Sieben Gegenstimmen

Deutliche Zweifel am Nutzen einer Sicherheitswacht

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Unterhaching - Bürger auf Zivilstreife: Unterhaching führt, Zweifeln trotzend, eine Sicherheitswacht ein.

Ein Zusatzangebot, obendrauf. „Das ist ,on top‘. Nicht mehr und nicht weniger.“ Martin Göppner, neuer Vize-Chef bei der Polizeiinspektion 31 in Unterhaching, hatte massiv für das Instrumentarium einer Sicherheitswacht geworben: „Das ist eine durchaus runde Sache, stimmen Sie dafür!“ 

20 Mitglieder des Gemeinderats folgten Göppners Empfehlung, immerhin sieben stimmten aber dagegen. Sie hegten Zweifel, ob eine Sicherheitswacht – also Streifendienste durch speziell geschulte und ehrenamtlich tätige Bürger – wirklich etwas bringt. 

Die formalen Fakten hatte Göppner eloquent präsentiert. 18 bis 60 Jahre beträgt das Altersspektrum, der Leumund muss einwandfrei sein, auf einen Eignungstest folgt das Auswahlgespräch. Wird der Bewerber dann zur Sicherheitswacht berufen, schließen sich 40 Stunden Ausbildung durch die Polizei an: Rechtskunde, Dienstverständnis, Eigensicherung, souveränes Auftreten. Als Einsatzbereif für die Streifendienste nannte Göppner „polizeiliche Brennpunkte“ wie S-Bahnhöfe, Spielplätze, Asylbewerberunterkünfte oder Wohngebiete mit auffällig vielen Einbrüchen. Gratis ist die Sicherheitswacht obendrein – die Kosten (für Schulung, Ausrüstung und das Honorar von acht Euro pro Stunde) übernimmt komplett das Innenministerium. 

Bayernweit, betonte Göppner, gebe es schon 766 Ehrenamtliche in der Sicherheitswacht. „Und ausschließlich positive Rückmeldungen.“ 

So weit, so schön. Doch was ist der tatsächliche Nutzen? „Dass das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt wird“, erklärte Göppner. Genau an diesem Punkt schieden sich die Geister. „Viel wichtiger wäre doch, das objektive Sicherheitsgefühl zu verbessern“, monierte Peter Hupfauer (FDP). „Ich habe die Sorge, dass hier auf der Not eine Tugend gemacht wird.“ Mehr Polizeibeamte seien gegen Brennpunkte ein wirksamerer Schutz.

Claudia Köhler (Grüne) sah gar „die Auslagerung der staatlichen Kompetenz“ und fand: „Das entwertet die Polizeiarbeit.“ 

Erst recht murrten die Kritiker, als es um die zahlenmäßige Stärke ging. Zehn Sicherheitswacht-Stellen sind bei der Polizeiinspektion Unterahching angesiedelt, nur acht davon besetzt. Nach Taufkirchen sollen diese acht Ehrenamtlichen nun – jeweils stundenweise zu zweit – auch Unterhaching bestreifen. Sowie irgendwann vielleicht auch noch Oberhaching und Sauerlach. Mit einer personellen Aufstockung, musste Göppner einräumen, sei kaum zu rechnen – schon jetzt sei es schwierig, überhaupt acht Stellen zu besetzen (davon sechs mit Bürgern aus München).

Vize-Bürgermeister Professor Alfons Hofstetter (parteilos) schüttelte den Kopf: „Mit dieser geringen Personenzahl wird man Sicherheit nur suggerieren, aber nicht schaffen.“ Ein bis maximal zwei Streifengänge pro Woche erschienen auch Florian Riegel (CSU) als „ein Stück weit zu wenig“. 

Probiert wird’s nun trotzdem mal.

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