„Bitte Fuß vom Gas“: Das Landratsamt ruft zum Schutz von Fröschen und Molchen auf. Hier eine Erdkröte.
+
„Bitte Fuß vom Gas“: Das Landratsamt ruft zum Schutz von Fröschen und Molchen auf. Hier eine Erdkröte.

Spektakel beginnt

Runter vom Gas für Amphibien

Frösche, Molche und Erdkröten: Die Wanderschaft der Tiere startet. Das Landratsamt München bitte um Mithilfe.

Landkreis – Mit den ersten Sonnenstrahlen und den länger werdenden Tagen erwachen Amphibien allmählich wieder aus ihrer Winterstarre. Damit beginnt ein alljährliches Spektakel: In milderen, besonders in regnerischen Nächten machen sich Frösche, Molche und Erdkröten auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern. Das Landratsamt bittet deshalb um Vorsicht im Straßenverkehr. Mit hohem Aufwand bereiten Behörden indes relevante Wanderstrecken auf den amphibischen Ansturm vor. Dabei kommt es auch zu Straßensperrungen.

Die aktuelle Kälteperiode bringt zwar die Wanderung wieder zum Erliegen, doch mit länger werdenden Tagen im März und allmählich steigenden Nachttemperaturen über fünf Grad Celsius ist mit einer Fortsetzung der Wanderbewegungen zu rechnen, teilt das Landratsamt mit.

Landratsamt: „Bitte Fuß vom Gas zum Schutz der Amphibien und auch der zahlreichen menschlichen Helfer!“

Damit ist ab sofort wieder besondere Rücksicht geboten: „Bitte Fuß vom Gas zum Schutz der Amphibien und auch der zahlreichen menschlichen Helfer!“, so die Kreisverwaltung. Behörden würden derzeit alle relevanten Wanderstrecken im Landkreis München auf den amphibischen Ansturm vorbereiten: An Straßen mit starken Wanderbewegungen werden demnach Zäune aufgestellt und Eimer eingegraben.

Einzelne Strecken mit besonders starker abendlicher Laichwanderung werden über die Nachtstunden vollständig gesperrt, andere sind nur eingeschränkt befahrbar. „Dort heißt es aufmerksam sein und vor allem Fuß vom Gas!“, so die Kreisverwaltung.

Schon bei Geschwindigkeiten über 30 Kilometer pro Stunde würden Amphibien allein durch den Luftdruck getötet. Autos, Lastwagen und sogar Fahrräder würden von den Tieren nicht als Gefahren erkannt, sie reagieren deshalb nicht rechtzeitig und erliegen so jährlich zu Tausenden dem Straßentod, teilte die Behörde mit.

„Auf nassem Untergrund sterben die Tiere nämlich massenhaft zu den Gewässern“

Das Landratsamt bittet deshalb alle Verkehrsteilnehmer um Einhaltung der vorübergehenden Tempolimits und um Beachtung der Warnschilder, die auf Streckenabschnitte mit erhöhten Amphibienaufkommen hinweisen. Besondere Vorsicht sei in regnerischen Nachtstunden während der Hauptwanderzeit zwischen 19 Uhr abends und 7 Uhr morgens geboten. „Auf nassem Untergrund sterben die Tiere nämlich massenhaft zu den Gewässern“, so das Landratsamt München.

Bürger können bei der Wanderung helfen

Auf allen Wanderstrecken seien abends und in den frühen Morgenstunden zahlreiche Helfer unterwegs. Sie betreuen Schutzzäune, sammeln Frösche, Kröten und Molche ein und tragen die Tiere über die Straße, damit sie gefahrlos den Weg zu den Laichgewässern fortsetzen können, schreibt die Kreisverwaltung. Gegen Ende der Paarungssaison würden die Zäune „unverzüglich wieder abgebaut“.

Das Landratsamt München bittet zudem alle Hausbesitzer um ihre Mithilfe und ruft dazu auf, Kellerschächte auf hineingefallene Lurche zu überprüfen und solche Tiere zu befreien. Interessierte, die sich engagieren möchten, können sich im Landratsamt unter 089/ 6221-2367 melden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare