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Von einer gefährlichen Schneelast auf dem Dach der Unterhachinger Sportarena ist von hier aus gar nicht s zu sehen. Sie ist für den Spiebetrieb gesperrt.

Sportarena in Unterhaching muss gesperrt werden

Volleyballfest platzt wegen Hallensperre

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Ein Test unter Wettkampfbedingungen statt des erhofften Volleyballfests in eigener Halle: Das ist die bittere Perspektive der Hypo Tirol Alpenvolleys Haching für das heutige CEV-Cup-Rückspiel (Beginn 20.30 Uhr) bei Trentino Volley.

Unterhaching – Wochenlang hatten Verantwortliche, Spieler und Fans der Spielgemeinschaft aus Oberbayern und Tirol dem Höhepunkt gegen Trento entgegengefiebert, der gestern in Unterhaching über die Bühne hätte gehen sollen. Doch, weil die Bayernwerk Sportarena wegen der Schneemassen auf dem Dach übers Wochenende gesperrt war und Unsicherheit herrschte, wie es danach weitergehen würde, war man zu schnellem Handeln gezwungen. Eine Verschiebung um eine Woche lässt der dichte Terminplan nicht zu (schon in zwei Wochen steht das Viertelfinale an) und laut Regularien des Europäischen Verbandes CEV muss die Halle am Tag vor dem Spiel zum Training zur Verfügung stehen. In diesem Fall also am Montag, was eben nicht garantiert werden konnte. „Mir war schon am Freitag zu 99 Prozent klar, dass es Trento wird“, sagt Alpenvolleys-Manager Hannes Kronthaler, der die CEV umgehend per E-Mail kontaktierte und auch Innsbruck als Spielort vorschlug. Darauf ging der Verband, der Tirols Landeshauptstadt als Spielstätte für einen deutschen Bundesligisten schon vor der Saison grundsätzlich ausschloss, aber erst gar nicht ein, zu Kronthalers Unmut: „Wir sind ja nicht der Letzte der albanischen Liga, sondern der Tabellenführer von Deutschland.“ Auch die von der CEV ins Spiel gebrachte Option „Dach abschöpfen“ ärgerte Kronthaler richtig („Volltrottel!“), Vorschlag zwei, auf eine andere Halle in Bayern auszuweichen, war ebenfalls unrealistisch. Und so müssen die Alpenvolleys nach dem 0:3 im Hinspiel auch zum zweiten Duell beim italienischen Spitzenreiter und aktuellen Klubweltmeister antreten.

Mihai Paduretus Stimme sind die Folgen einer Erkältung noch anzumerken, doch selbst in topfittem Zustand würde er sich in diesen Tagen kaum fröhlicher anhören: „Die Enttäuschung ist riesig. Aber es ist nicht zu ändern, leider passieren solche Sachen“, kommentiert der Alpenvolleys-Sportdirektor die unglücklichen Umstände rund um das zweite Achtelfinal-Duell im zweithöchsten europäischen Wettbewerb.

„Wirtschaftlich und fanmäßig ist es einfach sehr schade“, klagt Kronthaler. „Wir hätten die Einnahmen gehabt, weil die Halle bummvoll gewesen wäre, und wir hätten in Unterhaching die beste Mannschaft der Welt gesehen. Das wäre nach Friedrichshafen nochmal ein Höhepunkt gewesen.“ So aber werden die Alpenvolleys in Trento nicht mehr als einen sehr guten Test unter Wettkampfbedingungen bestreiten. „Für uns wäre es ein Highlight gewesen, für die Fans in Trento hat das Spiel keine Bedeutung“, so Paduretu. „Aber was sollst du machen? Es waren 25 Gebäude betroffen, auch Kindergärten und Schulen. Es wurde scheinbar auch zusätzliches Personal von außerhalb eingesetzt. Man hat alles getan.“

Klar ist, dass die Alpenvolleys erheblich draufzahlen, auch wenn der Gegner laut Kronthaler „zum Glück sehr entgegenkommend“ war: „Trento hat die Hotelkosten für die Schiedsrichter übernommen. Aber die Flüge zahle ich doppelt.“ Angesichts der Überlegenheit der Italiener müssen die Alpenvolleys sich zumindest nicht über eine verpasste Chance aufs Viertelfinale grämen. „Wir können von Glück reden, dass es Trento ist, denn da hält sich der sportliche Schaden in Grenzen. Das ist die beste Mannschaft der Welt, die ist unantastbar“, sagt Kronthaler. „Aber wenn das zum Beispiel gegen unseren Gegner davor, Novi Sad, passiert wäre, wir also dort zweimal hätten spielen müssen, dann wäre das eine Katastrophe gewesen.“

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