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Die Flachsröste in Unterschleißheim. 

Unterschleißheim: Gedenken an die Geschundenen

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In den 1930er-Jahren entstand in Unterschleißheim, nahe am heutigen S-Bahnhof Lohhof, eine Flachsröste. Dort ließen dann die Nazis vor allem Frauen schuften. An sie will die Stadt erinnern.

Unterschleißheim– Das beschlossene NS-Mahnmal in Lohhof kommt seiner Realisierung einen großen Schritt näher. Die Stadt Unterschleißheim hat einen Kunstwettbewerb an der Akademie der Bildenden Künste München ausgeschrieben. Jetzt sind bis 5. Dezember die Ideen der Kunststudenten gefragt. Ziel ist ein Denkmal zu errichten, das an die Menschen erinnert, die während der NS-Zeit in der Flachsröste Lohhof zur Zwangsarbeit gezwungen wurden.

Die Grafik zeigt die drei geplanten Standorte und den Weg, der sie verbinden soll.

Das Denkmal soll aus drei Teilen bestehen: eine Skulptur, ein Dokumentationsort und ein „Weg der Erinnerung“, der die beiden etwa 500 Meter voneinander entfernt liegenden Standorte verbindet. Die Skulptur wird schräg gegenüber des S-Bahnhofs Lohhof errichtet, auf der großen Fläche an der Ecke Südliche Ingolstädter Straße/Hollerner Weg. Der Informationsort wird an der Ecke Carl-von-Linde-Straße/Johann-Kotschwara-Straße liegen. Zentrale Herausforderung wird es sein, die drei Segmente als Gesamtkunstwerk zu verbinden.

Kulturamtschefin Daniela Benker hat den Wettbewerb vorbereitet und das Konzept mit dem Präsidium der Akademie und den Werkstattleitern abgestimmt. Der Ausschuss „Bauen und Schule“n des Kreistags hat genehmigt, dass die Fläche künstlerisch gestaltet wird.

Beteiligen dürfen sich neben den aktuellen Kunststudenten auch Absolventen der Kunstakademie, rückwirkend bis 2008, weil das Projekt, wie Benker sagt, „doch sehr anspruchsvoll ist“. Für die Teilnehmer findet am 6. November ein Ortstermin statt. Bis 5. Dezember können Entwürfe an der Akademie eingereicht werden. In einer Vorauswahl sollen am 6. Dezember gänzlich abwegige Bewerbungen aussortiert werden. Ziel sei es, sagt Benker, möglichst viele Fragen im Vorfeld zu klären und so eine hohe Qualität bei den endgültigen Entwürfen zu erreichen. Acht bis zehn Bewerbungen sollten am Ende übrig bleiben. Am 18. Januar findet für diese Teilnehmer noch ein Symposion statt. Die Jury tagt schließlich am 13. März, um einen Siegerentwurf auszuwählen. Als Preis sind 10 000 Euro Künstlerhonorar angesetzt. Für die Umsetzung stellt die Stadt 25 000 Euro für Material und Arbeitsstunden zur Verfügung. Bis zum Spätherbst 2019 soll das Denkmal fertig sein.

Auch die Unterschleißheimer Schulen greifen das Thema „Zwangsarbeit in der Flachsröste“ auf: Am Carl-Orff-Gymnasium und an der FOS/BOS finden im kommenden Schuljahr P-Seminare zum Themenbereich statt. „Beide P-Seminar sind schon komplett voll“, sagt Benker, das Interesse der Schüler sei groß.

Historischer Hintergrund des Denkmals ist die Flachsröste Lohhof, in der von 1939 bis 1945 Menschen aus Polen, Belgien und der Ukraine sowie über 200 Münchner Juden und Jüdinnen Zwangsarbeit leisten mussten. Das „Jüdische Arbeitskommando Lohhof“ war, wie Historiker Maximilian Strnad in seinen Büchern herausarbeitete (wir berichteten), eines der größten und gefürchtetsten Zwangsarbeiterlager im Großraum München, in dem die Menschen unter erbärmlichen Umständen schufteten. Vor allem junge Frauen wurden zu harter körperlicher Arbeit in der Flachsröste gezwungen.  

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