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Befragung

Unternehmer im Landkreis fordern mehr Wohnraum und schnelleres Internet

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Der Landkreis München hat seine Unternehmen befragt, ob sie mit ihrem Standort zufrieden sind. Die Firmen fordern nicht nur ein schnelleres Internet, sondern vor allem ausreichend Wohnraum für ihre Mitarbeiter.

Landkreis – In Schäftlarn und Hohenbrunn sind die Ladezeiten offenbar besonders langwierig. Aber auch an vermeintlichen Technologiestandorten wie Unterschleißheim und Ismaning dauert es häufig länger, bis sich Internetseiten aufgebaut haben. Das hat jetzt eine Befragung von 867 ansässigen Unternehmen durch die Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung (Gefak) im Auftrag des Landkreises ergeben. Die Firmen fordern aber nicht nur ein schnelleres Internet. Auch bezahlbarer Wohnraum und öffentlicher Nahverkehr seien Stellschrauben, an denen es zu drehen gilt.

In der Befragung bezeichneten die Unternehmen Breitband- und Mobilfunkversorgung als wichtigste Standortfaktoren. Die Internetverbindung ist, so das Ergebnis der Befragung, in vielen Bereichen bereits gut bis sehr gut – trotzdem gibt es im Landkreis wohl immer noch Flecken, die schlecht versorgt sind. Entsprechende Bewertungen lassen darauf schließen. Für Christoph Nadler ein Unding. „Eigentlich ist es eine Blamage, dass wir damit noch zu tun haben“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreisausschuss, der sich nun mit der Befragung befasste.

Eine Aussage, die wohl viele Bürger im Landkreis unterschreiben. Vor allem im Ismaninger Moos, wo das Internet noch immer per Überland-Kupfer-Telefonkabel in die Haushalte kommt (wir berichteten). Oder in Brunnthal und Schäftlarn, wo die Bürger auf eine Glasfaserleitung warten. Immerhin ist Besserung in Sicht: Bis Ende September soll der Breitbandausbau in Schäftlarn abgeschlossen sein, teilte die Telekom unlängst mit. Auch in Brunnthal sind genügend Verträge zusammen gekommen, um den Ausbau voranzutreiben. Noch etwas länger dauern wird es in Hohenbrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn – zumindest im Gewerbegebiet Muna. Dort läuft die Ausschreibung der Telekom noch bis 15. Mai, es heißt weiter warten.

Fast genauso wichtig wie schnelles Internet ist den befragten Unternehmen, die zwischen fünf und über 100 Mitarbeitern beschäftigen, verfügbarer und bezahlbarer Wohnraum. Auf der Zufriedenheitsskala belegten beide Punkte die schlechtesten Werte der Umfrage, rangierten bei der Notwendigkeit aber weit vorne. Es sei einer der Hauptgründe, warum die Firmen Probleme hätten, Personal zu finden. Dabei wollen die Unternehmen neue Leute einstellen. 74 Prozent haben für die nächsten zwölf Monate Bedarf angekündigt, fast 2000 Arbeitsplätze könnten geschaffen werden.

Nur: Günstigen Wohnraum schaffen, das ist durch die hohen Baukosten nicht einfach. „Wir müssen Mieten über zehn Euro verlangen, nur um die Verzinsung zu decken“, sagte Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU). Eine Möglichkeit, mehr Wohnraum zu schaffen, sah der Kirchheimer Rathauschef Maximilian Böltl (CSU) darin, wenn sich die Unternehmen am Wohnbau beteiligten. Etwa in Form von Betriebswohnungen. Ein Vorschlag, den Landrat Christoph Göbel (CSU), wie er sagte, bereits mit einigen Unternehmen besprochen hat.

Bleibt noch der Nahverkehr. Dort sieht sich der Kreistag auf dem richtigen Weg. Auch wenn Vize-Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche (SPD) einschränkte: „Was wir hier entscheiden, das dauert noch mal zehn Jahre, bis es umgesetzt ist.“

Trotz der vorhandenen Probleme fühlen sich die Unternehmen im Landkreis wohl. Vor allem Lebensqualität, Straßennetz und Schulangebot bekamen gute Noten. Im Schnitt bewerteten die Unternehmen den Landkreis mit 2,2. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den letzten Jahren einen so guten Wert erreicht haben“, sagte Josef Rother von der Gefak.

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