Feuerwehreinsatz: Karstadt an der Schleißheimer Straße geräumt

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Unbequeme Antworten: Rainer Maria Schießler hat mit seinen Ideen nicht nur Freunde in der Kirche.

Lesung

Warum die Kirche nicht den Laien überlassen?

Unterhaching - "Himmel, Herrgott, Sakrament.“ Nein, das ist in diesem Fall kein bayerischer Fluch, sondern ein Buchtitel. Autor Rainer Maria Schießler, ein katholischer Priester, der als Seelsorger die Münchner Pfarreien Sankt Maximilian und Heilig Geist betreut, hat das Buch im KWA Stift am Parksee in Unterhaching vorgestellt.

Dass es dann jedoch ein Abend wird, an dem er allenfalls eine Viertelstunde aus seinem Buch vorliest, jedoch beinahe zwei Stunden seine Überzeugungen und Erlebnisse beschreibt, das haben die 150 Zuhörer vermutlich nicht erwartet. Warum Pfarrer Schießler so gut ankommt? Sicher nicht nur, weil er sich unters Volk mischt, Motorrad fährt, Alfons Schuhbeck zu seinen Spezln zählt und am Oktoberfest im Schottenhamel für einen guten Zweck Maßkrüge schleppt. Es ist zu spüren, dass er meint, was er sagt. Was er sagt? Er erzählt von einer katholischen Religionslehrerin, die nicht mehr als solche arbeiten darf, weil sie sich als Lesbe geoutet und ihre Liebesbeziehung durch eine eingetragene Partnerschaft publik gemacht hat. Für Schießler ist es nicht in Ordnung, „dass wir dem Menschen nicht seine sexuelle Ausrichtung lassen, wir uns darüber erheben, als ob es krank wäre“, und, dass seine Kirche ein Winkeladvokatentum pflege: Solange jemand so eine Beziehung verdecke, gebe es keine Probleme. Schießlers Fazit: „Wir haben einen riesigen Handlungsbedarf.“

Wovon er sonst redet? Dass der Zölibat kein Sakrament ist, sondern eine Lebensweise – für ihn die richtige. Schießler hat eine Idee, wie seine Kirche dem Priestermangel begegnen könnte, sagt: „Warum haben wir nicht den Mut, dass wir all das, was Kirche ist und mit Kirche zu tun hat, Laien überlassen – und wir sie als Kirche begleiten?“ Er beschreibt das Beispiel eines französischen Bischofs, der aus Priester- und Geldmangel seine Gemeinden von Laien führen lässt. Diese werden alle aus der Mitte der Gemeinde berufen. Für Schießler ist nebenamtlicher Priesterdienst denkbar. „Auftreten statt austreten“ ist der Untertitel des Buches. Weshalb Schießler Pfarrer geworden ist, wollte ein alter Pfarrer einst von ihm wissen – da hat er gesagt: „Ich glaub, weil ich die Leut’ mag.“ (mm)

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