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Die Denkpause haben sie sich redlich verdient: (v.l.) Simon Baller (1,0), Paul Schindler (1,1), Felix Heindl (1,1), Tessa Reisenauer (1,0) und Aurelie Tihang (1,0).

Gymnasium Unterhaching

Mit dem Pauken ist jetzt Schluss

Unterhaching - Eine Denkpause haben sich wohl alle 164 Absolventen des Lise-Meitner-Gymnasiums (LMG) verdient. Fünf von ihnen erreichten die Traumnoten 1,0 und 1,1.

Auf dem Schulhof und in der Aula herrscht Aufregung, die jungen Leute feiern. „Hey, zeig mal her“, „Mensch, krass, gepackt!“ ist zu hören. Unter denen, die besonders strahlen, sind Simon Baller (18), Tessa Reisenauer (17) und Aurelie Tihang. Die drei sind stolze Besitzer eines Abschlusses mit glatter Eins. 

Mit einem Freudenschrei kommt die 17-jährige Aurelie aus dem Verkündungszimmer geflitzt. Die junge Frau weiß schon genau, was sie will: „Ich werde einmal Bauingenieurin“, sagt sie selbstbewusst und liefert die Erklärung: „Ich mag logisches, strategisches Arbeiten an einer Problemlösung.“ Freilich habe sie auch ein wenig mit Elektrotechnik geliebäugelt. Statt Urlaub verbringt Aurelie die nächsten zweieinhalb Monate auf einer Baustelle in Planegg, macht dort Praktikum. Und sie lernt Arabisch. Warum? „Es interessiert mich, ich kann bereits das Alphabet, meinen Namen und ,Guten Tag‘ sagen“, lacht die sympathische Taufkirchnerin. 

Simon Baller sieht sich später in der Medizin oder Biochemie. Die Fächer Latein und Chemie sind seine Favoriten. Zunächst geht es für den 18-jährigen Taufkirchner nach Zentral- und Südamerika. „Ich war dort schon einmal mit dem ,Klassenzimmer unter Segeln‘“, berichtet Simon von einem Schulprojekt, das ihn sehr fasziniert hat. Weil ihm Länder wie Kolumbien, Panama oder Ecuador gut liegen, spricht er mittlerweile Spanisch.

Seit mehr als fünf Jahren ist Paul Schindler sein Freund und Banknachbar. Der sportliche Holzkirchner hat doppelten Grund zur Freude: Nicht nur, dass er sich mit seinem 1,1-Abschluss alle Türen offen hält, er wird am heutigen Montag auch volljährig. Feiern wird Paul gemeinsam mit der ganzen Familie in Eisenach in Thüringen, dort ist er geboren. Er hat sein Ziel im Blick: „Ich werde erst Physik studieren, promovieren und dann in die Forschung gehen“. Als Astronom will er in die Staaten, „weil es da die besten Teleskope gibt“. 

Ihren Traumjob hat Tessa Reisenauer gefunden: Die Human-, vielleicht auch die Zahnmedizin haben es der 17-Jährigen angetan. Ein Praktikum auf der Intensiv-Station einer Münchner Klinik hat sie in ihrem Berufswunsch bekräftigt. „Schon mit zehn Jahren wollte ich Chirurgin werden“, erzählt Tessa. Jetzt ruhen die Pläne, ein Jahr Pause hat sich die 17-Jährige verordnet. Für den Sommer plant sie ein ökologisches Praktikum in Spanien, im Winter möchte sie nach Neuseeland reisen, sich dort umschauen und eine freiwillige Arbeit annehmen. Nicht nur für medizinische, auch für klassische Instrumente hat Tessa ein Händchen. Seit zehn Jahren spielt sie Harfe – auch das war im Abi ihr Prüfungsfach. Kathrin Kohnke

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