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Zwei gehen, zwei bleiben: Uli Piller (l.) und Axel Schröter (r.) scheiden als SPD-Stadträte aus. Bürgermeister Christoph Böck (SPD) dankt beiden. Böck selbst erhält seine Auszeichnung für Verdienste im Stadtrat vom Zweiten Bürgermeister Stefan Krimmer (CSU).

Jahresabschluss beim Stadtrat Unterschleißheim

Bürgermedaille für Katharina Bednarek

Zahlreiche Ehrungen gab es bei der Jahresabschlusssitzung des Stadtrats in Unterschleißheim - und zwei Abschiede.

Für 25 Jahre im Unterschleißheimer Stadtrat ist Katharina Bednarek (SPD) mit der silbernen Bürgermedaille ausgezeichnet worden. Christoph Böck (SPD) nahm in der Jahresabschlusssitzung des Stadtrats die Ehrungen für sein 15-jähriges Engagement entgegen – die zurückliegenden zwei Jahre als Bürgermeister.

Als Stadträtin hat sich die Immobilienkauffrau Katharina Bednarek (59) vor allem dank ihrer Kenntnis um die Baubranche verdient gemacht. Sechs Jahre führte sie die SPD-Fraktion an, ließ sich als Bürgermeisterkandidatin aufstellen. Vor allem als Bau- und Liegenschaftsreferentin habe sie sich Verdienste um die Stadt erworben, sagte Böck. Alt-Bürgermeister Rolf Zeitler (CSU) nickte zur Bestätigung. Obwohl Zeitler politisch ein anderes Farbenspiel bevorzugt, hätte er die Unterstützung der Sozialdemokratin nicht missen mögen. 20 Jahre lang war Bednarek Bau- und Liegenschaftsreferentin ihrer Fraktion. Und auch im Kreistag werden Bednareks Fachkenntnisse geschätzt. Vom Innenministerium wurde sie für ihre Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung ausgezeichnet. Ausdrücklich wies Bednarek bei der Feierstunde Gerüchte über Dissonanzen innerhalb der SPD zurück – zumal bei der Feierstunde gesehen worden war, dass sie nicht gemeinsam mit ihren beiden scheidenden Stadtratskollegen Axel Schröter und Uli Piller aufs Ehrungsfoto wollte. Sie habe den Abschied der beiden Genossen nicht mit ihrer Ehrung vermischen wollen, sagte Bednarek. „Wenn schon ausgezeichnet, wollte ich allein auf einem Bild sein.“

Verdiente SPD-Stadträte: Katharina Bednarek gehört dem Gremium seit 25 Jahren an, Christoph Böck seit 15 Jahren. Seit 2014 ist er zudem Bürgermeister.

Die Aufgabe, den Bürgermeister für 15 Jahre Engagement im Stadtrat zu ehren, übernahm Böcks Vize, Stefan Krimmer (CSU). Böcks Name als Stadtrat stehe für gute Arbeit über Fraktionsgrenzen hinweg. Als Bürgermeister habe Böck dem guten Name bisher alle Ehre gemacht. Während der Sitzung im Festsaal verabschiedete der Stadtrat die aus der Fraktion geschiedenen SPD-Stadträte Schröter und Piller. Beide hatten die Geschicke ihrer Fraktion über ein Jahrzehnt maßgeblich beeinflusst. Dank Piller (36) sonnt sich die Stadt zudem im Glanz internationaler Diplomatie. Der Mitbegründer des Projekts „Faire-Stadt-Schokolade“ fungiert als ehrenamtlicher Repräsentant der Türkischen Republik Nord-Zypern (TRNC). Ebenso wie Piller gilt Schröter (60) als Kommunalpolitiker „mit Leib und Seele“. Christoph Böck betonte, dass er sich von dem einstigen Bau- und Liegenschafts- sowie Finanzreferenten noch viele Anstöße erhofft hätte. Schröter habe in 13 Jahren Spuren hinterlassen, wofür die Stadt ihm dankbar sei. 

In insgesamt 48 Sitzungen fassten die Unterschleißheimer Stadträte im ablaufenden Jahr 439 Beschlüsse, lauschten 136 Berichten. Ihre Kehlen schmierten sie mit 260,5 Litern Wasser, stärkten sich mit 155,6 Litern Saft. „Überwiegend Fair-Trade“, wie Böck betonte, womit die Stadt ihrem Status als „Fair-Trade-Stadt“ gerecht geworden sei. „Wer sich nicht selbst zum Besten haben kann, der ist gewiss nicht von den Besten“, hatte Böck die Stadträte zuvor mit Goethe auf einen „nicht allzu trockenen“ Jahresabschluss eingestimmt – und Wort gehalten: „Dank der kontinuierlichen Vitaminversorgung konnten wir uns mit viel Feingefühl und Aufmerksamkeit mit drängenden politischen Fragen befassen“, fuhr der Bürgermeister fort. An oberster, heiterer Stelle rangieren dabei für ihn: „Die Gründung einer Stadtratsmannschaft beim jährlichen Bürgerkegeln und die Beseitigung von Neophyten im Stadtgebiet.“ Neophyten sind Pflanzen, die sich nach 1492, nachdem Columbus Amerika entdeckt hatte, global verbreiteten. In Ermangelung natürlicher Feinde sind sie zur Plage geworden.

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