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Streitthema „Grüne Mitte“: Bürger dürfen mitentscheiden

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Von: Martin Becker

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Auf dieser Wand können die Bürger ihre Wünsche aufschreiben, wie sie sich die Zukunft der Grünen Mitte vorstellen. 
Auf dieser Wand können die Bürger ihre Wünsche aufschreiben, wie sie sich die Zukunft der Grünen Mitte vorstellen.  © Martin Becker

Das Thema „Grüne Mitte“ erhitzt in Unterhaching seit Jahren die Gemüter. Nach dem jüngsten Grundsatzbeschluss des Gemeinderats, zwischen Witney- und Ludwig-Specht-Straße keinen Autoverkehr zuzulassen und lediglich einen Geh- und Radweg zu bauen, wurde jetzt der Informationsdialog mit der Bevölkerung gestartet.

Unterhaching - Bis die Bagger anrollen und Fakten schaffen, werden voraussichtlich noch bis zu zwei Jahre vergehen – der übliche Zeitrahmen bei einem komplexen Bebauungsplanverfahren. Aktuell sind die Bürger aufgefordert, sich am Gemeindevorschlag mit der „Variante halboffen“ (also Geh- und Radweg plus Platzcharakter mit Aufenthaltsqualität) „zu reiben“, wie es Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) formuliert hatte. Um parteipolitische Färbungen auszuschließen, wird dieser hybride Informationsdialog mit Online-Umfrage, Infotafeln und Bürgersprechstunden vom Architekturbüro Studio-Stadt-Region (SSR) neutral moderiert.

Wünsche auf Ideen-Postkarten

Kurz vor Weihnachten fand vor Ort die erste, rege frequentierte Bürgersprechstunde statt, die zweite ist für den 21. Januar (12 bis 15.30 Uhr). Große blaue und wetterfest gehaltene Informationsplanen aus Lkw-Material am nördlichen Ende der Witneystraße erklären, was der Sachstand ist und wie ein Bebauungsplanverfahren funktioniert. Die Bürger können vor Ort „Ideen-Postkarten“ ausfüllen oder ihre Wünsche mit wasserfesten Stiften auf die Kunststoffplanen schreiben. Ein QR-Code verweist zudem auf die Online-Umfrage auf www.unterhaching.de, in der auf Skizzen die Planungs-Optionen dargestellt und acht Fragen gestellt werden. Eine davon lautet: Wie möchten Sie die Wiese und den neu entstehenden Platz nutzen?

Dazu ist auf den Informationsplanen vor Ort ein erstes Meinungsbild aus der Bevölkerung nachzulesen. „Gott sei Dank kein Autoverkehr – bitte auch keine Partymeile“, hat jemand geschrieben, in einem anderen Bürgerkommentar heißt es: „Viel Grün und wenig Lärm“. Ein Wunsch lautet: „Bitte kein Platz!!! Wir brauchen so viel Schall- und Lärmschutz wie möglich – kein Treffpunkt mitten im Wohngebiet.“

Autofrei und viel Grün – das sind nur einige Wünsche der Unterhachinger. 
Autofrei und viel Grün – das sind nur einige Wünsche der Unterhachinger.  © Martin Becker

Das wünschen sich die Bürger

Die Meinungen sind so vielfältig wie die Bevölkerung, die sich – wie gewünscht – an vielen Aspekten reibt. Beispielsweise an der Frage, ob es Bolzplatz für Kinder und Jugendliche errichtet werden sollte. Ja, finden einige, mehrere wiederum schreiben: „Kein Fußballplatz!“ Dass Autoverkehr, der umstrittene „Durchstich“, ausgeschlossen sein soll, gefällt vielen, einer schreibt dazu „Juchuu!“. Weitere Anregungen sind Vogelbeobachtungsstätten, ein Café, Spielplätze, „Beschäftigungsmöglichkeiten für alle Generationen“ oder „einfach grüne Mitte“.

Finale Entscheidung Ende dieses Jahres

Die Ergebnisse dieses Informationsdialogs sollen in der Februar-Sitzung des Gemeinderats vorgestellt worden und den Kommunalpolitikern als Entscheidungsgrundlage dienen, wenn sie über den Entwurf des Bebauungsplans abstimmen. Es folgen im Laufe des Jahres zwei offizielle Öffentlichkeitsbeteiligungen, darin geäußerte Bedenken wird der Gemeinderat abwägen. Ende 2022 soll dann eine finale Entscheidung fallen – und 2023 könnte die „Grüne Mitte“ endlich ein Gesicht bekommen, das möglichst vielen Unterhachingern gefällt.

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