschaft am Spielfeldrand: Bogdan Tanase (l.), Trainer des TSV Haching München, rüttelt immer wieder sein Team wach.
Mit Leidenschaft am Spielfeldrand: Bogdan Tanase (l.), Trainer des TSV Haching München, rüttelt immer wieder sein Team wach. © Sven Leifer

Ein Satzgewinn sprang für die Volleyballer des TSV Haching München gegen die Powervolleys Düren zwar nicht heraus. Das 0:3 (21:25, 13:25, 26:28) gegen einen der Finalanwärter im Kampf um die Deutsche Meisterschaft war aber zumindest phasenweise ermutigend.

Unterhaching - „Im dritten Satz war es ein sehr gutes Spiel von uns“, fand Zuspieler Eric Paduretu. „Im ersten und zweiten Satz hat es Düren aber sehr gut gemacht. Die sind hergekommen, um alles zu geben, weil wir sie im Hinspiel ordentlich ärgern konnten.“ Beim 2:3 in Düren hatte der TSV seinen bislang einzigen Punkt für die Tabelle geholt.

Eine ähnliche Überraschung war diesmal gegen den erfahrenen Tabellendritten kaum zu erwarten. Doch der Start in die Partie gelang den Hachingern recht ordentlich, sie führten 7:5, dann setzten sich die hoch favorisierten Gäste aber auf 16:23 ab. Der TSV kämpfte sich noch einmal heran, wehrte den ersten Satzball ab und unterlag nach einem erfolgreichen Dürener Block mit 21:24 in einem durchaus respektablen Rahmen.

Ganz anders verlief der zweite Durchgang, den die Westdeutschen von Anfang bis Ende deutlich dominierten. Aufregung gab es trotzdem: Beim Stand von 11:20 fällte das Schiedsrichtergespann zwei umstrittene Entscheidungen zu Gunsten Dürens, dabei wurde auch ein ursprünglich für den TSV gewerteter Punkt nach längerer Absprache den Gästen zuerkannt. Das brachte Hachings Trainer Bogdan Tanase in Rage, er applaudierte höhnisch in Richtung der Unparteiischen. Tom Strohbach, Ex-Hachinger am Mikrofon des Livestreams, empfahl den Hachingern, „besser mehr bei sich zu bleiben“, um den dritten Satz wieder offener gestalten zu können. Aber vielleicht wollte Tanase ja gerade die Emotionen in diesem ohnehin aussichtslosen und wenig später mit 13:25 verlorenen Spielabschnitt nutzen, um sein Team wachzurütteln.

Paduretu fand die Gefühlsaufwallungen jedenfalls förderlich: „Das Schiedsrichtergespann hat sicher die eine oder andere unglückliche Entscheidung getroffen. Aufgrund der Unstimmigkeiten kommt dann aber Leben in die Partie. Und mit diesen Emotionen können wir jeder Mannschaft die Stirn bieten.“

Sollte dies also tatsächlich der Plan des Trainers gewesen sein, so ging er offenbar auf: Der TSV erwischte im dritten Satz einen 3:0-Blitzstart und hielt den Vorsprung, der zwischenzeitlich sogar vier Punkte (9:5) betrug, bis Düren ein 17:15 in ein 17:20 verwandelte. Doch die Löwen ließen sich nicht entmutigen, arbeiteten sich abermals heran, glichen durch ein Ass von Philipp Schumann zum 23:23 aus und bescherten den Zuschauern noch eine spannende Endphase: Dürens erster Matchball wurde abgewehrt, anschließend vergaben die Hachinger zwei Satzbälle. Und so nutzte schließlich der routinierte Angreifer Sebastián Gevert mit einem Ass die zweite Chance der Gäste zum 26:28 nach 83 Minuten.

Tanase durfte sich über einen wirklich guten Schlussdurchgang freuen, er bedauerte nach dem Spiel aber, dass sein Team dem Favoriten nicht früher so entschlossen Paroli bot: „Leider konnten wir erst am Ende unsere Qualitäten aufs Parkett legen.“

TSV Haching München: Rupprecht, Gehringer, Schumann, Topuzliev, Rösler, B. Sagstetter, Graven (L); J. Sagstetter, Petrusic, Paduretu, Heckel, Chefai (L)

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