Gemeinsame Sache in puncto Energiewende machen (v.l.) IEP-Geschäftsführer Helmut Mangold, Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund sowie aus Unterhaching der dortige Geothermie-Chef Wolfgang Geisinger und Bürgermeister Wolfgang Panzer.
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Gemeinsame Sache in puncto Energiewende machen (v.l.) IEP-Geschäftsführer Helmut Mangold, Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund sowie aus Unterhaching der dortige Geothermie-Chef Wolfgang Geisinger und Bürgermeister Wolfgang Panzer.

Interkommunale Kooperation: Unterhaching wechselt beim technischen Service zur IEP

Zwei Geothermie-Pioniere tun sich zusammen

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Die Geothermie Unterhaching und die Innovative Energie Pullach (IEP) kooperieren ab dem 1. April miteinander. Zusammen haben beide Unternehmen Großes vor.

Unterhaching/Pullach – Für die Endverbraucher ändert sich fast nichts, im Hintergrund dagegen einiges – und für die Zukunft gibt es große Pläne: Die Geothermie Unterhaching wechselt zum 1. April den technischen Dienstleister fürs Fernwärmenetz und vertraut fortan auf die Expertise der Innovativen Energie Pullach (IEP).

Dass sich zwei Geothermie-Pioniere zusammentun, werten die Rathauschefs beider Gemeinden als „Meilenstein der kommunalen Daseinsvorsorge“, wie Pullachs Bürgermeisterin Susanne Tausendfreund es formuliert. Ihr Unterhachinger Amtskollege Wolfgang Panzer sagt über die Bündelung von Kompetenz und Synergie: „Warum einzeln Know-how aufbauen, wenn man sich gegenseitig unterstützen kann?“

Fernwärmenetz ist 50 Kilometer lang

Beim technischen Service der Geothermie Unterhaching geht es um ein 50 Kilometer langes Netz aus Fernwärmeleitungen mit rund 850 Wärmeübergabestationen – diese Armaturschächte müssen regelmäßig kontrolliert werden. Vor allem bei der Digitalisierung ist die IEP schon sehr weit, Unterhaching hofft nun auf ähnliche Fortschritte. Praktisch: Beide Geothermie-Unternehmen nutzen haargenau die gleiche Technik, sodass die Umstellung zum 1. April problemlos über Nacht erfolgen kann.

Das neue Service-Team der IEP steht den etwa 14 000 Unterhachingern, die umweltfreundlich mit Fern- aus Erdwärme versorgt werden, unverändert unter Tel. 089 / 6 65 98 26 66 mit einer 24-Stunden-Rufbereitschaft zur Verfügung. Im Zuge der Kooperation wird die IEP ihr Team um zwei Mitarbeiter aufstocken.

Fortschritte bei der Digitalisierung

Jenseits von Digitalisierungs-Fortschritten bei der Fehler-Ferndiagnose blicken die beiden Geschäftsführer, Wolfgang Geisinger (Geothermie Unterhaching) und Helmut Mangold (IEP), tatendurstig in die Zukunft. Beide Unternehmen sind Teil des bundesweiten Projekts „Wärmewende durch Geothermie“, beide Geschäftsführer sehen noch viel Potenzial.

Großräumige Vernetzung mit München als Drehscheibe

„Man muss in Energiefragen großräumig denken“, sagt Geisinger. Über Unterhaching hinaus, das seinen geothermischen Fernwärme-Marktanteil von derzeit 60 auf 75 Prozent ausbauen möchte, ist eine Vernetzung mit der Landeshauptstadt München angedacht, eine universitäre Studie dazu schon beauftragt. „In etwa 15 Jahren“, schätzt Mangold, „wird es Fernwärme-Achsen geben von Holzkirchen bis Ismaning und von Gauting bis Ebersberg, intelligent vernetzt über die Drehscheibe München.“ Unterhachings Bürgermeister Panzer erweitert den Fokus ebenso: „Erneuerbare Energie kann keine Insellösung sein.“

Das Reservoir an unterirdischem Heißwasser in der 700 Meter dicken Gesteinsschicht zwischen Donau und Alpenrand sei „gigantisch“, hebt Geisinger hervor. Dass München den hundertfachen Fernwärmebedarf habe wie Unterhaching: kein Problem also. IEP-Kollege Mangold rechnet vor, welchen Nutzen eine übergreifende Vernetzung hätte: „Wenn der fernwärme-Hunger aus München steigt, könnten wir unsere Anlagen doppelt so lange laufen lassen wie jetzt – bei unveränderten Fixkosten, was diese also halbiert.“ Auch Geisinger hält „eine flächige Abdeckung des ganzen Großraums München für möglich“.

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