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Wegen des Feinstaubs fordern Klimaschützer zentrale Feuerwerke statt vieler kleiner, wie hier in München.

Nicht überall ist zentrales Böllern möglich

Zentrales Feuerwerk im Landkreis: Nicht für alle Orte der Knaller

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Das Silvesterfeuerwerk ist eine allseits beliebte Tradition. Doch genau über diese Tradition wird derzeit hitzig debattiert, der Streitpunkt: die Feinstaubbelastung. Umweltschützer fordern zentrale Feuerwerke oder gar ein Verbot. Ob das im Landkreis überhaupt möglich ist?

Landkreis –  „Wir sind hier weder am Hamburger Kiez noch auf der Münchner Feiermeile“, sagt Peter Ruppert, Inhaber des Geschäfts Himmelsschreiber in Unterhaching, das sich auf Feuerwerke spezialisiert hat. In Gemeinden mit mehreren Ortsteilen oder Kommunen, die sehr groß und weitläufig sind, würden viele Bürger das Angebot eines zentralen Feuerwerks wahrscheinlich nicht wahrnehmen. Wenn man beispielsweise im Fasanenpark in Unterhaching ein gesammeltes Feuerwerk veranstalten würde, müssten viele Bürger eine ganz schöne Strecke laufen. „Das zerreißt die ganze Party“, sagt Ruppert. Denn meistens wird nicht wie in Berlin an Ort und Stelle weiter gefeiert, sondern „jeder geht seine 1000 Meter wieder nach Hause“.

Örtliche Voraussetzungen und gesetzliche Regelungen

Erst kürzlich stand das Thema „Zentrales Feuerwerk“ auf der Agenda des Unterhachinger Gemeinderats. Die Grünen hatten einen entsprechenden Antrag gestellt, der allerdings abgelehnt werden musste. 

Nicht weil man nicht will, sondern weil die Umstände es in der Gemeinde nicht erlauben. Feuerwehr und Burschenverein lehnten es ab, solch eine Veranstaltung zu organisieren. Die Polizei kann in der Silvesternacht nicht genügend Kräfte abstellen. Außerdem können weder im Fasanenpark noch in der Grünau als mögliche Veranstaltungsorte die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzabstände eingehalten werden.

Brunnthal veranstaltet zum ersten Mal ein zentrales Feuerwerk

Nichts desto trotz, Peter Ruppert ist kein Feind zentraler Feuerwerke. Zusammen mit der Feuerwehr Brunnthal plant er heuer ein großes Lichtspiel auf dem Freizeitgelände an der Kirchstockacher Straße. Das erste zentrale Feuerwerk in der Gemeinde. „Wir haben uns das Feuerwerk in Siegertsbrunn zum Vorbild genommen“, sagt Thomas Mayer, Zweiter Bürgermeister und Vorsitzender der Feuerwehr. In der Nachbargemeinde organisiert die Feuerwehr seit Jahren ein zentrales Feuerwerk – mit Erfolg.

Das sind die Voraussetzungen für ein zentrales Feuerwerk

Es müssten aber auch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, sagt Mayer. Zum Beispiel muss eine Absperrung im Radius von 150 Meter um das Gelände aufgebaut werden. Ein Haufen Arbeit, trotz Hilfe der Gemeinde. Vor allem für die Ehrenamtlichen der Feuerwehr. Mayer sei jedoch begeistert „was für ein Engagement zur Zeit herrscht“. Dennoch sei Silvester ein Familienfest: „Wir hoffen, dass wir trotzdem zehn bis 15 Leute zusammenbekommen“, sagt Mayer.

Finanzieren will die Feuerwehr das Ganze auf Spendenbasis. „Zurzeit haben wir 500 Euro“, sagt der Zweite Bürgermeister. 2500 Euro bis 3000 müssten es schon sein. „Wir versuchen, aktiv Werbung zu machen.“ Der Grund für das zentrale Feuerwerk: „Alle reden von Feinstaub und Klimaschutz“, sagt Mayer. „Aber man kann nicht nur reden, sondern muss auch was machen.“

Damit auch die Bürger der Ortsteile Hofolding, Faistenhaar und Otterloh zum Feuerwerk mit Umtrunk kommen können, hat Mayer Fahrgemeinschaften vorgeschlagen. Personal und Geld ist in der Silvesternacht knapp, deshalb hofft er, dass die Bürger zusammenhelfen.

Haarer spenden Geld, statt Böller zu kaufen

So handhabt das auch die Gemeinde Haar, die seit der Jahrtausendwende ein zentrales Feuerwerk am Sportpark Eglfing veranstaltet. Dafür bittet die Kommune ihre Bürger, das Geld nicht für Raketen und Böller auszugeben, sondern zu spenden. „Das Geld kommt Menschen in Haar zugute, denen es nicht so gut geht“, sagt Rathaussprecherin Ute Dechent. Zwischen 3000 und 5000 Euro pro Jahr nehme die Gemeinde dadurch ein. Dafür ist am Silvesterabend aber auch einiges geboten. „Gut zehn Minuten“ dauere das Feuerwerk, anschließend tanzen die Bürger ins neue Jahr. Gefordert sei die Gemeinde an diesem Tag besonders. „Sicherheitspersonal für Silvester zu finden, ist sehr schwierig“, sagt Dechent. Mit dem Pyrotechniker und ehemaligen Feuerwehrkommandanten Rudi Künig hat Haar aber seit Jahren professionelle Hilfe.

Zentrale Feuerwerke sind in nahezu jeder Kommune ein Thema. Doch nur in den wenigsten Fällen findet ein solches statt. Auch dieses Silvester werden die meisten Bürger wieder vor der eigenen Haustür Raketen in den Himmel schießen.

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