Perfektes Zusammenspiel: Neben Christine Neubauer gehen die anderen Schauspieler nicht unter. Foto: gefö

Christine Neubauer auf der Bühne

Unterschleißheim - Turbulent, bisweilen verworren, doch jede Minute amüsant: Für die gut 400 Unterschleißheimer, die das Ränkespiel der „Spanischen Gräfin" im Bürgersaal verfolgten, hat sich der Abend gelohnt. Nicht zuletzt wegen der prominenten Besetzung durch TV-Star Christine Neubauer, die brillant spielte, ohne die Ensemblekollegen blass wirken zu lassen.

Mit seinem elfköpfigen Ensemble der „Bairischen Komödie Wasserburg“ gab Jörg Herwegh die aus eigener Feder stammende Episode vom „königlich bayerischen Amtsgericht“ zum Besten. Als besonderes Schmankerl bot er dem Publikum die aus Film und Fernsehen bekannte Schauspielerin Christine Neubauer. Diese spielte die Titelfigur: die heißblütige Gräfin, die sich letztlich aber als Hochstaplerin entpuppt. Die von Herwegh verfasste Komödie beschreibt der Autor selbst als eine Mischung aus Motiven von Georg Lohmeiers kultiger Fernsehserie aus den Jahren 1968 bis 1972 „Königlich Bayerisches Amtsgericht“ und satirischen Erzählungen über den einstigen Justizalltag des bayerischen Schriftstellers Ludwig Thoma. Eine Lappalie wird Anlass einer turbulenten Gerichtsverhandlung, die am Ende aber gar nicht stattfindet. Angeklagt ist die Tänzerin Rosanna (Karin Killy), die mit ihrem freizügigen Tanz im Kraglfinger Postsaal die Gemüter erregt und des öffentlichen Ärgernisses bezichtigt wird. Angezeigt hat das Vergehen die Realitätenbesitzer-Witwe Antonia Reischl (Gabi Preuß), die sich ob einer solchen Unmoral entschieden empört zeigt. Hilfe erhält die naive, kurzsichtige und daher über alle Stühle stolpernde Rosanna von der spanischen Gräfin (Christine Neubauer), die allerdings weder spanisch noch eine Gräfin, sondern schlicht eine Schauspielerin namens Frau von Hagen ist. Was zunächst wie ein Bagatellfall aussieht, droht sich zur Überraschung von Amtsrichter Zwicknagel, von Jörg Herwegh selbst gespielt, zur Staatsaffäre á la Lola Montez auszuweiten.

Und so spielen sich die Darsteller unterhaltsam durch ein schwungvolles Wirrwarr aus juristischen Spitzfindigkeiten, gespickt mit einer Portion Spießbürgertum und Doppelmoral in der fiktiven Kleinstadt „Kraglfing“. Mit politischen Machenschaften zur Prinzregentenzeit und klaren Aussagen zum Frauenwahlrecht.

Als am Ende noch Ludwig Thoma „persönlich“ auftritt, wenn auch in der Person des trinkfreudigen Wachtmeisters Wiggerl (Steps Lossin), ist nicht nur das Chaos, sondern auch Spaß garantiert.

Mit seiner „Bairischen Komödie Wasserburg“ hat Herwegh, der bis Ende 2014 das Theater „Narrenschiff“ leitete, einen neuen Weg beschritten. Mit dem aktuellen Theater spezialisiert er sich nun auf gehobenes Volkstheater.

Die Uraufführung des Stücks „Die spanische Gräfin“ war im Juli 2015 in Rosenheim. Noch bis Februar tourt das Ensemble nun durch ganz Bayern. Mit dem Engagement von Publikumsliebling Christine Neubauer will Herwegh das neue Theater bekannter machen. Das dürfte ihm schon jetzt gelungen sein.

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